Lethal Punisher: Kill or be Killed – Puncture Wounds (Filmkritik)

John Nguyen (Cung Le) leidet seit seiner Heimkehr aus dem Irak-Krieg, an einem posttraumatischen Stresssyndrom. Er sucht die Einsamkeit in einem heruntergekommenen Hotel und versucht wieder einen Sinn im Leben zu finden. Als jedoch eine Prostituierte namens Tanya (Briana Evigan) vor seiner Wohnung von ein paar Schlägern misshandelt wird, schreitet er ein und bringt im folgenden Kampf zwei von ihnen um.

Das wiederum verärgert deren Chef, den Gangsterboss Hollis (Dolph Lundgren). Er lässt Nachforschungen anstellen über den Täter, findet schließlich John´s Familie und lässt sie alle umbringen. John schnappt sich darauf hin eine Shotgun und einen befreundeten Kriegsveteranen und säubert die Unterwelt von lästigen Bösewichten. Hollis hat sich hier eindeutig mit dem falschen Mann angelegt, was er schon bald ziemlich bereuen wird.

Puncture Wounds

Regisseur Giorgio Serafini (der hier nur als Co-Regisseur fungiert), hat in letzter Zeit eine Vorliebe für billige Actionfilme entwickelt, die alle Dolph Lundgren in einer der Hauptrollen haben. Ich habe „Thrill to Kill“ und „Blood of Redemption“ zwar gesehen, doch keine Rezensionen darüber verfasst, da ich sie einfach zu beliebig fand und ich nicht wusste, wie ich eine Kritik mit Worten füllen sollte. Da aber scheinbar die Serie von Serafini nicht abreisst („Lethal Punisher: Kill or be Killed“ ist übrigens neben „Puncture Wounds“ auch als „A Certain Justice“ im Umlauf), muss ich nun doch auch mal eine generelle Warnung aussprechen.

Serafini kann vor allem (und leider auch nur) eines gut und das ist bekannte und auch fähige Namen aus dem B-Movie Bereich zu engagieren, aber leider nicht zusätzlich auch für ein Projekt zu begeistern. Was er weniger kann, ist generische Action, die in den 80er Jahren cool war, mit modernen Schnitten, Farbfiltern und pushender Musik anzureichern. Das wirkt einfach nur bemüht und wenn dann auch noch „große“ Gefühle wie Traumata oder der Verlust geliebter Menschen das Thema sein soll, dann werden diese Momente so plakativ plump vermittelt, dass es einfach nur weh tut (oder unfreiwillig komisch ist).

Das Drehbuch hier ist nicht voller Klischees, es ist als ganzes ein einziges Klischee. Einsamer Kriegsveteran in Isolation, Frau in Not weckt Lebensgeister, Bösewicht rächt sich, der Soldat, bei dem in seinem Kopf der Krieg sowieso nie vorbei war, fühlt sich wie zu Hause und natürlich ist die Moral bei seinen tödlichen Racheaktionen voll auf seiner Seite. Das Happy End für die Dame, ein ehrenvoller Abschied für den Kumpel und das Auftauchen eines Cops, der den Helden nicht einsperrt sondern froh ist, dass in seiner Stadt das Ungeziefer dezimiert wird, darf dabei natürlich auch nicht fehlen.

Cung Le (Dragon Eyes) und der gute Dolph (The Package) waren hier sogar als Produzenten mit dabei, wirken aber völlig lustlos. Le ist eigentlich ein guter Martial Artist, die Kamera, die Schnittfolge und vor allem die Choreographie an sich schaffen es aber hier mühelos, keine einzige beeindruckende Aktion während den Kampfszenen einzubauen. Was angesichts der Tatsache, dass Le wie viele andere seines Faches ein Kämpfer und kein Schauspieler ist, umso enttäuschender ist. Unser Lieblingsschwede Lundgren, der zuletzt so schön überdreht und ironisch daher kam – siehe als Beispiele „The Last Bullet„, „Universal Soldier: Day of Reckoning“ oder „Expendables 2“ – schwankt hier zwischen lächerlich übercool und müde unmotiviert (und die Frisur und dieser Bart!!!).

Auch aus seinem letzten Treffen mit Briana Evigan in „Stash House“ hat er scheinbar nichts gelernt, denn sie wird ihm wieder mehr oder weniger direkt zum Verhängnis. Sie darf zwar nicht viel tun außer ängstlich zu sein und fertig aus zu schauen, baut aber trotzdem auch psychischen Schmerz in ihre Performance ein, den man nachvollziehen kann. Für Vinnie Jones (Fire with Fire) ist dies auch schon der dritte Serafini Film und er spielt hier – genau wie eigentlich sonst in fast allen seinen Filmen – die gleiche Rolle, des überdrehten Gangsters. Auch er war aber oft schon mit deutlich mehr Elan bei der Sache.

Insgesamt sind die Filme dieses Regisseurs eben leider gerade nicht schlecht genug, um wieder lustig zu sein. Nur Fans der Darsteller kann ich sie empfehlen, habe aber alle Beteiligten schon in klar besseren Produktionen gesehen, wo sie auch mit mehr Spielfreude bei der Sache waren. Für Zwischendurch, für Freunde von Actionfilmen in einer Phase ohne jeglichen Anspruch vielleicht zu empfehlen, für mich ist das Ganze aber einfach nur Action-Trash, der gerne mehr bzw. besser wäre, als er dann aber im Endeffekt ist.

„Lethal Punisher: Kill or be Killed“ bekommt von mir 4/10 von der beliebigen Langweilige getötete Empfehlungspunkte.

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