Rambo: First Blood Part II – Rambo II: Der Auftrag (Filmkritik)

John Rambo (Sylvester Stallone) ist in Haft als sein alter Vorgesetzter Trautmann (Richard Crenna) an ihn herantritt. Er wird für eine Spezialmission gebraucht und niemand ist besser geeignet als er. Rambo soll im Auftrag von Murdock (Charles Napier) nach Vietnam und dort Beweise für die Existenz von Kriegsgefangenen sammeln. Dafür wird ihm seine Haft erlassen.

Natürlich willigt Rambo ein, ist jedoch skeptisch, was die Absichten seiner Auftraggeber angeht, denn er ist nicht der Mann dafür, Beweise zu sammeln, sondern er ist der Mann für das Grobe. Trotzdem willigt er ein.

Aber schon von Beginn an läuft alles schief …

„Rambo II“ ist wohl der bekannteste Teil der Reihe und hat mich bereits in den 80igern verfolgt. Den Film kannte jeder und jeder wollte ein „Rambo-Messer“ haben. Stallone als Muskelberg, der die Feinde im Alleingang, ausgestattet mit extrem coolem Bogen, ausschaltet und den nichts stoppen kann – das war pures Action-Futter für die Welt. Hirn ausschalten, anschauen und dann die ikonischen Momente im Kopf festhalten. Und ikonische Bilder hat „Rambo II“ genug zu bieten.

Was ich heute, doch etliche Jahre später und um viel Lebenserfahrung reifer, spannend finde ist die Tatsache, dass objektiv betrachtet gerade der zweite Teil am wenigsten Substanz von allen (Stand 2021) fünf Filmen hat. Der Film hat klar die politische Agenda, den werten Amerikanern zu verkaufen, dass sie ja eigentlich den Krieg in Vietnam gewonnen haben. Also moralisch. Und genau genommen auch generell und überhaupt, denn „niemand wird zurückgelassen“ (von seinen Brüdern im Kampf, die Regierung ist eine andere Sache). So ungefähr kommt das rüber.

Spannend insofern, weil auch James Cameron („Aliens„, „Avatar„) am Drehbuch mitgeschrieben, sich nach einer Überarbeitung durch Stallone aber vom Film distanziert hat und meinte, er habe „einen Actionfilm geschrieben. Den ganzen Politik-Kram hat Stallone ins Drehbuch gepackt“. Das kann man sehen wie man will, aber eines bleibt bestehen: Der Film ist die visuelle Umsetzung einer Rachefantasie für einen verlorenen Krieg, in dem eine Ein-Mann-Armee eine ganze Armee aushebelt, fertigmacht und seine Kameraden nach Hause holt (die allesamt genau keinen Eigenschaften haben, außer „kriegsgefangene Amerikaner“). Weil er es halt kann. Und wie gesagt „Niemand wird zurückgelassen.“ Andere sind auf diesen Zug ja aufgesprungen (Chuck Norris in „Missing In Action“, sag ich nur) und haben auch ganz gute Erfolge eingefahren. Ob „Rambo II“ der erste dieser Art war, kann ich nicht sagen. Sicher aber der erfolgreichste.

Passend zur Metapher wird Rambo auch noch von seinen eigenen Vorgesetzen im Stich gelassen, was vermutich vielen Veteranen (wenn man nachliest, was so einigen Kriegsheimkehrern geschehen ist) aus der Seele gesprochen hat. Dieser Teil schließt eigentlich nahtlos an die Message des ersten Films an, bei dem dieses Thema ja zentral war.

Das macht „Rambo II“ jetzt nicht zu einem per se schlechten Film. Als Actionfilm, den man fast ein wenig als Comicverfilmung sehen könnte, weil er so abgehoben ist (und Stallone selbst nennt ihn den schwächsten Eintrag in der Reihe, eben weil er so cartoonmäßig abläuft), wenn nicht die ernsten Themen im Hintergrund wären und der Film so absolut ernst gemeint wäre.

Theatralisch fasst es Rambo am Ende selbst zusammen: „I want, what they want, and every other guy who came over here and spilled his guts and gave everything he had, wants! For our country to love us as much as we love it! That’s what I want!“

In Summe also ein durchschnittlicher, typischer Actionfilm der 80iger (den man heute in der Art nicht mehr machen könnte), der perfekt die Filmbranche in den 80iger symbolisiert, und von seinen Effekten und der technischen Seite her erstaunlich gut gealtert ist. Wer den Subtext wegblendet bekommt einen guten Actionstreifen mit ein paar peinlichen Momenten (der Kuss, der Tod, der Anhänger). Wer den Subtext gut findet, bekommt auch noch eine gewisse Befriedigung ob des Anliegens des Films.

Alles in allem ist „Rambo II“ ein Stück Filmgeschichte und auf jeden Fall ein Kultfilm. Da gibt es nichts drüber zu diskutieren.

„Rambo: First Blood – Part II“ bekommt von mir 6 von 10 möglichen, als solider Actionfilm immer noch erstaunlich gut funktionierende, Punkte.


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