Lightyear (Filmkritik)

Buzz Lightyear (gesprochen von Chris Evans) ist Raumschiff-Pilot und zwar einer der Besten. Als es bei seiner aktuellen Mission zu einem Angriff kommt, will er seine Leute in Sicherheit fliegen, doch es kommt zu einer Bruchlandung. Nun sitzt die gesamte Crew fest und muss sich auf diesem feindlichen Planeten, zumindest temporär ein Zuhause aufbauen.

Als sie es schaffen, den Treibstoff für einen möglichen Flug weg von diesem Planeten zu finden, macht Buzz sich auf zum ersten Testflug im Hyperspace. Der erste Versuch scheitert, bei dem Buzz vier Minuten unterwegs war. Als er wieder zurück auf der Basis landet, sind jedoch vier Jahre vergangen…

Die Erfolgsgeschichte von Toy Story begann für Pixar bzw. Disney im Jahr 1995. Die bisher vier Filme haben insgesamt weltweit über 3,3 Milliarden Dollar eingespielt und zusätzlich entstanden Kurzfilme, animierte Serien und Theaterstücke. Einer der beiden Hauptfiguren in den Filmen, ist dabei die Action-Figur von Space Ranger Buzz Lightyear, der aus dem damaligen Lieblingsfilm des Jungen namens Andy in Toy Story stammt.

Regisseur Angus MacLane (zuletzt als Co-Regisseur bei Finding Dory tätig) präsentiert uns nun diesen Film, den Andy damals im Jahr 1995 so sehr geliebt hat, dass er unbedingt die Figur des Protagonisten haben wollte. So weit so gut? Nun es ist hier etwas passiert, was für Pixar eher ungewöhnlich ist. Der Film hat 200 Millionen gekostet und bisher nur 215 wieder eingespielt, er gilt als Flop, der dem Studio ziemliche Verluste einbringen wird. Warum das so ist? Keine Sorge, das kann ich euch beantworten.

Erstens mal ist es unklar bzw. etwas diffus, für wen der Film eigentlich gemacht ist. Einerseits setzt er auf eine eigenständige SciFi-Abenteuer Geschichte, andererseits bringt man die Bindung zu den Toy Story Filmen ins Spiel und will somit offensichtlich die Fans mitnehmen. Der Film fühlt sich einfach nur überhaupt nicht wie ein Film der Story-Reihe an, was auf Grund der Handlung logisch ist und er wohl sicherlich auch nicht sein will. Ihr seht das Dilemma, dass sie sich hier selbst geschaffen haben?

Dann wäre da die sehr reale Ebene der Teuerungen und der Angst vor Covid 19. Lightyear ist der erste Kinofilm von Pixar seit 2020 und auch er wird kurz danach auf Disney+ zu sehen sein. Warum also mit der ganzen Familie (mit mehr oder weniger vielen Kinderlein) ins Kino gehen, 100 Euro für Karten und Snacks bezahlen, vielleicht dabei auch noch krank werden, wenn ich ein paar Wochen später den Film einfach im Heimkino ansehen kann?

Gründe wie „da ist ein anderer Typ, der vorgibt, mein Held zu sein“, das ist für mich übrigens kein Problem (eine Sache, die Zusehern angeblich auch bei Solo sauer aufgestossen ist). Ich meine damit die Tatsache, dass Buzz im Original nun nicht mehr von Tim Allen, sondern von Chris Evans gesprochen wird. Es handelt sich ja um die Figur, nicht das Spielzeug. Auch dass die Entstehungsgeschichte von Bösewicht Zurg geändert wurde, ist mir persönlich egal. Schlimmer ist viel eher, dass dies für Pixar-Standards ein ziemlicher Kinderfilm ist, also Erwachsene sich viel weniger heraus holen können, als bei ihren sonstigen Werken.

Dass Andy genau diesen Film so geliebt hat, kann man kaum glauben. Dass es in einem animierten Film aus dem Jahr 1995 ein lesbisches Paar inklusive Kussszene gibt, ebenso wenig. Das klingt doch mehr nach 2022, oder? Vielleicht hab ich mich da aber auch getäuscht. Auf jeden Fall ist der SciFi-Part zu Beginn wohl etwas zu abgespacet für die Kleinen und der Rest dann zu kindisch für die Großen, da sich Probleme einfach immer wieder aus der Unfähigkeit der Hauptfiguren heraus ergeben.

Da hilft es auch nur wenig, dass es wohl keinen Animationsfilm gibt, der optisch besser aussieht. Auch (vor allem) Chris Evans (The Gray Man) und Taika Waititi (JoJo Rabbit) machen ihre Sache als Sprecher sehr gut. Durch all die Vorhersehbarkeit und die Slapstick Einlagen hindurch strahlt dafür die Roboterkatze Sox, was soll ich sagen, ich liebe diesen kleinen Kerl und er liefert auch die coolsten Aktionen hier. Sox, der Film…ja, der würd von mir wahrscheinlich 10/10 Punkten bekommen.

Insgesamt also ein Film ohne klare Richtung und nicht zuletzt deshalb auch ohne klare Zielgruppe. Sowohl Pixar als auch speziell Toy Story Fans, sind sicherlich besseres gewohnt. Optisch super, stark eingesprochen und Sox ist spitze, das fängt zwar einiges ab, macht das Gesamterlebnis leider dennoch nur mittelmäßig. Dafür ist die Botschaft schwer in Ordnung, denn zu Hause ist kein bestimmter Ort sondern genau dort, wo man ein zu Hause schafft bzw. dieses dann auch so nennt und das Herz drinnen steckt.

„Lightyear“ bekommt von mir 6/10 Außenseiter als das beste Team erkennende Empfehlungspunkte.


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