Altitude (Filmkritik)

Sara (Jessica Lowndes) nutzt zum ersten Mal mit mehreren Passagieren ihren frisch erworbenen Pilotenschein. Ihr Freund, die beste Freundin Mel (Julianna Guill) und zwei Kumpels sind in einem gemieteten Privatjet mit an Bord, um so schnell wie möglich zu einem angesagten Konzert zu gelangen. Die Reise beginnt ohne große Probleme, doch unerwartet taucht eine Schlechtwetterfront in Form einer riesigen Wolke auf, die den kleinen Jet erwischen wird, falls nicht schnell ein Ausweichmanöver eingeleitet wird.

Die Wolke ist jedoch leider zu schnell und groß was dazu führt, dass das Flugzeug völlig verschluckt wird und die Sicht gleich Null ist. Die technischen Geräte spielen plötzlich verrückt und die Steuerung blockiert. Blind und ohne unmittelbare Fluchtmöglichkeit müssen die fünf jungen Leute einen Weg aus der schwerelosen Dunkelheit finden, bevor der Maschine der Sprit ausgeht. Zu allem Überfluss scheinen sie hier oben nicht alleine zu sein. Unheimliche Geräusche lassen darauf schliessen, daß sich innerhalb der Wolke irgendeine Art von Tier befindet und es hat nichts Gutes im Sinne.

Altitude

Altitude heißt auf Deutsch soviel wie Flughöhe oder Höhenlage und ist der erste abendfüllende Spielfilm des preisgekrönten Künstlers und Filmemachers Kaare Andrews. Neben Zeichnungen für Comics wie Spiderman oder Hulk und Fotografien für angesagte Magazine, waren seine Musikvideos für Bands wie Tegan and Sara und seine Kurzfilme bei Kritikern und Publikum ein voller Erfolg. Dies war mit auch einer der Gründe, warum ich den Film trotz anfänglicher Skepsis gerne sehen wollte.

Die erste Frage die sich in meinem Kopf formte nach Sichtung des Trailers war nämlich: „Kann so etwas überhaupt funktionieren bzw. kann das denn in irgendeiner Weise spannend sein“? Erfreulicherweise ist Altitude für mich ein voller Erfolg und somit eine rein positive Überraschung geworden. Gleich zu Beginn sorgt ein Flashback für das nötige Adrenalin, nach weiteren zehn Minuten geht die Haupthandlung dann schon ab in die Luft. Nach einer halben Stunde Filmzeit, findet doch wirklich fast der gesamte Rest der Story in der scheinbar undurchdringbaren Wolke statt.

Der Einbruch des Übernatürlichen beginnt plötzlich und unerwartet, Erklärungen gibt es zunächst keine. Somit tappt der Zuschauer genau wie die fünf Passagiere im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln, was ihre derzeitige Lage und ihr weiteres Schicksal betrifft. Für Freunde von Filmen mit aussichtsloser Lage ist sowas natürlich ein Hochgenuss, Fans von Monsterhorror oder brutal/blutigen Szenen, werden hier jedoch nur wenig bis gar nicht bedient. Erstaunlicherweise ist dies eben ein von den Personen getragener Film, der sich auf sein kluges Drehbuch verlasst und dies ohne zu schwächeln umsetzt.

Abgesehen von kleineren Patzern bei den CGI Effekten, sieht Altitude dank seiner eigenständigen Optik teilweise atemberaubend aus, was vor allem an den herrlich gefilmten Flugsequenzen innerhalb der Wolke liegt. Man merkt dem gesamten Film die ziemlich stark ausgeprägte, visuelle Ader des Regisseurs deutlich an, was eine echt gute Sache ist. Das Mysteriegefühl einer Folge der guten alten Twilight-Zone Serie wurde so auf spielerische Art authentisch eingefangen.

Jessica Lowndes kann nach ihrem Horrorfilm „Autopsy“ bei mir ja sowieso nichts mehr falsch machen. Sie sieht einfach toll aus und kann trotzdem auch richtig klasse schauspielern. Ich fand sie damals schon großartig und das ist sie auch heute noch. Ihre Figur Sara ist daher natürlich auch mein Lieblingscharakter im Film, wobei sie erfreulicherweise nicht als strahlende Heldin dargestellt wird, sondern durchaus auch ihre Schwächen und emotionale Tiefen hat, auf die im Filmverlauf weiter eingegangen wird. Bis auf den von Landon Liboiron dargestellten Freund von Sara namens Bruce, sind die restlichen drei Menschen im Flieger eigentlich nur dazu da, um für Drive und Dramatik zu sorgen, am Besten mit ihren Todesszenen natürlich.

Was den ganzen Film für mich dann neben all den oben genannten Dingen aus dem Einheitsbrei und eindeutig über den Durchsschnitt gehoben hat ist die Tatsache, daß mir die Auflösung und das Ende der Geschichte echt gut gefallen hat. Fäden laufen zusammen, der Kreis schließt sich, wiederbelebte Hoffnung und Neuanfang inklusive. So mag ich das! Insgesamt also ein toll gespieltes, atmosphärisch einzigartig dichtes, effektiv und optisch ansprechend inszeniertes Kammerspiel sozusagen.

Altitude bekommt von mir 8/10 in den Wolken, die grenzenlose Freiheit suchende Empfehlungspunkte.


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