Ready or Not 2: Here I Come (Filmkritik)

Grace MacCaullay (Samara Weaving) hat es geschafft, sie hat die Nacht überlebt, was dafür wiederum ihren Jägern – der Familie ihres frisch angetrauten Mannes und ihm selbst – das Leben gekostet hat. Im Spital wird sie von ihrer Schwester Faith (Kathryn Newton) besucht, mit der sie sich vor Jahren zerstritten hat.

Das soll aber nicht die einzige Überraschung bleiben, denn neben einem Cop, der sie wegen Mord anklagen will, sind scheinbar weiterhin Menschen hinter ihr her. Als die beiden Schwestern betäubt werden und gefesselt wieder erwachen, erklärt ihnen der Anwalt (Elijah Wood), dass durch ihren Sieg ein neues Spiel gestartet wurde…

Man könnte es durchaus als das Finale der Trilogie der explodierenden Körper bezeichnen. Wie ich auf drei Filme bei zwei Teilen komme? Ganz einfach, wenn man neben dem ersten Ready or Not aus dem Jahr 2019 auch Abigail von 2024 hinzu nimmt, bei dem Matt Bettinell-Olpin und Tyler Gillett ebenfalls die Regie über hatten, ist diese Sichtweise ganz einfach.

Nein, so haben die Filme nichts miteinander zu tun, außer dass in der Fortsetzung nun Scream Queen Samara Weaving (Borderline), auf Scream Princess Kathryn Newton (Freaky) trifft, die auch in Abigail mit dabei war (ihr dortiger Co-Star Kevin Durand hat in hier übrigens auch einen Cameo-Auftritt).

Der Film beginnt dabei wirklich exakt nach dem Ende des Erstlings und bietet in Summe auch genau das, was man von zweiten Teilen erwartet, eben das selbe plus irgendwie mehr davon. Das bekommt man auch, jedoch hat sich der Schwerpunkt was das Genre betrifft, hier etwas verschoben.

Das ist jetzt natürlich bezogen auf Menschen, die Horror-Fans sind und bei denen explodierende Körper, längst zum Alltag gehören. Dies ist eine Buddy-Komödie, die auf blutige Situationskomik gemixt mit bissigen Dialogen zwischen den beiden Schwestern setzt und der Horror sich rein auf die Menschenjagd-Ebene bezieht.

So etwas wie Suspense ist dabei unnötig und Angst um die beiden Damen hat man auch nicht, ist doch klar, dass die nicht sterben werden (und nicht falsch verstehen, das will man auch nicht). Dabei finde ich zwar die beiden Charaktere witzig, doch vor allem hatte ich hier Spaß an der Kombination Weaving/Newton als Darsteller, als an ihren Figuren.

Ihre Gegner sind entweder dämlich oder abstossend (oder beides) aber Elijah Wood (Come to Daddy) als „Anwalt des Teufels“ macht mit seiner bedrohlichen Ruhe und Niemanden bevorzugenden Art und Weise – haltet euch brav an die Regeln! – alles richtig und bleibt so positiv im Gedächtnis.

Die Jagd durch Wälder und alte Gebäude gipfelt dann gewohnt in einer Flut von sehr befriedigenden Blutfontänen und der Gewissheit, dass hier alle Beteiligten sehr offensichtlich eine Menge Spaß hatten. Und ja, die überträgt sich auch auf den Zuschauer. Auf Grund des humorigen Untertons und des „Final Girls-Sicherheitsnetzes“, spürt man die high stakes in Summe dabei nicht wirklich.

Teil 1 hat sich frischer angefühlt und er war spannender, dafür macht Teil 2 mehr Spaß und die Riege an tollen Darstellern ist noch größer. Mit dem ähnlich angelegten und gerade erschienenen They Will Kill You, kann die Fortsetzung weder auf den Irrsinn noch auf die Choreographie bezogen, ebenso nicht mithalten. Perfekt funktioniert der Film aber als Double Feature mit dem Erstling, denn hier geht die Party dann erst richtig los.

„Ready or Not 2“ bekommt von mir 7,5/10 dem Schwestern Tag-Team vs den reichen Satanisten permanent zujubelnde Empfehlungspunkte.


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