Monster Hunter (Filmkritik)

Es gibt neben unserer Welt, auch die Neue Welt. Dort teilen sich die Menschen den Planeten mit gewaltigen Monstern, wie etwa riesigen Spinnen oder Drachen. Speziell trainierte Jäger versuchen immer wieder diese Wesen zu töten, um zumindest für temporäre Ruhe zu sorgen. Einer von ihnen (Tony Jaa) wurde gerade von seiner Truppe getrennt und versucht nun, alleine zu überleben.

Relativ zeitgleich auf unserer Erde, sucht gerade das Einsatzteam unter der Leitung von Captain Natalie Artemis (Milla Jovovich), nach vermissten Soldaten in der Wüste. Unerwartet taucht dabei ein verheerender Sturm auf, dem die Gruppe nicht entkommen kann und es daher zu einem Unfall mit den Fahrzeugen kommt. Als der Sturm vorüber ist, sind die Soldaten zwar immer noch in einer Wüste, doch plötzlich werden sie von einem riesigen Monster attackiert, das plötzlich unter ihnen im Sand auftaucht…

Die Monster Hunter Reihe ist eine von der Firma Capcom produzierte Serie von Action-Rollenspielen und erblickte erstmals im Jahre 2004 das Licht der Videospielwelt auf der Playstation 2. Im Jahr 2018 folgte der fünfte Teil mit dem Zusatztitel „World“ und die Verkaufszahlen waren bisher mehr als doppelt so hoch, wie beim bisher erfolgreichsten Teil. Der Ruf der Studios nach einer Verfilmung wurde nicht zuletzt dadurch immer größer.

Monster Hunter ist ja die zweit beliebteste Videospiel-Reihe von Capcom, nur übertroffen von den Resident Evil Spielen. Diese wiederum hat Regisseur und Drehbuchautor Paul W.S. Anderson (Event Horizon) in ganzen sechs Teilen ebenfalls mit seiner Ehefrau Milla Jovovich in der Hauptrolle für das Kino adaptiert, deshalb war es wohl naheliegend, auch hier auf die beiden zurück zu greifen.

Heraus gekommen ist dann so ziemlich genau das, was ich mir erwartet habe und das ist spaßig-hirnlose Unterhaltung ohne jeglichen Tiefgang. Dazu muss ich vielleicht noch hinzufügen, dass ich nie eines der Spiele gespielt habe, deshalb kann ich als „Nicht-Fan“, in diesem Bereich auch nicht enttäuscht werden. Am besten gelungen ist dann wohl das aus den Spielen adaptierte Design der Monster und die dazugehörigen Effekte.

Das sieht schon durchgehend richtig gut aus und man hat nie das Gefühl, hier würde ein liebloses CGI-Wesen vor sich hin brüllen. Ebenso gelungen finde ich das gesamte Design, vom Equipment (riesige Schwerter und übergroße Bögen) angefangen, über das imposante Wüstenschiff bis hin zu den exotischen Schauplätzen, die einerseits auch wie aus unserer Welt wirken, dann jedoch vom Gefühl her, immer auch eine andersartige Zusatzebene besitzen.

Ganz anders sieht es bei den Charakteren aus. Beinahe jeder Nebencharakter, egal ob sympathisch oder einen Hauch mehr etabliert als sein Kollege, dient nur als Kanonenfutter. Schon klar, es geht Anderson darum Artemis (auf was dieser Name wohl hindeuten soll) möglichst bald als finale Hauptheldin zu etablieren, doch das geht dann doch alles etwas zu schnell. Ich mag Milla Jovovich (Hellboy: Call of Darkness) grundsätzlich gerne, ihr bei mir gespeicherter Bonus durch ihre Leeloo aus dem Fünften Element, wird wohl auch niemals verschwinden.

Was sie hier jedoch macht, ist reine Routine. Dabei hatte ich ständig ihren Mann vor Augen, der seine Frau permanent als härter und besser als alle Anderen darstellen wollte/musste (ja, viel mehr als bei jedem der RE-Teile). Sogar mit Jäger Tony Jaa (Jiu Jitsu) kann sie es aufnehmen, ja, genau. Aber egal, ist das anfängliche und auch langweilige Gerangel erst mal vorbei, entwickeln die zwei eine gewisse Buddy-Dynamik und das sorgt für den bitter nötigen Humor.

Fast wie mit einem Kind muss sie dabei mit ihm kommunizieren, da er ihre Sprache nicht versteht, bei den Kämpfen jedoch, mutiert er zu einem erfahrenen Krieger. Ron Perlman (Pacific Rim) als sein schräger Captain, hatte ebenfalls sichtlich Freude bei seinem Auftritt, der irgendwo zwischen sehr eigenständig und einer Parodie anzusiedeln ist. Alle anderen wie gesagt, vergesst sie einfach, konzentriert euch lieber auf die Monster.

Insgesamt daher ein (trotz großer Tierchen) kleiner Spaß, um zum Beispiel während einer Pandemie einfach mal in eine andere Welt abzutauchen und abschalten zu können. Es gibt klare Defizite, doch die fallen mit dem richtigen Anspruch wenig ins Gewicht. Einfach auf die Monster-Action, das Design und das Hin und Her zwischen den Hauptfiguren konzentrieren, dann hat man hiermit schon seine Freude.

„Monster Hunter“ bekommt von mir 6/10 das Wort Monster immer nur wörtlich einsetzende Empfehlungspunkte.


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