Armed Response (2017 Filmkritik)

Gabriel (Dave Annable) ist das Gehirn hinter einer neuartigen künstlichen Intelligenz, die dem Militär bei Verhören hilft, die Wahrheit heraus zu finden. Die Erfolge sind bahnbrechend doch nach einer persönlichen Tragödie, zieht sich Gabriel völlig zurück. Zumindest bis eines Tages sein Freund Isaac (Wesley Snipes) vor seiner Haustüre steht und ihm erklärt, dass es ein Problem mit seiner Maschine gibt und sie seine Hilfe brauchen.

Zusammen mit seiner alten Bekannten Riley (Anne Heche) und vier weiteren Männern macht sich die Truppe deshalb auf, herauszufinden was schief gelaufen ist und warum sich das Team vor Ort nicht mehr meldet. Dort angekommen, finden sie schon bald die Leichen des stationierten Teams und befinden sich plötzlich in der misslichen Lage, eingesperrt zu sein. Zusätzlich treibt hier ein scheinbar unsichtbarer Feind sein Unwesen…

„Armed Response“ ist ein von den Erebus Pictures produzierter Film, bei der die WWE Studios und Gene Simmons zusammen arbeiten. Hier darf dann auch wieder ein Wrestling-Star sein Debüt in einem Spielfilm feiern, nämlich Colby Lopez alias Seth Rollins. Regie führte John Stockwell (In the Blood), der zuletzt auch schon Countdown für das WWE-Studio gedreht hat. Wer dann der eigentliche Star des Filmes sein soll und wer es dann ist, darüber lässt sich streiten, aber darauf komme ich später zurück.

Optisch ist der Film sehr gelungen. Scharfe Bilder, satte Farben und zusätzlich die Aufnahmen aus der Vogelperspektive, das erzeugt schon eine gewisse Dynamik. Dann der Einsatz der „kalten Düsterkeit“ der Wände des ehemaligen Gefängnisses, in dem die Handlung spielt. Diese erste Hälfte ist noch spannend und stellenweise unheimlich, weder Zuschauer noch die Protagonisten wissen nämlich, was hier genau gespielt wird. Dann kommt die Auflösung, mit der ich ein Problem hatte.

ACHTUNG SPOILER: Während die Verhörmethoden noch effektiv wirken und auch glaubhaft, hat die künstliche Intelligenz sich dahingehend weiterentwickelt, alle Beteiligten an einem Massaker her zu locken. Diese werden dann der Reihe nach von der KI = dem Gebäude, beseitigt. Wurden da Erinnerungen lebendig, ist es der Geist in der Maschine, eigentlich egal. Viel schlimmer ist, dass plötzlich alle Schuldigen bis auf eine ohne Überleitung von Rettungsmisson auf Tötungskommando umschalten, um ihre Spuren zu verwischen. Das kommt aus dem Nichts und ist nicht nachvollziehbar. SPOILER ENDE

Nur Gabriel ist hier ein „echter Mensch“ und das auch nur dank des Schauspielers und nicht wegen dem Drehbuch, alle Anderen sind nur Abziehbilder. So werden sie dann auch gespielt, was die Sache nicht besser macht. Dass die Tode dann stellenweise einigermaßen grausam ausfallen, ändert dann auch nichts an der Tatsache, dass egal ist wer stirbt. Man freut sich höchstens bei manchen, da sie eben ziemlich unsympathisch bzw. böse sind. Wie bei jedem Film ist es eben sehr schlecht, wenn man (fast) Niemanden der Figuren mag.

Was mich zur Eingangsfrage bringt. Vom Studio aus erwartet man, dass Seth Rollins die Hauptrolle hat. Das Cover und der Trailer werben prominent mit Wesley Snipes. In Wirklichkeit ist dann aber Dave Annable (Yellowstone) das wahre Herz des Filmes. Die Tragödie hinter seiner Figur ist zwar für den Film völlig egal, er funktioniert jedoch sehr gut als moralischer Kompass und hat zusätzlich ein paar coole Momente. Im Gegensatz zu Wesley Snipes. Der spielt mit einem Gesichtsausdruck seinen Part ohne Highlights durch.

Nach seinem Gefängnisaufenthalt braucht er wohl wieder Geld, aber nach seiner Rückkehr in Expendables 3, dachte ich er hätte noch Spass an seinem Job, aber scheinbar lag ich falsch. Seth Rollins hat eine starke physische Präsenz und darf hier ein richtiger Arsch sein, dass er dann mehrmals gegen die viel kleinere Anne Heche antreten muss, ist jedoch ein wenig lächerlich. Heche (Wag the Dog) ist ja wie Snipes auch eine „Absteigerin aus der Welt des Kinos“, sie ist als Riley zwar nicht schlecht, aber irgendwie habe ich ihr ihre Entwicklung nicht abgekauft.

Was bleibt ist eine ganz ansehnliche erste Hälfte, ein paar nette Tricks, Schockmomente, Gore-Effekte und etwas Spannung in der Luft inklusive. Die verschwindet dann jedoch sehr abrupt und dann wartet man nur mehr darauf, bis all diese nur um ihre eigene Haut besorgten Idioten, endlich das Zeitliche gesegnet haben. Keine toll choreographierten Kämpfe, keine coolen Sprüche, da kommt einfach nichts vor, dass aus dem Einheitsbrei ähnlicher Produktionen herausragen würde. Versöhnliches Resümee am Ende: Wenn sogar Mister Bruce Willis noch kann wenn er will, dann habe ich dennoch auch noch Hoffnung für Mister Snipes.

„Armed Response“ bekommt von mir 4/10 die Maschine den Menschen in jedem Fall vorziehende Empfehlungspunkte.

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