Transit (Filmkritik)

Nate (Jim Caviezel) plant nach einem einenhalb jährigen Gefängnisaufenthalt einen Campingtrip mit seiner Frau und den beiden Söhnen, damit die Familie nach der langen Zeit wieder näher zusammenwächst. Was aber eindeutig gegen einen ruhigen Ausflug spricht ist die Tatsache, dass Marek (James Frain), Freundin Arielle (Diora Baird) und ihre beiden Partner einen Geldtransporter überfallen haben und die Beute mitten unter dem Gepäck von Nate´s Familie versteckt haben, um selber ungehindert die Polizeikontrollen passieren zu können. Kann Nate seine Frau und die Kinder vor der Gefahr schützen oder werden sie zu Kollateralschäden bei der Geldwiederbeschaffungsaktion der Gangster?

Transit Film

Die „After Dark Films“ Produktionsfirma startete im Jahre 2006 mit ihrem „After Dark Horrorfest“ und den dazugehörigen „8 Films to die for“. Im Jänner 2012 nun startete in Amerika die „After Dark Action“ Reihe, die sich auf kleine und mehr oder weniger feine Low Budget Actionfilme konzentriert. „Transit“ ist der erste dieser Reihe, der es auch in den deutschsprachigen Raum geschafft hat. Man darf gespannt sein wie es weiter geht, immerhin folgen Filme mit Actionstars wie Scott Adkins, Dolph Lundgren und Jean Claude van Damme.

„Transit“ ist ein kleines schmutziges Actionroadmovie geworden, nicht mehr aber auch nicht weniger. Interessant ist hier auch, dass die Figurenzeichnung bzw. Charakterentwicklung nicht völlig vernachlässigt wird, sondern zu einem großen Teil zur Spannung beiträgt. Innerhalb der „positiven Vier“ – Vater, Mutter, zwei Söhne – herrscht Misstrauen, vor allem der ältere Sohn und die Ehefrau trauen ihrem Vater/Ehemann nicht mehr ganz über den Weg und trauen ihm sofort zu, bei nächster Gelegenheit wieder eine Dummheit zu begehen, die ihn schnell zurück ins Gefängnis bringen könnte.

Jim Caviezel (Person of Interest) wächst dabei gekonnt über sich hinaus, ihm glaubt man sofort, dass er auch in Stresssituationen einen kühlen Kopf bewahrt und für seine Familie im Notfall auch töten würde. Zwischen ihm und Filmfrau Elisabeth Röhm stimmt die Chemie, genau wie mit dem von Sterling Knight gespielten älteren Sohn, der vor allem gegen Ende zeigen kann, was er drauf hat. Jake Cherry bekommt da als jüngeres Kind weit weniger zu tun, aber wie ich schon bei meiner „The Son of No One“ Kritik erwähnt habe, aus dem kleinen Kerl wird mal ein ganz großer Schauspieler.

Bei den „negativen Vier“ sorgen Rivalitäten rund um die „wer ist hier der Boss“- Frage für Konflikte doch James Frain (Tron: Legacy) beweist schließlich souverän, dass er das Zeug zum charismatischen, unberechenbaren Bösewicht einfach in sich hat. Diora Baird (Night of the Demons) sieht wie immer gut aus und wie immer macht sie leider nicht viel mehr als das. Harold Perrineau (Seeking Justice) ist der klar unsympathischte der Truppe, was er sichtlich zu geniessen scheint. Ryan Donowho (Altitude) dafür scheint mit der Gesamtsituation etwas überfordert, der steht nicht auf Gewalt, der will nur sein Geld und dann schnell wieder abhauen.

Wenn diese Charaktere aufeinander treffen dann entstehen einige Actionsequenzen, die mit schnellen Schnitten und unglaublich pushender Musik unterlegt werden, sodass die Spannungskurve unweigerlich in die Höhe schnellt. Diese Szenen bleiben dabei aber angenehmerweise übersichtlich und dauern nie zu lange, was sie im Endeffekt aus meier Erfahrung wieder lanweilig machen würde. Die gezeigte Gewalt hält sich in Grenzen, passend zur Handlung eskaliert die Situation aber noch ein Stück weit zum Finale hin.

Was man bekommt ist also ein leicht überdurchschnittlicher und gekonnt gemachter Geldraub-Verfolgungs-Survivalfilm, bei dem die Action pumpend und überfallsartig daherstürmt und es am Ende nur einen bzw. vier Sieger geben kann. Wer das ist? Nun was glaubt ihr, ist die Ehre zwischen verzweifelten Gangstern oder der Zusammenhalt einer gebeutelten Familie das leichter bzw. stärker zu trennende Band?

Transit bekommt von mir 6/10 den Wert von Geld gegen den von Familie antreten lassende Empfehlungspunkte.


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