Charlies Angels 2011 (Serienkritik)

Die drei Engel Abby (Rachael Taylor), Kate (Annie Ilonzeh) und Gloria (Nadine Velazquez) hatten gerade wieder einen Fall abgeschlossen und ein junges Mädchen aus den Händen von Menschenhändlern gerettet, als sich diese rächen und Gloria mit einer Autobombe töten. In ihrem nächsten Fall (und dem „ersten“ der Serie) versuchen die übrigen Engel herauszufinden, was hinter dem Tod ihrer Kollegin steckt, um den Verantwortlichen hinter Gitter zu bringen. Dabei hilft ihnen Eva (Minka Kelly), Glorias beste Freundin aus Kindertagen.

Charlies-Angels-2011

Nach einer Serie mit 5 Staffeln und immerhin 115 Folgen sowie 2 Kinofilmen sind sie wieder da: Charlie’s Angels. Die Frage, die sich natürlich stellt ist die, ob die Zeit für eine Neuauflage denn schon gekommen ist – und wenn ja, ob das bereits bewährte Format im neuen Gewand auch in der Jetzt-Zeit funktionieren kann. In Zentrum der Geschichte stehen natürlich wieder drei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, und von denen jede eine bunte Vergangenheit hat.

Da wäre Abby die Meisterdiebin, Kate die sich als korrupte Polizistin bestechen hat lassen und Eva, die eine Schwäche für schnelle Autos hat. Alle haben sie eine zweite Chance erhalten und arbeiten in der Townsend Agency für eine Stimme aus einer Box, die auf den Namen Charlie hört – soweit dürfte alles bekannt sein. In der neuen Adaption des Stoffes darf natürlich einer wieder nicht fehlen: Bosley. Der besticht überraschender Weise nicht nur durch sein Talent am Computer sondern darf diesmal auch mit dabei sein wenn es heiß her geht.

Auch wenn die ersten Minuten eine ungefähre Vorstellung ermöglichen wie die „Engel“ zur Agency gekommen sind, ist es dennoch schade, dass (vermutlich zugunsten eines direkten actionreichen Einstiegs) man sich dazu nicht mehr Zeit genommen hat. Ob dieser Punkt irgendwann einmal nachgeholt wird, wird sich erst zeigen müssen – ich hoffe es jedenfalls. Die restliche Zeit wird vor allem die Action groß geschrieben.

Da explodiert etwas, dort wird geschossen – eigentlich ist immer etwas los und es dürfte nie langweilig werden. Dass die Mädels öfters ihre heißen Outfits wechseln als auf einer Mailänder Modenschau, dürfte den männlichen heterosexuellen Zuschauer nur wenig stören. Dennoch hat man das Gefühl, als würde etwas fehlen bzw. das gesamte Konzept etwas unrund wirken. Da wäre zum Beispiel die Tatsache, dass der Realismus der Story nicht unbedingt eine Stärke der Serie zu sein scheint.

Das muss auch nicht unbedingt sein, wenn es wie in der Pilotfolge um Menschenhandel geht, jedoch sollte das Konzept diesbezüglich einen gewissen Anspruch haben. Wenn die Engel ohne die sonst üblich gut choreografierten Kämpfe Männern, die – um es nett auszudrücken, gefährlich aussehen – den Hintern aufreißen, will das einfach nicht funktionieren. Dass der technische Realismus („ich knacke einen biometrisch gesicherten Safe in 30 Sekunden“) leider auch nicht weit hergeholt ist, ist da noch am ehesten verkraftbar.

Im Wesentlichen scheint es, als müsse sich die Serie um mehr als nur eine Eintagsfliege zu sein entscheiden, was genau sie will. Gewisse Ansätze sind gut, während es vielleicht nicht schlecht wäre, hier oder dort in den kommenden Folgen nachzubessern (z.B. bei den etwas stumpfsinnigen Dialogen). Interessanterweise wurde gleich in der ersten Folge geklärt, warum Charlie seine Frauen „Engel“ nennt: …weil sie da sind, wenn man sie am wenigsten erwartet, aber am meisten braucht.

Der Start von Charlie’s Angels (2011) bekommt von mir 6/10 Empfehlungspunkte.

Charlies Angels 2011


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