Blue Eyed Butcher (Filmkritik)

Susan Wright (Sara Paxton) hat offensichtlich alles, wundervolle Kinder, einen liebenden Mann (Justin Bruening, primär bekannt aus Serien), ein Haus – der Traum vom großen Glück. Und trotzdem gibt es da diesen einen Abend, der alles auf den Kopf stellt.

Es ist der Abend, an dem Susan Wright ihren Mann mit 193 Messerstichen ans Bett gebunden ermordet. Vor Gericht zeigt sich dann die ganze Wahrheit hinter der Fassade des amerikanischen Traums.

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Die wahre Geschichte von Susan Wright (die 2004 ihren Mann ermordet hat) wird zum größten Teil in Rückblenden erzählt – die aktuelle Zeit spielt sich im Gerichtssaal ab, während ein Zeuge nach dem anderen aussagt, erfährt man die Geschichte von Susan und ihrem Ehemann Andrew. „Blue Eyed Butcher“ erzählt die wahre Geschichte von Susan Wright, die ihren Mann tatsächlich ermordet hat. Deshalb ist es auch keine große Überraschung im Film – im Gegenteil. Der Film beginnt mit dem Mord und dann beginnt man die Motive dahinter zu erklären.

Gleich vorweg – die Schauspieler geben sich keine Blöße, allen voran natürlich Sara Paxton („Shark Night 3D„, „The Innkeepers„), die Susan eine Zerbrechlichkeit mitgibt, die die Zuseher förmlich mitsaugt und deren unschuldiges, blondes, junges Ding-Aussehen klarerweise dem Thema in die Arme spielt. Das arme, zerbrechliche Wesen, dann nach der anfänglich großen Liebe von ihrem Ehemann mehr und mehr misshandelt und psychisch missbraucht wird. Bis zu dem Punkt, an dem sie bricht und ihn umbringt. Bis dahin hat man sogar Verständnis für sie. Der Film hört da aber nicht auf – es geht weiter und die folgenden Tage markieren einen Wendepunkt – auch im Denken der Zuseher.

Was Susan tut, um die Tat zu vertuschen, wie sie langsam in den Wahnsinn abgleitet, sich in Lügen verstrickt – das alles ist super inszeniert und wird Stück für Stück aufgebaut, bis zum netten, zynischen Finale mit den Worten „Do you think they’ll like me?“. Ebenfalls sehr genial besetzt ist Lisa Edelstein (besser bekannt as Cuddy von Dr. House) als Vertreterin der Anklage, die Susans Tat für die Geschworenen – und damit auch für die Zuseher – sehr deutlich und klar auf den Punkt bringt.

Regissuer Stephen Kay, am ehesten bekannt für den Stallone-Reinfall „Get Carter“ und den so-so Horrorthriller „Boogeyman“, hat hier einen verdammt spannenden und sehr gut gemachten Film mit Top-Besetzung abgliefert. Alle Schauspieler liefern tolle Leistungen, sogar die Nebenrollen spielen super. Und das ist eine Sache, die man jetzt nicht in einem fürs Fernsehen produzierten Film erwartet.

Die Frage, die sich während des ganzen Films stellt, die aber nur jede/r Zuseher/in für sich selbst beantworten kann/muss, ist: Hat Susan Wright ihren Mann umgebracht, weil sie jahrelang von ihm misshandelt wurde, oder ist sie eine kalkulierende Psychopathin, die einfach mit ihrer Tat nicht fertig wurde.

„Blue Eyed Butcher“ ist eine verdammt dramatische und sehr gute gemachte Charakterstudie/Gerichtsthriller, der sich 8,5 von 10 absolut verdient hat.


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