The Cloverfield Paradox (Filmkritik)

Hamilton (Gugu Mbatha-Raw) ist Mitarbeiterin auf einer Forschungsstation, welche den Planeten Erde umkreist. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit ihren KollegInnen eine Lösung für die Energieprobleme der Erde zu finden. Die Forschungen werden unter anderem von Schmidt (Daniel Brühl) geführt und sie sind revolutionär.

Währenddessen liegt auf der Erde vieles im Argen. Da die Ressourcen knapp sind und Energie ein rares Gut wurden aus Handelskriegen rasch Androhungen von richtigen Kriegen. Auch auf der Raumstation, die von allen (reichen) Nationen gemeinsam betrieben wird, nehmen die Spannungen unter der Besatzung zu.

Dann geht der erste Test schief und seltsame Dinge geschehen. Hat das Experiment einen Zeitsprung ausgelöst? Oder wurde man in eine andere Dimension katapultiert? Sabotierte jemand das Experiment?

Und was hat die fremde Frau (Elisabeth Debicki), die plötzlich an Bord ist, mit all dem zu tun?

„The Cloverfield Paradox“ hat ein Problem – und zwar die Verknüpfung mit dem „Cloverfield“-Universum. Das Drehbuch hatte den Originaltitel „God Particle“ und wurde später ein wenig umgearbeitet, damit es in den Cloverfield-Zyklus passt. Und die Leute wissen das. Und die Leute mögen es nicht, wenn sie wissen, dass etwas „vorher“ nichts mit ihrem Super-Duper-Franchise zu tun hatte und „danach“ eingefügt wurde. Außerdem wurde er von Netflix produziert, was ja scheinbar ein Sarkileg ist (warum ist dann „Stranger Things“ so ein Hit?)

Leute sind blöd. (Das ist ein Zitat eines alten griechischen Philosophen)

Was ist „The Cloverfield Paradox“? Im Kern ist es ein guter, alter Sci-Fi-Film, der sich aller üblichen Szenen und Momente bedient, die man aus dieser Art Film kennt. Unfälle an Bord. Verdacht auf Sabotage. Morde durch seltsame Alien-Monster (oder vielleicht auch nur durch eine „universelle Energie mit Bewusstsein“ oder die Dimension selbst, die sich korrigieren möchte) und Streitigkeiten innerhalb der Crew.

Der Film sieht vom Set-Design, der Kamera und der Beleuchtung her verdammt gut aus – da gibt es garantiert nichts zu meckern. Auch auf schauspielerischer Ebene ist alles stimmig. Gugu Mbatha-Raw trifft die richtigen Emotionen (vor allem als sich eine Chance ergibt ein vergangenes Unglück durch ein neues Unglück zu ersetzen) und Daniel Brühl ist super, weil … Daniel Brühl („Captain America: Civil War„). Elizabeth Debicki („The Night Manager“) ist perfekt undurchschaubar und wirkt leicht surreal.

Die Vorkommnisse auf der Raumstation lösen eine Reihe an seltsamen Begebenheiten aus, die ich durch die Bank sehr unterhaltsam und zum Teil auch sehr originell fand (auch wenn man nicht zu lange darüber nachdenken darf). Was würdet ihr tun, wenn sich eine Hälfte eurer Hand plötzlich in einer anderen Dimension befindet?

Wie bereits oben erwähnt ist das Hauptproblem wohl die Erwartungshaltung der Zuseher/innen, wobei bei Cloverfield ja eigentlich gelten sollte: „Erwarte das Unerwartete“ und ein Sci-Fi-Abenteuer in dieser Richtung war tatsächlich sehr unerwartet. Ereignisse, die während der Handlung auf der Erde passieren liefern Querverweise auf die ersten beiden Filme der Reihe („Cloverfield“ und „10 Cloverfield Lane„), deren Kenntnis ist aber keine Voraussetzung.

Tatsächlich würde ich die Verbindung zu diesen Filmen mehr als Easter Eggs sehen als wirklich wichtigen Teil des Films, denn darin geht es klar um Hamilton und ihre persönliche Reise und die Möglichkeit einer zweiten Chance (für sich und auch für die Welt).

Wer mehr über die Verbindungen zu den „alten“ Cloverfield-Teilen wissen möchte – dazu gibt es mittlerweile mehrere Videos auf YouTube. Mir sind grob 90% der Anspielungen entgangen, was dem Film aber nicht geschadet hat. Was man bei „Paradox“ mit Sicherheit machen kann: Diskutieren. Wo spielt der Film? Wann spielt der Film? In welcher Dimension (oder Dimensionen) spielt der Film? Da gibt es Hunderte Theorien (naja, ich glaube, es gibt vier, soweit ich das mitbekommen habe) und man wird wohl abwarten müssen, ob und wie die Sache weitergeht.

Alles in allem ist „The Cloverfield Paradox“ nicht der riesengroße Wurf den alle erwartet haben (was ich spannend finde, weil der Film plötzlich ohne großen Werbeaufwand einfach da war und niemand wusste, dass er produziert wird), bleibt aber ein unterhaltsamer, wenn auch nicht immer logischer, Sci-Fi-Film mit gutem Cast, einem tollen Set-Design und schöner Kameraarbeit.

„The Cloverfield Paradox“ bekommt von mir 7 von 10, die Dimensionen wechselnde, Punkte.


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