Shark Night 3D (Filmkritik)

Sara (Sara Paxton) ladet ein paar ihrer Freunde in ihr Elternhaus ein, dass etwas abgelegen an einem wunderschönen See liegt. Die jungen Leute erwarten ein Wochenende mit viel Spass, Alkohol un Wassersport. Was sie aber bekommen, ist eine Ladung Angst, Terror und Tod. Mehrere Haie befinden sich nämlich aus unbekannten Gründen mitten in dem See und die Tierchen sind alle ziemlich hungrig. Passenderweise gehört Menschenfleisch dann auch noch zu ihren Lieblingsspeisen…

Shark Night 3D Bikini Girl Film

Begonnen hat Regisseur David R. Ellis seine Karriere als Stuntman, es folgten zahlreiche Arbeiten als Second Unit Director bis er 1996 mit „Ein tierisches Trio“ sein familienfreundliches Regiedebut gab. Von da an ging es blutig bzw. actionreich weiter. „Final Destination 2“ finde ich wirklich spitze, innerhalb der Reihe und auch als Horrorfilm an sich. „Cellular“ mit Chris Evans war spanned, „Snakes on a Plane“ echt unterhaltsam und „Asylum“ schön krank und gruselig. Mit „Final Destination 4“ lieferte Ellis dann nur eine mittelmäßige Arbeit ab, ein Instantprodukt zum sofort wieder Vergessen eben. Leider geht mit „Shark Night“ der Abwärtstrend des sonst sehr soliden Regisseurs weiter.

Der hier vorliegende Hauptfehler ist klar und so offensichtlich dämlich, dass man sich wirklich nur über die Produzenten ärgern kann. Hallo?!? Wir machen einen Horrorfilm über Menschen, die von mordlustigen Haien gefressen werden. Wir haben zahlreiche junge Menschen, mit wenig Kleidung an ihren schönen Körpern. Was kommt dabei heraus? Richtig, ein für die breite amerikanische Masse zugängliches zahnloses Filmchen, mit einem PG13 Rating. Hier stimmt die Gleichung einfach nicht, denn Anspruch kann ein Film mit diesem Grundthema nicht haben, wenn aber der Spaß dann auch noch auf der Strecke bleibt, dann hat gerade ein Tierhorrorstreifen ein echtes Problem.

Es hätte hier ja nicht gleich wie bei Alexandre Ajas „Piranha“ ablaufen müssen, mit herumfliegenden Körperteilen/Eingeweiden und zahlreichen nackten Damen, aber in diese Richtung hätte man zumindestens schielen sollen. Innovative „Hai tötet sein Opfer“- Szenen wären auch nett gewesen, serviert bekommt man aber aus dem See springende Haie, die ihre Beute von einem Steg oder einem Jetski herunterschnappen. Sieht zugegebenermaßen cool aus, doch wirkt dies gleichzeitig auch lächerlich und übertrieben. Von den Morden selbst bekommt man ja sowieso nicht viel zu sehen, entweder ist es zu dunkel, das Geschehen spielt sich von der Kamera nicht gezeigt unter Wasser ab oder das Bild wackelt zu sehr hin und her.

Die brutalste Szene im Film ist wohl die, als der „Quotenschwarze“ plötzlich ohne Arm dasteht. Als dann auch noch seine Freundin gefressen wird, folgt die wahrscheinlich dämlichste Sequenz im gesamten Film. Einarmig und mit einem Speer bewaffnet, watet der Kerl doch ehrlich mit dem Spruch „Ihr habt einen von uns genommen, jetzt hol ich mir einen von euch“ in den See hinein, um den Mörderhai seiner Geliebten für seine Taten büßen zu lassen. Das ist aber ein richtig harter Kerl und unglaublich männlich, so will ich auch mal unbedingt werden, wenn ich groß bin!

Das klare Highlight im Film ist Sara Paxton, die nach zwanzig Minuten den gesamten Rest des Filmes im Bikini herumlaufen darf. Schon bei „The Last House on the Left“ hatte sie diese grundsympathische Ausstrahlung, die auch sofort den Beschützerinstinkt in männlichen Kinobesuchern weckt. Sie spielt gut, punktet aber mehr mit ihrerm Aussehen, da in diesem Film keine Rolle wirklich fordernd ist. Dustin Milligan fiel mir nach „Repeaters“ wieder positiv auf, der wirkt unmittelbar und natürlich und passt somit perfekt in die Heldenrolle. Chris Carmack (Into the Blue 2) spielt schön schleimig und unberechenbar und auch im unterschiedlich guten restlichen Cast, fällt niemand negativ auf.

Die Beweggründe der menschlichen Bösewichte sind aus der Luft gegriffen, unglaubwürdig und inkonsequent in der Durchführung – ACHTUNG SPOILER: Ungefähre Erklärung eines Täters: „Leute wollen das sehen, wir filmen Haie beim Töten von Menschen, das bringt die große Kohle!“ – SPOILER ENDE. Jaja, so ein Blödsinn. Auch das Ende ist enttäuschend weil für den Genrefan nach den ersten Filmminuten vorhersehbar, zumindestens wer überleben wird weiß man ziemlich genau und auch wer sich als wirklich böse entpuppen wird, ist schnell durchschaut.

Was bleibt ist ein langweiliger Horrorfilm, mit wenig Blut, geringer Spannung und keinen neuen Ideen. Für mich als Seher, der Filme oft auch wegen den Darstellern ansieht, konnte „Shark Night“ dank Sara Paxton und Dustin Milligan dann doch einigermaßen unterhalten. Für Milligan gibt es sogar noch einen Extrapluspunkt, da im Schlussspann des Filmes ein echt lustiges Musikvideo auftaucht. Von ihm geschrieben, gefilmt und geschnitten, rappt dabei er gemeinsam mit allen Schauspielern den „Shark Bite“-Song. Das ist eine neue Idee (wohl durch Eigeninitiative des Darstellers entstanden) und macht Spaß, wäre nur der gesamte Film so ironisch inszeniert worden, dann wäre ein besserer Film dabei herausgekommen. P.S.: Auf den wie (fast) immer unnötigen 3D Effekt bin ich übrigens absichtlich nicht eingegangen, ich warte nämlich lieber, bis dieser Trend wieder vorübergeht.

Der Film „Shark Night 3D“ bekommt von mir 5/10 beliebige, innerhalb des Genres völlig mittelmäßige Empfehlungspunkte.


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