Repeaters (Filmkritik)

Kyle (Dustin Milligan), Sonia (Amanda Crew) und Michael (Richard de Klerk) haben sich in der Drogenentzugsklinik für Jugendliche angefreundet und halten daher fest zusammen, egal was passiert. Den drei Twens steht ein schwieriger Tag bevor, da sie diesmal ihren Ausgang dazu nützen müssen, um die Menschen zu besuchen, die unter ihrer Sucht am Meisten leiden mussten. Erwartungsgemäß trüb ist die Grundstimmung bei der Nachbesprechung der Tagesereignisse, da keiner der drei irgendetwas Positives erreichen konnte.

In der Nacht zieht ein kräftiges Gewitter auf, was zu einem plötzlichen Stromausfall führt. Sowohl Kyle, als auch Sonia und Michael bekommen bei dem anschließenden Versuch das Licht wieder einzuschalten, einen Stromschlag. Als sie am nächsten Tag erwachen, haben sie ständig seltsame Deja-vu-Erlebnisse bis sie erkennen, dass wieder derselbe Tag ist, den sie bereits gestern erlebt haben. Wie sind sie in diese Zeitschleife geraten und vor allem warum?

Repeaters

Regisseur Carl Bessai ist vor allem bekannt für seine Komödien „Mütter und Töchter“, „Väter und Söhne“ und „Schwestern und Brüder“, wo es klarerweise um Familien und deren Verhältnisse untereinander geht. Auch Drama und Horror hat Bessai bereits mit seinen Filmen gestreift, nun folgt mit „Repeaters“ sein erster Thriller, mit einigen Dramaelementen und gewürzt mit einem übernatürlichen Grundthema.

Wer nun glaubt, dass sich das Drehen einiger Filme, in denen die Charaktere wichtig sind, positiv auf die Liebesfähigkeit des Regisseurs für die eigenen Filmfiguren auswirkt, der hat zumindestens in diesem Fall völlig recht. Die drei Hauptpersonen wirken wie echte Menschen und gerade weil vom Drehbuch her nicht für jeden von ihnen ein Klischeegrund erfunden wird, warum sie nun zu Drogenabhängigen geworden sind, wirkt die ganze Geschichte um einiges authentischer. In Wirklichkeit geht es in diesem Film aber überhaupt nicht um Drogen, nur um deren Auswirkungen auf das soziale Umfeld der Süchtigen.

„Repeaters“ setzt sich im Prinzip aus zwei fließend miteinander verbundenen, mit zahlreichen unterschiedlichen Wörtern benennbaren Teilen zusammen: Verantwortung vs. Chaos, erwachsen handeln vs. infantile Verantwortungslosigkeit, echte Liebe vs. unmenschliche Gewalt. Was würdest du tun, wenn sich ein schicksalsträchtiger Tag für dich immer wiederholt? Glaubst du an Zufall, Schicksal, zweite Chancen? Willst du Gutes tun und den Selbstmörder retten oder ist das alles sinnlos, da am nächsten Tag (der ja wieder derselbe Tag ist) er sich wieder umbringen will und du ihm wieder helfen müsstest?

So geht es auch den drei Betroffenen, sie erkennen die Sinnlosigkeit ihrer Aktionen, da sie am nächsten Tag immer wieder bei Null anfangen. Sich endlos besaufen, Drogen nehmen, in Häuser einbrechen, Geschäfte überfallen. Alles sehr lustig und völlig ohne Konsequenzen. Als durch einen Unfall sogar klar wird, dass man nach dem eigenen Tod einfach am nächsten Tag wieder erwacht, scheint es keine Grenzen mehr zu geben. Diese gibt es aber eben doch, da man wie bei einem Computerspiel langsam aber sicher den Bezug zur Realität verliert und so seine eigene Menschlichkeit einbüßt.

Spätestens als Michael anfängt Leute umzubringen und ein junges Mädchen zu vergewaltigen, da ja am nächsten Tag eh all seine Taten gelöscht und vergessen sind, wird Kyle und Sonia klar, dass das sicher nicht der Grund für ihren speziellen Zustand sein kann. Sonia versucht daher doch mit ihrem todkranken Vater ins Reine zu kommen, der sie als Kind missbraucht hatte und Kyle traut sich endlich richtig mit seiner kleinen Schwester zu reden, die von ihm nichts mehr wissen will, da sie durch ihn große Schmerzen erdulden musste. Alles sinnlos sagt ihr nun? So denken auch die Beiden, doch irgendetwas muss doch noch eine Bedeutung haben, oder?

Die Auflösung werde ich euch natürlich hier nun nicht verraten doch wie man vielleicht bereits erkennen konnte, hat mir dieser kleine Thriller ziemlich gut gefallen. Die bereits in einigen Filmen und Serien bekannte Grundthematik wird hier effektiv und ohne jede Erklärung eingesetzt, die Optik ist einnehmend und die Spannungskurve dreht sich immer dann weiter wenn man gerade denkt, dass jetzt die Luft aus der Geschichte draußen ist.

Stark sind auch die Jungstars. Dustin Milligan (bald in Shark Night 3D zu sehen) als gebrochener und wütender junger Mann, der die geschwisterliche Liebe seiner Schwester zurückgewinnen will, funktioniert toll als Antiheld und Identifikationsfigur. Amanda Crew (Final Destination 3, Das Haus der Dämonen, Spritztour) ist nicht nur hübsch, sondern kann auch echt spielen. Schüchtern, sarkastisch und voller Berührungsängste, weckt sie sicherlich so manchen Beschützerinstinkt beim Betrachter. Richard de Klerk schließlich schwankt zwischen Verzweiflung, Irrsinn und Sadismus hin und her und überzeugt dabei auf ganzer Linie.

Insgesamt also ein sehr gut gemachtes und gespieltes Thrillerdrama, bei dem dem Zuseher die Figuren nicht egal sind und bei dem der übernatürliche Teil nur dazu da ist, die Abgründe der menschlichen Seele zu zeigen aber auch deren Fähigkeit, aus vergangenen Fehlern zu lernen.

Repeaters bekommt von mir 7,5/10 in der Wiederholung noch besser abschneidende Empfehlungspunkte.


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