This Is Not a Test (Filmkritik)

Wir befinden uns im Jahr 1998 und Ängste rund um das Ende der Welt beim Jahrtausendwechsel, kommt der plötzliche Ausbruch einer Zombie-Seuche zuvor. Als ihr gewalttätiger Vater von einer Nachbarin gebissen wird, stürmt Sloane (Olivia Holt) aus ihrem Haus und trifft kurz darauf auf Rhys (Froy Gutierrez) und weitere Kollegen aus ihrer Schule.

Nach einer turbulenten Flucht verschanzen sie sich schließlich in der örtlichen Highschool. Was kurzfristig für Ruhe sorgt, doch Spannungen innerhalb der Gruppe, die Tatsache, dass sie hier nicht alleine sind und die Ungewissheit, wie es jetzt weiter gehen soll, nagen an den Nerven der überforderten Teenager…

Courtney Summers ist ein Autor aus Kanada, der sich auf Young Adult Bücher spezialisiert hat. Bei „This Is Not a Test“ handelt es sich um seinen Roman aus dem Jahr 2012, der von Adam MacDonald (Slasher: Solstice) zum Drehbuch umfunktioniert wurde und der auch die Regie übernommen hat. Das Budget ist dabei sehr gering ausgefallen und die Zombies dienen eher als Rahmenhandlung, denn in Summe geht es rein um den Charakter von Sloane.

Dies ist für mich ja der zweite gesehene Zombie-Film im Jahr 2026 und genau wie bei We Bury the Dead ist dies in erster Linie ein Drama. Es ist die Reise von Sloane, die mit Depressionen und Suizid-Gedanken kämpft und im Laufe der Handlung, einen neuen Willen leben zu wollen finden muss. Dass dies während einer apokalyptischen Situation passiert, wo man Alles verlieren kann bzw. es schon hat, das ist dann doch bitterer Humor in einem Film, der fast gänzlich darauf verzichtet.

Man bekommt oberflächlich aber dennoch ein ganz gutes Gefühl dafür, wer diese Teenager sind und es gibt auch nicht klar die Klischee-Figuren, wie man sie schon oft gesehen hat. Wirklich spannende Personen sind sie dabei aber nicht, dafür kann man durchaus den einen oder anderen Sympathiepunkt verteilen. Was die lieben Jungs und Mädchen auch gut drauf haben, ist es unüberlegt zu handeln.

Bei manchen Aktionen geht das so weit dass ich mir dachte, dass nach einem Zombie-Biss der (geistige) Zustand der jeweiligen Figur, sich wohl kaum verändern würde. Auch über die (Budget bedingte) Intimität der Story sollte man sich bewusst sein, denn die meiste Zeit über spielt die Handlung in einer Highschool. Da gibt es dann auch einige Gespräche über die Ist-Situation, Planungen wie es weiter geht oder einfach Ablenkung von der unangenehmen Realität.

Typische Zombie-Attacken sind dabei ebenfalls vorhanden und wenn wird es auch für das Genre typisch blutig, doch sind diese Szenen eher wohl dosiert und prasseln nicht durchgehend auf die Protagonisten ein. Wird man mit den Figuren nicht so warm, dann kann man daher durch aus behaupten „hier passiert zu wenig und es wird zu viel geredet“ aka das ist eher langatmig. Ich persönlich bin ja oft wegen den Darstellern bei bestimmten Projekten an Bord, wie auch in diesem Fall (ja, auch bestimmte Regisseure mag ich gerne).

Olivia Holt hat mich letztes Jahr zu Beginn mit Heart Eyes bestens unterhalten und hat das Ende von 2025, mit ihrem Jingle Bell Heist schön ausklingen lassen. Als Sloane darf sie nun eine viel zurückhaltendere Seite von sich zeigen, in sich gekehrt, wenig sprechend, sich von der Gruppe distanzierend. Sie etwas aus der Reserve zu locken, das gehört zu den interessantesten Aktionen hier. Froy Gutierrez muss ich noch erwähnen, denn den habe ich zuletzt in The Strangers Chapter 1 gesehen und da war er sowohl optisch als auch von den Bewegungen und seiner Ausstrahlung her, ein völlig anderer Mensch.

Die Fülle an Filmen mit Zombie-Inhalten ist groß (auch die, die Untote nur als Rahmenhandlung benutzen) und nein, da sticht dieser Film in keiner Weise heraus. Es ist schon witzig dieses „mein Leben ist mir egal“ Prinzip, bis es plötzlich in Gefahr ist, denn dann kämpft man schlagartig darum. Dieses Verhalten, habe ich auch im echten Leben schon öfters gesehen und das macht wohl in Summe den größten Reiz für mich aus und Miss Holt, sehe ich sowieso gerne. Den Film Genre Freunden empfehlen zu können, ist hier jedoch nicht wirklich der Fall.

„This Is Not a Test“ bekommt von mir 5,5/10 erst Alles verlieren müssende, um für eine mögliche Zukunft kämpfen wollende Empfehlungspunkte.


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