Best Of Worst Case: The Velocipastor (Filmkritik)

Doug (Greg Cohan) ist Priester. Auf einer Selbstfindungsreise nach Indien wird er Zeuge eines Mordes und als letzte Handlung übergibt das Opfer ihm eine mysteriöse Kraft, der er sich erst nach seiner Rückkehr in die Heimat bewusst wird. Denn wenn Greg wütend wird, dann verwandelt er sich in einen Velociraptor. Und das bedeutet für jene die ihn wütend machen natürlich nichts Gutes.

Carol (Alyssa Kempinksi) ist eine Prostituierte und nähert sich Doug an. Durch ihren Zuspruch sieht er seine neue Fähigkeit nicht mehr als Bürde, sondern beginnt, sie für „das Gute“ zu verwenden.

Und all das passiert, während sich eine Gruppe Ninjas auf den Weg macht, um Doug seine Kraft zu stehlen.

Allein schon der Titel des Films sagt alles, was man wissen muss. Denn genau wie der Titel ist der Film billig. Wirklich billig. Es ist also ein Trashfilm der Klasse: 100% Trash. Das gilt für das Setting, die Idee und die Machart. Genauso für die schauspielerischen Leistungen und für die Witze, die im Film vorkommen. Und die Effekte. Also eigentlich alles.

Greg Cohan gibt sich alle Mühe den Film ernst zunehmen und fährt damit eigentlich ganz gut – streckenweise ist sein Overacting ein wenig anstrengend, aber in Summe macht er seine Sache gut. Alyssa Kempinski ist sein weibliches Pendant und natürlich ist sie in erster Linie der optische Aufputz des Films, ist jedoch auch wichtig für die Handlung, denn die Charakterentwicklung von Doug steht und fällt mit ihr (ein Wortwitz, den jene, die den Film gesehen haben, verstehen werden).

Was kann man also zu einem Film mit solch einer Prämisse sagen, was nicht sofort nach den ersten beiden Sätzen der Zusammenfassung klar ist?

Nun, vielleicht muss man anmerken, dass wir es hier nicht mit einem „Kung Fury“ zu tun haben, sondern mit einem billig gemachten Film. Brendan Steere, der Drehbuch und Regie übernommen hat, hat hier seinen zweiten Langfilm gedreht, der alles in allem ganz gut aussieht und wer nichts gegen einen Papmachésaurier hat, der oder die kann hier nicht allzu viel falsch machen.

Die Witze zünden manchmal super („They were right! China is east!“) und manchmal überhaupt nicht. Die Action ist im besten Fall witzig und im schlimmsten Fall langweilig. Grundsätzlich hätte man aus der Prämisse weit mehr machen können als das hier, aber hey – das kann man einem Film mit einem Budget von 35.000 Dollar allerdings nicht vorwerfen. Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass es viele Film mit dem 100fachen Budget gibt, die allerdings nicht 100fach mehr Spaß machen.

Highlight ist für mich der Vater des Regisseurs, der sich als älterer Pfarrer ein Stelldichein gibt und dessen Hintergrundgeschichte einfach herrlich schräg und abartig ist – Erinnerungen an „Poolboy“ wurden da definitiv wach.

Trotzdem … selbst ich als Trashfan muss zugeben, dass die ganze Chose leider relativ rasch langweilig wird. Das liegt daran, dass zwar hin und wieder völlig absurde Szenen ihren Weg ins Drehbuch finden, diese jedoch einfach zu lange aufgebaut werden für einen Witz, der dann eine Sekunde dauert und es einfach zu viele Längen gibt. Denn wenn der Saurier des Nachts Bösewichte killt, dann sieht das meistens aus wie aus jedem zweiten Monsterfilm. Da hätte Brendan Steere einfach auf die Regeln pfeifen müssen und die Schrägheit seiner eigenen Idee umarmen. Was leider viel zu selten passiert ist.

Gerade der finale Schlusskampf – Ninjas gegen Saurier – ist dafür das Paradebeispiel. Das hätte Potential, nämlich so richtig (ich denke an die „Hau dem Saurier auf die Fresse“-Szenen aus „Jurassic Games„), aber tatsächlich ist es ein völlig innovationsloser Kampf, der selten witzig ist und nie spannend. Schade. Da wäre viel mehr drin gewesen.

Alles in allem bekommt der Saurier-Pastor 6,5 von 10 möglichen Punkten. Ich würde ihm gerne 9 geben, aber mein Gewissen sagt: Nein, der Film ist – von der Prämisse abgesehen – einfach viel zu beliebig. Wirklich, wirklich schade.

Best Of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: Alles):

Als Idee grandios. Nur wird sie nie wirklich genutzt. Brendan Steere und sein Team verlassen sich viel zu sehr auf bekannte Muster und persiflieren diese nicht einmal, sondern kopieren sie teilweise 1:1. Und „nur“, weil das Monster ein Wer-Saurier ist, macht das in der Ausführung nunmal keinen Unterschied. Schade. Trashfreunde werden sich trotzdem gut unterhalten, zumal es doch hin und wieder kleine Höhepunkte gibt, deren Absurdität zeigt, wie viel Potential da gewesen wäre.

Fazit: Kann man sehen, muss man aber nicht.


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