Autopsy (Filmkritik)

Emily (Jessica Lowndes) feiert mit ihren vier Freunden eine wilde Party auf dem Mardi Gras Fest in Louisiana. Auf der Heimreise haben die leicht angeheiterten Jugendlichen einen Autounfall, in den auch ein Mann verwickelt ist, der ein Krankenhaushemd trägt.
Zum Glück fährt kurz darauf ein Krankenwagen vorbei und die beiden Fahrer geben an, den unter Drogen stehenden Patienten schon überall gesucht zu haben. Die fünf Freunde werden daraufhin von den Pflegern aufgefordert sich für eine nach dem Unfall wichtige Routineuntersuchung ebenfalls ins Spital zu begeben. Im von Doktor David Benway (Robert Patrick) geleiteten Mercy Hospital erleben die jungen Leute jedoch die schlimmste ärztliche Behandlung ihres Lebens. Doktor Benway´s Frau ist nämlich sterbenskrank und um sie mit seinen unorthodoxen Methoden zu retten, entnimmt der liebe Doktor auch gerne Organe von noch lebenden Menschen. Für Emily und ihre Freunde beginnt eine Nacht voller tödlicher „Routineuntersuchungen“.

Autopsy

Dies ist der dritte Film vom After Dark Filmfestival und bis jetzt der mit Abstand blutigste.
Der als Schauspieler und Drehbuchautor arbeitende Regisseur Adam Gierasch liefert mit Autopsy seinen irren Debutfilm ab, der trotz seiner zahlreichen ekligen Szenen die meiste Zeit richtig gut zu unterhalten weiß und auf seine eigene kranke Art und weise Spass macht.

Am Anfang wird man sofort in die Handlung hineingesaugt, während des Vorspanns werden mittels Fotos bzw. eingefrorenen Bildern und Steadycamshots die jungen Hauptcharaktere auf der Party eingeführt, der Film selbst beginnt dann sofort mit dem Unfall.  Es wird also keine Zeit verloren um die Handlung ins Spital zu verlagern, wo es nach kurzer Atempause und der damit verbundenen Trennung (ja hier meine ich noch örtlich nicht körperlich) der potentiellen Organlieferanten sofort mit dem blutigen Treiben losgehen kann.

Optisch gibt es hier nichts auszusetzen, lange dunkle Krankenhausflure, blutige Operationstische und durch das draußen tobende Gewitter (war ja klar, welches Wetter sorgt sonst so schön für zusätzliche Spannung) erzeugte Lichteffekte bestimmen die Grundatmosphäre des Films. Sehr gut gefallen haben mir einige Kameratricks wie die „pulsierende“ Sichtweise eines Opfers im Moment des Schocks. Auch die nicht zu inflationär eingesetzten schnellen Schnitte mit den damit verbundenen Schreckmomenten sorgen für Stimmung und treiben die Handlung weiter voran.

Die Effekte sehen sehr realistisch aus, man sollte aber schon einen stärkeren Magen haben wenn man diese Autopsy zu Ende sehen will. Es gibt z.b. einen Patienten, dessen sämtliche Organe entnommen wurden und über ihn hängend platziert wurden, wo sie von einer Maschine weiterhin angetrieben werden. Ein anderer, ziemlich zerschnittener Kerl stösst auf seiner Flucht mit einer Frau zusammen und landet auf ihr. Durch seine Wunden und ihren wilden Fluchtversuch bedingt entschliesst sich seine Haut schließlich aufzuplatzen und er verteilt alle seine Organe über sie.

Bei den Schauspielern sind eigentlich nur zwei erwähnenswert, Jessica Lowndes und Robert Patrick. Jessica´s Figur der Emily hat man zwar schnell als „Mädchen, dass als letzte überleben wird“ identifiziert, ihr beim Überlebenskampf zuzusehen und wie sie schließlich zurückschlägt und dabei selber etwas irre wirkt, das gehört für mich zu den besten Leistungen in Horrorfilmen, die ich in letzter Zeit von Jungstars erlebt habe.
Noch mindestens einen Pluspunkt bekommt sie dafür, dass sie trotz eines blutig angebohrten Kopfes und eines mit ihrem eigenen Erbrochenen verschmierten T- Shirt noch immer gut aussieht, und dies auf eine wirklich natürliche Art. Ich hoffe sie bald wieder in egal welcher Rolle bewundern zu dürfen. Robert Patrick (ihn muss man seit seiner Terminatorrolle einfach cool finden) spielt seine ihn nicht besonders fordernde Rolle mit eiskalter Amoralität, als Bösewicht ohne Skrupel und ohne Rücksicht auf Verluste funktioniert er hier wieder einmal hervorragend.

Insgesamt also ein schneller, blutiger kleiner Bastard von einem Film, der eindeutig zu den besseren Funhorrorwerken der letzten Zeit zählt. Achja, für die Logikfreunde unter euch: es gibt zwar eindeutig schlimmere – die Logik völlig ignorierende Werke – doch auch hier findet man genug wenn man das so will, aber ich persönlich will das ja schon lange nicht mehr.

Autopsy bekommt von mir 7,5/10 aufschneidende Empfehlungspunkte.


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