Asia Reaves (Zazie Beetz) bewirbt sich in einem elitären, sehr altem Hochhaus als Hausmädchen. Managerin Lily (Patricia Arquette) übernimmt die Führung durch das Gebäude und sofort fallen Asia die zahlreichen Schlösser an den Türen auf.
Nachdem sie sich am Abend schlafen gelegt hat, brechen plötzlich gleich mehrere verhüllte Gestalten in ihr Zimmer ein und wollen sie mit Gewalt entführen. Doch sie haben nicht damit gerechnet, dass Asia ebenfalls ein paar Tricks auf Lager hat…

Es gibt ja (zum Glück) immer noch so Trailer, da weiß man nach der Erstsichtung genau, den Film will ich sehen. So ging es mir bei dem neuesten Film des Russen Kirill Sokolov (No Looking Back), der neben der Regie auch das Drehbuch mitgeschrieben hat. Was jedoch so ganz nebenbei auffällt, sind die Ähnlichkeiten zu der fast zeitgleich startenden Fortsetzung von Ready or Not (dazu aber bald mehr).
Es folgen Spoiler. Ich werde euch den Film gleich mal so beschreiben, dass ihr euch auskennt. Laut Interview war eine der Regieanweisungen an die Darsteller, nicht zu übertreiben, damit das Endergebnis niemals lächerlich wirkt. Das münzt ihr nun um auf einen Film, bei dem ein Auge samt Sehnerv die Verfolgung seiner potentiellen Opfer aufnimmt und ein besessener Schweinekopf auf einer Dame den Endkampf bestreitet.
Dabei sind die Bösewichte vor allem dazu da, dass man über ihr Ableben (und Zurückkommen) lachen kann, aber das macht gar nichts, denn Antiheldin Zazie Beetz (Bullet Train) als Asia ist so ein Powerhouse, die läuft den gesamten Film über auf 120 Prozent und neben ihrer Energie, versprüht sie auch noch ordentlich Charisma.
Dabei ist die Choreographie wirklich kreativ, was die Waffen, die Bewegungen – auch beim Ausweichen – und den Einsatz unterschiedlicher Waffen betrifft und obwohl sich die Story fast nur auf ein Gebäude beschränkt, variieren sogar die Schauplätze plus die Musik, die hebt das Geschehen zusätzlich auf eine fetzige Ebene.
Gegen was Asia ankämpft sind ja unsterbliche Satanisten und die sind auch der wahre Gegner des Zuschauers. Wäre nämlich Beetz nicht so cool und die gesamte Inszenierung nicht so involvierend und irrsinnig – übrigens auch eine eigene Kunst, dass man als Zuschauer die Regeln innerhalb dieser Welt als völlig normal wahrnimmt – dann würde sich ein gewisses Gefühl einschleichen.
Richtig, ich meine den repetitiven Kreis des Tötens und fast sofortigen Wiederbelebens. Am Ende ist man als Betrachter wie die Überlebenden zwar erschöpft, aber daran langweilig zu werden, hat sich Asia vorbei gemordet. Das einzige störende für mich war ein Fehler, bei dem ein Kopf nachgewachsen ist und das Gesicht eines anderen Schauspielers trug, nur um in der nächsten Szene wieder auf den richtigen zu wechseln, so etwas hätte nicht passieren müssen.
In Summe aber was den kreativen Wahnsinn betrifft und dabei beziehe ich mich auf Optik, Design, Choreographie und Schauspiel, ganz großes Kino. Die Minimalstory startet das Geschehen und die Videospiel-Mentalität treibt das wilde Treiben bis zum Endboss an. Als der Schlussspann anfing, musste ich dann erleichtert grinsen, was nie ein schlechtes Zeichen ist.
„They Will Kill You“ bekommt von mir den Circle of Death durchbrechende und stechende Empfehlungspunkte.

