The Jurassic Games (Filmkritik)

Die Welt verlangt nach Brot und Spielen. In der nicht allzu fernen Zukunft lautet der Name des Spiels: Jurassic Games. Wer vom Gericht die Todesstrafe aufgebrummt bekommt, kann sich für die Spiele melden und wer alle Runden überlebt, der oder die wird wieder freigelassen. Allerdings darf nur eine einzige Person überleben.

Tucker (Adam Hampton) meldet sich, da er fälschlicherweise für den Tod seiner Frau angeklagt wurde und er aus dem Gefängnis wieder raus und zurück zu seinen Kindern will. Währenddessen spielen sich hinter den Kulissen des Virtual Reality-Games große Intrigen ab …

Da ist man der Meinung, man würde sich einen schlecht gemachten Trashfilm ansehen und dann bemerkt man sehr früh, dass der Film viel zu gut gemacht ist um so richtig als Trash durchzugehen. Sicher, die Story ist eigentlich der Inbegriff eines zusammengeklauten Trashfilms, aber die Technik, die Inszenierung und der (echte) Unterhaltungswert sind unterwartet hoch.

Die Story, wie bereits gesagt, kann man auf einen Bierdeckel schreiben und ratet mal, was am Ende rauskommt, wer die Frau von unserem Helden um die Ecke gebracht hat … genau. Völlig richtig.

Ein paar andere Dinge habe ich dann doch nicht kommen sehen, so zum Beispiel die aufkeimende Revolution innerhalb der Spielebetreiber. Apropos – der Kommentator, gespielt von Ryan Merriman („Final Destination 3“), ist wirklich ein klassischer Klischeebösewicht, der halt alles für die Quote gibt und vor der Kamera auch so richtig Mitleid heucheln kann, nur um dann sofort wieder in den „Hat das gut ausgesehen?“-Modus schalten kann.

Hauptdarsteller Adam Hampton („Tempus Fugit“) ist … anwesend. Die Rolle verlangt nicht viel und ganz ehrlich – die großen Emotionen hat der gute Herr nicht drauf. Ein anderes Kaliber ist da Katie Burgess („Gremlin“, nicht verwechseln mit „Gremlins„), die eine Mitgefangene von Tucker spielt und die … nicht ganz echt im Kopf ist.

Erika Daly, die mir aus „Bad Kids Of Crestview High“ in guter Erinnerung geblieben ist, gibt in ihrer zweiten Filmrolle alles und kommt dabei auch wirklich gut rüber. Perrey Reeves, kennt man aus diversen Nebenrollen vom Gesicht her, darf als Produzentin so richtig mies sein – vor allem das Fernsehinterview, welches im Film mit ihr geführt wird, ist wirklich köstlich.

Die Effekte sind überraschend gut gelungen und die Saurier sehen alle wirklich cool aus. In manchsen Szenen besser in manchen schlechter, aber trotzdem – alle Achtung. Überhaupt ist das gesamte Art-Design des Spiels (auch von außerhalb) inklusive aller Einblendungen, 3D-Karten und Co wirklich super gelungen.

Ich kann nur wiederholen: Wow.

Ein Film, der eigentlich aufgrund seiner Prämisse aus Prinzip nicht gut sein dürfte und wenn man ehrlich ist, auch sicher kein Meisterwerk geworden ist, so ist die Summe der (aus diversen Filmen geklauten) Teile dennoch wirklich unterhaltsam geworden und es gibt doch ein paar Szenen, die überraschend sind und man merkt dann irgendwann, dass einem plötzlich nicht mehr egal ist, wer überlebt und wer stirbt.

Eine Szene – ich sag nur: Kung Fu gegen 3 Raptoren – fand ich sogar extrem super gemacht und ich habe bis zu dem Moment in welchem ich sie gesehen habe, nicht gewusst, dass ich sowas schon immer einmal sehen wollte. Ach – die hätte weit länger dauern dürfen.

Kudos. Ziemlich coole Sache.
Christian Bellgardt, der für Regie und Drehbuch verantworlich war, sollte man im Auge behalten. Wenn der Mann mal mehr Budget bekommt – das könnte wirklich richtig, richtig gut werden.

„The Jurassic Games“ bekommt von mir 7 von 10 möglichen, von VR-Sauriern gejagt werdende, Punkte.


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