The Broken (Filmkritik)

Gina (Lena Headey) führt ein ruhiges Leben. Sie hat einen guten Job in einem Krankenhaus als Radiologin, ihr Freund Stefan ist ein angesehener Architekt und das Verhältnis zu ihrer Familie ist sehr gut. Eines Tages sieht Gina eine Frau in einem Auto vorbeifahren, die genauso wie sie aussieht. Sie verfolgt die unbekannte Dame in ihr Apartment und trifft dort auf sie. Irritiert eilt sie danch zu ihrem Auto und baut durch ihre Unaufmerksamkeit einen schweren Unfall. Gina überlebt mit schweren Verletzungen.

Körperlich ist bald wieder alles in Ordnung, doch sie kann sich an die Einzelheiten des Unfalls nicht mehr erinnern. Ihr Zustand wird zunehmend paranoid als sie beginnt zu beobachten, dass Stefan nicht mehr Stefan ist, sondern eine andere Person sein muss, die seine Gestalt angenommen hat. Alles begann kurz vor ihrem Autounfall und daher setzt Gina alles daran sich wieder zu erinnern. Verliert sie langsam den Verstand oder geht es in ihrem Leben wirklich nicht mehr mit rechten Dingen zu?

The Broken Film Lena Headey

Neben dem von mir schon bewerteten Butterfly Effect 3 ist The Broken ein weiterer Film der acht Teilnehmer des diesjährigen After Dark Filmfestivals. Ein Jahr zuvor lief dieser Film sogar auf dem Sundance Filmfestival, er war also von den Grundvoraussetzungen auf jeden Fall einen Blick wert für mich.

Der ganze Film hat einen sehr unterkühlten Stil, ich habe London selten so emotionlos und in so wenigen Farben erlebt. Dass dies eine europäische Produktion ist unterstützt für mich diese Eindrücke, als amerikanischer Film würde alles viel bunter und knalliger daherkommen. Die Erzählweise bzw. Bildsprache des Filmes ist eine sehr langsame, Spannung wird meistens nur durch die Musik bzw. Dinge, die man eben gerade nicht sieht, erzeugt. Die Fantasie des Zusehers wird dabei ständig angeregt, da man erst relativ spät im Verlaufe des Films erfährt, ob alles was man sieht nur in Gina´s Kopf ist oder der Wirklichkeit entspricht. Die langen, seltsamen Blicke einiger Protagonisten in den Spiegel und die teilweise plötzlich zerbrechenden Spiegel sind dabei eines der optisch stärksten Spannungselemente.

Eine gewisse Gutgläubigkeit bzw. Toleranz vom Zuseher wird dabei jedoch eindeutig verlangt, da die nach dem Schlussgag offenbarte ganze Geschichte durch ihre furchtbar ernste Darstellung auch etwas leicht lächerliches hat. Ein geringes Budget gut aussehen lassen? Das schafft The Broken auf jeden Fall. Wenn man aber als einen der optischen Highlights einen Autounfall in Zeitlupe zeigt, der wirklich klasse aussieht, warum zeigt man dann in Gina´s Erinnerungsstückchen diesselbe Szene aus einer anderen Perspektive, in der man ganz genau erkennt, dass nur ein Dummie am Steuer gesessen hat?

Wenn der Film mehr subtil für Spannung sorgen will warum wirkt dann die Musik teilweise doch etwas zu auf die Schockeffekt hingetrimmt? Hier wirkt die ganze Geschichte etwas unentschlossen, so als wollte man zu viele verschiedene Menschen mit dem Endprodukt auf einmal zufriedenstellen. Die Grundhandlung würde ja theoretisch Stoff liefern für einen weiteren Film, aber hier wird ja anscheinend nur der Anfang der Story anhand eines Einzelschicksals erzählt (obwohl ich nicht glaube, dass weitere Filme im SInne des Regisseurs waren).

Lena Headey, an deren Bilschirmpräsenz ich spätestens seit 300 bzw. der Sarah Connor Chronicles Serie nicht mehr zweifle, macht als Leading Lady einen perfekten Job.
Ihren Schmerz, ihre Zerbrechlichkeit und Trauer, all das kann man deutlich spüren und es kommt sehr authentisch rüber. Sie ist einer der Hauptgründe, warum man diesen Film trotz einiger Längen doch gerne bis zum Ende sehen will. Hoffe sie bekommt in Zukunft mehr Hauptrollen angeboten.

Insgesamt also ein etwas unausgeglichener Film, der sich nicht ganz für eine Linie entscheiden kann, und dessen eigentlich möglicherweise die ganze Welt betreffende Handlung etwas untergeht, da sie an Hand einer einzelnen Person (und ihrer Angehörigen) abgehandelt wird.

The Broken bekommt von mir 6/10 zerbrechliche Empfehlungspunkte.


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