Die Unglaublichen – The Incredibles (Filmkritik)

Früher hat Mr. Incredible (Craig T. Nelson) als Superheld die Welt ein Stück weit sicherer gemacht. Als es jedoch vermehrt zu Klagen wegen körperlichen und Sachschäden kam, schob die Regierung dem Heldendasein einen Riegel vor. Die Superhelden wurden umgesiedelt und bekamen eine neue Identität.

Jahre später geht Mr. Incredible aka. Bob Parr seinem Job bei einer Versicherung nach. Er hat zwischenzeitlich Elastigirl (Holly Hunter) aka. Helen geheiratet und die beiden haben zwei Kinder – Dash und Violet. Als Bob seinen Job verliert, bekommt er ein mysteriöses Angebot von einem Unbekannten und ahnt nicht, dass ein alter Bekannter dahinter steckt.

The Incredibles

Wenn es um (Animations)Filme für die ganze Familie geht, ist man üblicherweise bei der Firma Pixar richtig. Dabei setzt man nicht nur immer wieder den technischen Standard ein Stück weit höher, sondern schafft es wie kaum ein anderes Filmstudio, alt und jung gleichermaßen zu unterhalten. Schlechte Filme der Marke Pixar gibt es ja so nicht und so stellt sich nur die Frage, welcher ist (möglicherweise) der beste?

Obwohl diese Frage unmöglich zu beantworten ist, immerhin gibt es da einige Kandidaten, wird der Film über „Die Unglaublichen“ neben z.B. „Toy Story 3“ oder „WALL-E“ gerne mal als Favorit gehandelt. In einer Zeit wo Filme über Superhelden weniger die Ausnahme als vielmehr die Regel sind, ist es interessant, zurückzublicken.

Der Film „Die Unglaublichen“ erschien im Jahre 2004 als man gerade damit begann die Möglichkeit, Protagonisten mit unglaublichen Kräften in Live-Action-Filme mittels Computeranimation in Szene zu setzen, auszunutzen. Brad Bird, der zuvor mit „Der Gigant aus dem Weltall“ wenig finanziellen Erfolg hatte, bekam hier die Möglichkeit, seine Geschichte von der eigentlich ganz normalen Familie zu erzählen.

Da hätten wir Bob den starken Vater, Helen die flexible (um nicht zu sagen elastische) Mutter, die schüchterne Tochter Violet, die sich unsichtbar machen und Kraftfelder bilden kann und Sohn Dash, den hitzköpfigen Speedster. Wenn jetzt böse Zungen behaupten, man hätte hier dezent von den „Fantastischen Vier“ geborgt, ist das aber nur auf den ersten Blick richtig.

Jedes Familienmitglied hat die Fähigkeit, die auch innerhalb der Familie am Besten zu ihm passt. Auch sonst nimmt die Familie und die Beziehung der einzelnen Familienmitglieder miteinander einen besonderen Platz in der Geschichte ein. Wenn die Kinder dann beim Essen streiten und Bob etwas geistesabwesend kein Wort seiner Frau mitbekommt, erinnert einen das vermutlich an die eine oder andere Begebenheit aus dem eigenen Leben.

Die eigentliche Geschichte beginnt mit einer von Mr. Incredibles Heldentaten und erklärt anschließend warum es keine Superhelden mehr gibt. Einige Jahre später hat Bob einen Job der ihn frustriert, eine Familie mit den üblichen Problemen und sehnt sich die Zeit zurück, wo alles besser war. Als er gefeuert wird, bekommt er ein mysteriöses Angebot von einem Unbekannten und nimmt den Job an.

Was wie der Weg aus der Midlife-Crisis aussieht, stellt sich aber schnell als eine Gefahr für Leib und Leben heraus. Helen kommt ihrem Gatten zu Hilfe und hat (unabsichtlich) die Kinder mitgebracht. Die müssen ein Stück über sich hinauswachsen, immerhin wurden sie dazu erzogen, ihre Kräfte nicht zu benutzen. Gemeinsam retten Familie Parr dann letztendlich den Tag.

Auch wenn der Animationsstil nach über zehn Jahren ein klein wenig angestaubt wirkt, so haben die Künstler vor allem für damalige Verhältnisse unglaubliches geleistet. Der Film sollte der erste mit ausschließlich menschlichen Charakteren sein und mit 195 Minuten Laufzeit, der zum damaligen Zeitpunkt längste Pixarfilm werden.

Angeblich hatte Bird vorab eine sehr konkrete Vorstellung bezüglich der Geschichte, ohne zu wissen, was zum damaligen Zeitpunkt animationstechnisch möglich war. Aus diesem Grund musste für einige Aspekte des Films (z.B. für die menschliche Anatomie oder Haare) erst die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Und es hat sich gelohnt.

Die Actionszenen, die natürlich bei einem Superheldenfilm nicht fehlen dürfen, sind schnell, atemberaubend und auch sonst technisch perfekt umgesetzt, wobei die Kräfte jedes einzelnen entsprechend in Szene gesetzt wurden. Der Soundtrack wirkt so als wäre er durch die Musik der 60er inspiriert worden und erinnert hier und da vage an die Abenteuer eines bekannten britischen Agenten.

Dazu passt dann auch der Bösewicht, der seinen Unterschlupf im Vulkan einer tropischen Insel errichtet hat. Vor allem auf dieser Insel, aber auch sonst gibt es eine größere Menge an atemberaubenden Schauwerten. Die Sprecher machen ihre Sachen durch die Bank großartig, wobei vor allem Samuel L. Jackson (The Avengers) als Frozone heraus sticht.

Alles in allem ist „Die Unglaublichen“ nicht nur einer der besten Pixar Filme aller Zeiten, sondern gleichzeitig einer der besten Superheldenfilme aller Zeiten. Nachdem Regisseur Brad Bird mit „Mission Impossible 4“ und „A World Beyond“ bewiesen hat, dass er auch Live Action Filme inszenieren kann, hat er kürzlich versprochen, die Geschichte rund um die ganz normale Familie fortzuführen.

„Die Unglaublichen 2“ (bzw. „The Incredibles 2“ wie sie im englischen Original heißen) kann kommen!

Der Film „Die Unglaublichen“ bekommt 9,5/10 die Welt beschützende Empfehlungspunkte.


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