Starhawk (Game-Review)

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Mit dem neuen „Starhawk“ zeigen Sony und Entwicklerhaus LightBox, wie anno 2012 ein amtliches Online-Multiplayer-Spiel auszusehen hat. Der PS3-Exklusivtitel vereint bis zu 32 Spieler unter einem gemeinsamen Dach – bzw. in einer gemeinsamen Prärie. Denn der primäre Schauplatz des durchaus originellen Titels ist die Wüste, in die mehr SciFi-Elemente á la Transformers Einzug gehalten haben als man an seinen Fingern abzählen könnte.

Dass die Mehrspieler-Funktion voll und ganz im Zentrum steht, wird auch im Singleplayer-Modus deutlich. Dieser bereitet den Spieler darauf vor, sich in weiterer Folge von den Computergegnern zu verabschieden und auch „echte“ menschliche Kontrahenten nicht zu scheuen.

Was ebenfalls gelernt werden will, ist die Anbindung der Spielfigur an, ähem, das „größere Ganze des Weltalls“. Ist nämlich genügend „Rift-Energie“ gesammelt, lassen sich unterschiedliche Gebilde in die Wüste herunter beamen (ja, so wie in „Star Trek“, nur voluminöser und effektvoller). So gelangen Bausteine für Mauern genauso auf den Schauplatz wie ein umfangreicher Nachschub an Munition oder neue Fahrzeuge, mit denen sich die weite Dünen-Landschaft schneller erschließen lässt.

Für alle Fans von Racing-Spielen sind die Fahrzeuge (und Flugzeuge) in „Starhawk“ sicher eine willkommene Facette, zumal sie das Spiel zu mehr machen als lediglich einem weiteren Shooter. Zwar kann das Spielgeschehen im Multiplayer-Modus schon ziemlich chaotisch werden, letztlich bleibt der Spaßfaktor aber konstant hoch. Das liegt vor allem daran, dass in den meisten Situationen der schlauste Spieler gewinnt – und nicht derjenige, der am besten wild drauflos ballert und damit über Button-Mashing kaum hinauskommt.

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„Starhawk“ lädt dazu ein, seine Aufgabenstellungen und Missionen auf kreative Weise zu bewältigen. Selten gibt es nur eine Möglichkeit, um ans Ziel zu kommen. Auch in diesen – begrüßenswerten – Ansatz ragt der hohe Stellenwert des Multiplayer-Modus herein. Nachteile hat diese Ausrichtung nur sehr wenige. Wer einen super-linearen Spielverlauf für das einzig Wahre hält, wird vielleicht andere Titel vorziehen, „Transformers“ etwa (Rezension zu „Dark of the Moon“ hier und zu „Kampf um Cybertron“ hier. Und dass der Plot ein wenig schwächelt, ist dann auch nur konsequent. Zwar anhand nett anzusehender animierter Filmsequenzen erzählt, ist die Handlung nämlich doch eher dünn. Aber wie angedeutet stört das kaum.

Erfreulich ist, dass die Engine von „Starhawk“ trotz der anspruchsvollen technischen Umsetzung der maximal 32 gleichzeitigen Spieler weitgehend konstant läuft. Sie liefert eine Grafik und einen Sound, die sich jeweils sehen (bzw. hören) lassen können. Das allgemeine Design bezieht seine Eigenständigkeit in erster Linie vom grundsätzlichen Ansatz (SciFi-Shooter meets Western).

Es sind nur einige kleinere Mängel, die das ansonsten ausgezeichnete Bild trüben. Wie bei vielen anderen PS3-Spielen ist die Erstinstallation komplizierter als sie sein müsste. Zunächst will ein Update heruntergeladen werden, das mehrere hundert Megabyte umfasst, was angesichts der langsamen Server Sonys sehr lange dauern kann. Beim zweiten (versuchten) Start des Spiels wird man aufgefordert, den Lizenzschlüssel für den Online-Pass einzugeben, sodass ein Wechsel in den Playstation Store nötig ist. Dann dritter Start, und nach dem OK-en des EULA für die Internet-Anbindung eine erneute Aktualisierung. Vierter Start also – und wieder ist ein Durchlesen des offenbar veränderten EULA erforderlich. Klick, klick, klick.

Wer daher glaubt, nach dem Einlegen der Disc binnen einer Viertelstunde mitten im Spielgeschehen zu stehen, sieht sich ordentlich getäuscht. Man sollte für die Installation vielmehr einen Vormittag Wartezeit einkalkulieren. Ein weiteres Manko betrifft die Bildschirmeinstellungen, die für Besitzer eines Full-HD-Fernsehers sehr nachteilig gewählt sind und manuell auf die volle Auflösung gebracht werden müssen. Sonst ist ein schwarzer Rand sichtbar, der in den ersten Spielminuten nicht wegzubringen ist.

Unterm Strich ist „Starhawk“ der derzeit beste Online-Multiplayer-Shooter auf der PS3. Wichtig ist nur, dass einem die Prärie als Arena gefällt. Speziell Spielern, die gerne mit Köpfchen zocken, wird „Starhawk“ lange Zeit ausgezeichnet gefallen.

Wir geben „Starhawk“ 7 von 10 Empfehlungspunkten.


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