Der Knastcoach – Get Hard (Filmkritik)

Als der über alle Maßen wohlhabende Hedgefonds-Manager James King (Will Ferrell) zu Unrecht wegen schweren Betrugs verurteilt wird, bleiben ihm dreißig Tage, bevor er seine Haftstraße antreten muss. King will die Zeit dazu nutzen, sich auf seine Zeit im Gefängnis vorzubereiten und dabei kommt ihm, auf Grund seiner Hautfarbe, Darnell (Kevin Hart) in den Sinn. Darnell hatte selbst noch nie Probleme mit dem Gesetz, stimmt aber zu, als ihm James eine Bezahlung von 30.000 Dollar in Aussicht stellt.

Get Hard Film

Regie bei diesem Film führt Etan Cohen, der an dieser Stelle sein Erstlingswerk abliefert. Er ist bisher bekannt für seine Arbeit an Filmen wie „Madagascar 2“ und „Men in Black 3„, für die er das Drehbuch verfasst hat. Für diesen Film setzt Cohen auf den Trend Komödien für ein erwachsenes Publikum anzulegen (wie z.B. „22 Jump Street„) und holt sich dafür zwei dazu passende Stars.

Will Ferrell ist, vorausgesetzt die Rolle stimmt, einer der witzigsten Schauspieler überhaupt. Egal ob es schräge Rollen sind wie „Zoolander“ oder einfach nur Sprechrollen wie in „The Lego Movie„, Ferrell ist großartig. Dann gibt es zwischendurch wieder mal einen Stinker und man ahnt, warum er den ganz großen Durchbruch noch immer nicht geschafft hat.

Als James King ist Ferrell nicht von dieser Welt, ja nicht einmal von diesem Sonnensystem. King hat mehr Geld als er zählen kann, ein Heer von Angestellten (denen er bei der Morgengymnastik gerne sein Gemächt ins Gesicht hält) und ist auch sonst sehr von sich überzeugt. King ist, auch wenn man einige Klischees überreizt, um etwas halbwegs lustiges raus zu bekommen, einfach nicht sympatisch.

Kevin Hart (Ride Along) ist ja allem Anschein nach ein erstklassiger Stand-Up Comedian. Als Schauspieler konnte er bisher nur sehr bedingt überzeugen und scheint die selbe Rolle mit minimaler Variation immer wieder zu spielen. Als Darnell funktioniert er dann ebenfalls nur teilweise. Wichtiger noch als die Frage nach dem beiden Hauptdarstellern, ist die wie sie in Kombination funktionieren.

Die ist ganz brauchbar, wenn sie auch sehr unkreativ völlig auf den offensichtlichen und überzeichneten Gegensätzen basiert. Darnell baut James Villa in ein Trainingsgefängnis um und übt für später. Dass die Trainingsversuche (z.B. im Bereich Selbstverteidigung) genauso kläglich scheitern wie der Versuch von James sich einer weißen Gang anzuschließen, ist dann auch klar.

Was den Humor betrifft, hat der Film klar seine lustigen Momente. Auf der anderen Seite dominiert hier beinahe jeder Witz unterhalb der Gürtellinie. Dabei wirkt es so, als wäre die ohnehin dünne Story nur dazu da, die jeweiligen Momente miteinander zu verbinden. Entsprechend aufgebaut ist dann das eigentliche Ende des Films, das einfach nur dazu dient, die Geschichte irgendwie abzuschließen.

Alles in allem ist „Der Knastcoach“ ein Film mit einer netten Idee und einigen derb lustigen Momente, der deutlich hinter seinem Potential zurück bleibt. Ferrell hat man bei diversen Gelegenheiten schon in besseren Filmen gesehen, wobei bei Hart noch nicht einmal klar ist, ob er „Film-kompatibel“ ist.

Der Film „Der Knastcoach“ bekommt 5,5/10 doch nicht in den Knast müssende Empfehlungspunkte.


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