(The) Monuments Men (Filmkritik)

Der zweite Weltkrieg nähert sich dem Ende. Die Nationalsozialisten schnappen sich alle Kunstwerke, die sie in die Finger bekommen können. Um die historischen Schätze so weit es möglich ist zu retten, schickt der US-Präsident sieben Kunstexperten, angeführt von Lt. Stokes (George Clooney), die die Monuments Men genannt werden, an die vorderste Front.

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Dieser Film basiert auf dem Buch mit dem spannenden Titel „The Moments Men: Allied Heroes, Nazi Thieves and the Greatest Treasure Hunt in History“, das wiederum auf der wahren Geschichte der „Monuments, Fine Arts, and Archives Section“, einer Spezialabteilung zur Schutz von Kunstgut während des zweiten Weltkrieges, basiert.

Einige Jahrzehnte später ist es niemand geringerer als George Clooney, der sich der Geschichte annimmt. Clooney produziert an dieser Stelle, ist für das Drehbuch verantwortlich, führt Regie und inszeniert sich ganz nebenbei in der Hauptrolle selbst. Das Ergebnis ist wie man es von ihm erwarten würde charmant wie eh und je, aber doch ein wenig ernüchternd.

Bei diesem Film kann Clooney nach „Tage des Verrats“ erneut beweisen, dass er auch hinter der Kamera einen ausgezeichneten Eindruck macht. Die Kameraführung ist elegant, gekonnt und zeugt von einer gewissen Perfektion. Auf der anderen Seite sind Computereffekte (zumindest zum Teil) als solche erkennbar und deren Qualität schwankt innerhalb der Szenen, was die Illusion des Films stört.

Der zweite Punkt in der Kategorie „gut aber nicht perfekt gelöst“ betrifft die Geschichte. Clooney hat sich hier offensichtlich viel Mühe gegeben dem ursprünglichen Stoff wirklich gerecht zu werden. Dadurch, dass die Handlung auf wahren Begebenheiten basiert konnte man viele Wendungen einbauen, die man so als Zuschauer vermutlich nicht hat kommen sehen. Auf der anderen Seite wird das Team bald in kleine Gruppen aufgeteilt, die zu allem Überfluss noch einmal neu gemischt werden.

Sollte man als Zuschauer gute zwei Stunden seichte Unterhaltung erwarten, wird man vermutlich zu spät feststellen, dass der Film doch ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit voraus setzt. Ein weiterer Nebeneffekt der Gruppenbildung, auch wenn ich hier bereits auf hohem Niveau jammere, ist dass man von den Schauspielern relativ wenig zu sehen bekommt, da die Geschichte immer zwischen den einzelnen Gruppen hin und her springt.

Das ist auch insofern schade, da man für den Film durch die Bank erstklassige Schauspieler gewinnen konnte. Clooney konnte seinen Kumpel Matt Damon (Elysium) für eine Rolle begeistern und weitere unter anderem mit Bill Murray (Zombieland), John Goodman (Argo) und Jean Dujardin (The Wolf of Wallstreet) besetzten. Jemand der es schafft hier besonders herauszustechen ist Cate Blanchett (Blue Jasmine), die als französische Widerstandskämpferin ihre eigenen Methoden hat.

Als Nationalsozialisten konnte man einige bekannte deutsche Schauspieler wie Justus von Dohnányi (Das Experiment) verpflichten, die (auch zwecks deutscher Sprache) für eine gewisse Authentizität sorgen. Was die eigentliche Tonart des Films betrifft, schafft man es die ersten Geschehnisse des zweiten Weltkrieges mit einer Prise Humors aufzulockern. Die „Monuments Men“ sind ernst wenn es sein muss und haben ihren Spaß (etwa in dem man sich über Damons Französischkenntnisse lustig macht) wenn es möglich ist.

Letzen Endes stellt sich die Frage, wie weit man gehen sollte um Kunstwerke zu schützen. Ob es das Leben eines Menschen wert ist, kann jeder nach Sehen dieses Films für sich selbst entscheiden.

Der Film “ The Monuments Men“ bekommt 7/10 die Vergangenheit in Form von unersetzbaren Meisterwerken rettende Empfehlungspunkte.


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