Undead or Alive (Filmkritik)

Der von der Armee desertierte Außenseiter Elmer (James Denton) trifft in einer kleinen Stadt auf den Möchtegerncowboy Luke (Chris Kattan). Nach einem kleinen Missverständnis landen beide im Gefängnis des korrupten Sheriffs der Stadt.
Die beiden finden schnell eine Möglichkeit auszubrechen und verschwinden mit dem ergaunerten Geld des Sheriffs Claypool aus der Gegend. Auf ihrer Reise treffen Elmer und Luke auf die Apachin Sue (Navi Rawat), die die Nichte des grossen Geronimo ist und als Vergeltung für dessen Tod, so viele weisse Soldaten wie möglich umbringen will.
Elmer willigt ein ihr den Weg zum Fort der Armee zu zeigen, doch bald kommen ungewöhnliche Probleme auf die schräge Dreiergruppe zu. Geronimo hat vor seinem Tod den sogenannten „White Mans Curse“ ausgesprochen, und nun erwacht jeder weisse Mann der stirbt wieder zum Leben. Daher sind der Sheriff und seine Leute mittlerweile auch nicht mehr nur hinter dem gestohlenen Geld her, sie wollen auch das Fleisch von Elmer, Luke und Sue fressen, um ihren Hunger zu stillen.

Undead or Alive Film

Regisseur Glasgow Phillips ist vor allem als Drehbuchschreiber für die South Park Serie bekannt geworden. Er war also genau der richtige Mann für eine Zombiekomödie, die als Draufgabe auch noch in der Zeit des wilden Westens spielt.

Undead or Alive ist purer Nonsense Spass, für einen lustigen Abend mit ein paar Freunden eignet er sich also perfekt. Der Humor ist schön schräg und schwarz, etwa wenn ein Zombievater – der zuvor seine Frau und seine Tochter getötet hat – sie wieder aus ihren Gräbern ausbuddelt, die Tochter darauf „Wir haben dich vermisst, Daddy!“ sagt, und die Familie dann Hand in Hand und inklusive Zombiehund in den Sonnenuntergang schwankt.
Richtige Spannung kommt bei all den Blödelein und skurrilen Momenten natürlich weniger auf, der Film soll aber in erster Linie gut unterhalten und das schafft er trotzdem.

James Denton, den ich noch ganz gut als schmierigen Mister Lyle aus der Pretender Serie in Erinnerung habe, spielt seine Rolle des coolen Antihelden souverän und kann die Sympathien des Zusehers schnell auf seine Seite ziehen. Chris Kattan kann mit seiner Brachialkomik echt anstrengend werden, doch hier halten sich seine mimischen Entgleisungen in Grenzen und er schafft es einen passenden, als Cowboy völlig ungeeigneten Gegenpart zu Denton´s Figur des Elmer zu liefern. Navi Rawat, die „Heldin“ aus dem Film Feast darf hier richtig schlagfertig sein und lässig, sie ist eigentlich der einzige wirkliche „Mann“ in der Gruppe der drei Sonderlinge.

Die überzeichnete Gewalt wirkt nie selbstverherrlichend sondern meistens muss man sogar lachen, wenn Köpfe durch die Gegend gekickt werden oder Zombies auch nach dem dritten Kopfschuss wieder aufstehen und so tun als wäre nix passiert. Die blutigen Effekte wirken dabei ganz echt, teilweise absichtliche Übetreibungen ausgenommen. Nur eine grosse Explosion gegen Ende des Filmes sieht wirklich billig aus und stammt eindeutig aus dem Computer.

Insgesamt ein witziger Film mit tollpatschigen Zombies, hohen Blutfontänen und drei Hauptdarstelleren, die ihre mehr oder weniger launischen „zur falschen Zeit am falschen Ort“ Gesichter über den ganzen Film lang mit coolen Sprüchen und „geistreichen“ Sprüchen kommentieren.

Am Ende noch ein kleines Zitat des weniger freundlichen Sheriffs.
Claypool: „You say another word and I’m gonna shoot that jaw clean off your face. Then I’m gonna take a shit in your chin hole“.

Undead or Alive bekommt von mir 7/10 wild um sich schiessende Empfehlungspunkte.


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