Dragon Eyes (Filmkritik)

In St. Jude leben die Menschen täglich in Angst. Drogendealer und korrupte Polizisten haben hier die Macht und all diese Verbrecher arbeiten in irgendeiner Form für den geheimnisvollen und völlig skrupellosen Polizeichef Mister V (Peter Weller). Als ein schweigsamer Außenseiter namens Hong (Cung Le) in die Nachbarschaft zieht, wird er zunächst nicht beachtet bzw. ernst genommen. Das ändert sich aber schnell, denn erstens hat Hong einen Auftrag, zweitens treibt ihn eine alte Schuld dazu niemnals aufzugeben und drittens ist es schließlich das im Gefängnis von Tiano (Jean-Claude Van Damme) erhaltene Kampftraining, dass ihn unaufhaltsam machen wird.

Dragon-Eyes

„Dragon Eyes“ ist neben „Transit“ ein weiterer Vertreter der „After Dark Action“ Reihe. Regie führte John Hyams, der mit Van Damme im Jahre 2009 bereits die Universal Soldier Fortsetzung „Regeneration“ inszeniert hat und Ende dieses Jahres mit „A New Dimension“ einen weiteren Teil der Saga als DVD Premiere veröffentlichen wird (wieder mit Van Damme, Lundgren und Scott Adkins als Bonus oben drauf).

Soweit so (für den Genrefan) interessant. Leider funktioniert „Dragon Eyes“ für mich aber nicht wirklich. Die Entscheidung völlig auf Humor zu verzichten ist Geschmackssache, jedoch für so eine Art Film nicht automatisch die falsche Wahl. Das ACHTUNG SPOILER: pseudotragisch auf dramatisch getrimmte Ende aber, das irgendwie einen leeren Nachgeschmack hinterlässt, wäre meiner Meinung nach aber nicht notwendig gewesen und ist irgenwie unpassend, weil man die ganze Sache sowieso nicht allzu ernst nehmen kann. SPOILER ENDE.

Die Story ist nichtexistent, was egal wäre, würde dieses Erlebnis dadurch nicht lose zusammengeschustert wirken. Das tut es aber leider, ich habe es den gesamten Film lang nicht geschafft, irgendeine Bindung zu einer der Figuren aufzubauen. Will man aber einen Film sehen, bei dem sich die Protagonisten möglichst oft und so wenig „sinnvoll“ wie möglich gegenseitig die Schädel einschlagen, dann ist man hier genau richtig. Die teilweise mit eigenwilligen Musikeffekten unterlegten Kämpfe wirken dann auch wuchtig, realistisch und wurden übersichtlich gefilmt.

Drei sagen wir mal ambivalente Pluspunkte hat der Film dann aber doch auch noch zu bieten, was stark mit den drei Hauptdarstellern verbunden ist. Jean-Claude Van Damme (Assassination Games) ist nun endlich in dem Alter, in dem er auch als Mentor/Meister agieren kann. Mit weissen Haaren und Brille strahlt er eine gewisse abgebrühte Coolness aus, die man ihm sofort abnimmt. Seine Trainingsmethoden hingegen – zack ich schlag dir ins Gesicht, stehst du wie ein Mann, dann wirst du auch wie ein Mann geschlagen, usw. – sind dann doch einigermaßen lächerlich und weniger überzeugend.

Peter Weller´s Zeiten als „Robocop“ oder einsamer Held in „Screamers“ sind längst Geschichte. Auch er spielt sich mittlerweile nur mehr durch mehr oder weniger gute DVD-Premieren. Hier darf er richtig schön gemein, bösartig, geldgeil und bedrohlich sein, was er auch souverän macht. Seiner Performance sieht man einfach gerne zu, dafür schrammt er teilweise nur knapp am Overacting vorbei, was man ihm aber im Vergleich zu seinen Kollegen gerne verzeiht.

Zu guter Letzt wäre da die Hauptfigur selbst, gespielt vom vietnamesisch-amerikanischen Kickbox- und Mixed Martial Arts Champion Cung Le (der starke Kämpfer aus dem Sci-Fi Horror „Pandorum“), der auch als Produzent fungierte. Der Kerl kann richtig austeilen, dabei ist seine Kampfweise weniger stylish, dafür umso effektiver. Was er dafür eher weniger kann ist schauspielern. Als Sidekick finde ich ihn gut, doch wenn er so gut wie immer im Bild ist und mich als Zuschauer mitreissen soll, funktioniert er eher weniger gut.

Was insgesamt bleibt ist ein schlampig zusammengeschusterter Actionfilm, der coole Fights und drei markige Typen zu bieten hat, die alle zeitweise ihre Möglichkeiten nutzen zu überzeugen. Dies reicht insgesamt aber nicht wirklich, man muss sich nicht richtig ärgern hier, doch echte Freude kommt auch nicht auf. Genre- und Van Damme Fans (Achtung, er ist nur kurz und wenn in Rückblenden zu sehen) können aber ruhig mal reinschauen, es sollten die Erwartungen aber möglichst niedrig gehalten werden.

„Dragon Eyes“ bekommt von mir 5/10 in ihrer Coolness völlig austauschbare Empfehlungspunkte.


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