Jason (Wagner Moura) ist gerade Fischen, als unerwartet und von keiner Wetterstation angekündigt, riesige Regenwolken aufziehen. Er fährt sofort in seinen Vorort von Seattle nach Hause, wo ihn seine Frau Ann (Greta Lee), die beiden Kinder und der Hund bereits erwarten.
Als sie trotz des schlechten Wetters das Haus noch einmal verlassen wollen, bemerken sie, dass sie das nicht mehr können. Der Regen hat einen speziellen Film um das Gebäude gezogen, ein Entkommen scheint völlig unmöglich zu sein und ihr Haus ist nicht das einzige, das davon betroffen ist…

Der neue Film des französischen Regisseurs Louis Leterrier (Die Unfassbaren) läuft seit Mitte August 2026 auf Netflix. Ich wurde auf ihn aufmerksam, weil sich zahlreiche Kritiker darauf eingeschossen haben, dass dies ein ganz furchtbares Filmerlebnis ist. So schlimm aber kann es doch gar nicht sein, oder?
Ist es zumindest für mich auch nicht (die Leute kennen scheinbar einfach zu wenig richtig schlechte Filme). Zunächst mal erinnert das Setting an eine gewisse Pandemie, die ein Großteil der Menschheit, schon wieder verdrängt hat. Wie getrennt sind wir als moderne Gesellschaft von der Natur und gegenseitig als Menschen/Familie?
Ohne Internet und später auch Strom, müssen sich die Menschen zurück besinnen auf praktische Dinge und ihr Umfeld muss so effektiv wie möglich genutzt werden. Eine heile (kein Sarkasmus) Familie in den Mittelpunkt zu stellen, finde ich dabei für das moderne Hollywood, fast schon wieder erfrischend.
Der Ton die erste Stunde über ist erstaunlich leicht und verspielt, dafür verfehlen spätere dramatische Ereignisse, nicht ihre Wirkung. Die Dynamiken – Vater, Mutter, Kind – sind bekannt und realistisch gestaltet und den Geist, in unsichern Zeiten niemals aufgeben zu wollen, hat schon was inspirierendes an sich.
Die Botschaft ist dabei eine sehr simple. Die Menschen sind der Feind der Erde, sie zerstören und nehmen sich zu viel, irgendwann musste die Natur ja zurück schlagen. Eine mögliche Lösung wird nicht durch einen gewalttätigen Konflikt herbei geführt, sondern nur durch Gnade/Barmherzigkeit ist ein Coextistieren möglich.
Was ich aber auch gespürt habe: wenn man nicht ins Geschehen eintauchen kann, dann wirkt die erste Hälfte des Filmes eher langatmig (da passiert nicht wirklich was), dann gibt es kurze aquatische Monster-Action-Passagen und das Ende soll zwar einen Neustart andeuten, wirkt jedoch völlig offen und unbefriedigend.
Dass der Film für mich zur einmaligen Sichtung funktioniert hat, liegt sicherlich auch an den Darstellern. Greta Lee (Tron: Ares) und Wagner Moura (Civil War) als Eltern sind dabei das Herz des Filmes und von liebevoll verspielt bis manisch und kurz vor dem Nervenzusammenbruch, nimmt dich ihr Spiel gekonnt mit auf die Reise.
In Summe daher ein typischer Streaming-Film (ich weiß, das ist kein Kompliment, soll es auch nicht sein), von denen es die gibt, die aus der Masse heraus stechen, jedoch auch viel schlimmere als diesen Film. Sich gegenseitig wieder mehr wahrzunehmen, sein Zu Hause neu zu entdecken und nicht mehr zu nehmen, als man wirklich braucht sind dabei Sachen, die ich mir gedanklich mitgenommen habe.
„The Last House“ bekommt von mir 6/10 mit Köpfchen, Gefühl und Zusammenhalt das Überleben sichernde Empfehlungspunkte.

