Cold Moon (Filmkritik)

Babylon, Florida im Jahr 1989. Ein junges Mädchen fährt mit dem Fahrrad nach Hause, doch sie kommt nie dort an. Kurze Zeit später wird ihre Leiche unter ihrem Rad in einem Fluss gefunden, nur wenige Meter von ihrem Haus entfernt. Für ihre Großmutter steht nach einer fieberhaften Vision fest, dass der reiche Sohn des pensionierten Bankers James Redfield (Christopher Lloyd) hinter der Sache steckt.

Dessen Name ist James (Josh Stewart) und auch wenn er nicht gerade ein sehr sympathischer Kerl ist, weist nichts darauf hin, dass er die Tat begangen hat und Motiv ist offensichtlich auch keines vorhanden. Doch zum Glück gibt es da ja noch die Dame um die es geht, denn die ermordete Joanne (Stephanie Honore) macht in Form von geisterhaften Erscheinungen James das Leben schwer und wird auf ihre ganz eigene Art, für Gerechtigkeit sorgen.

Freunde unseres Blogs kennen Schauspieler und Regisseur Griff Furst vor allem für seine Beiträge in unserer „Best of Worst Case“ Kategorie. Swamp Stark, Arachnoquake, Ghost Shark, der gute Mann scheint ein Händchen dafür zu haben, sehr unterhaltsamen Trash abzuliefern. Dass er auch anders kann bzw. Interesse dafür hat, beweist er mit seinem neusten Werk, bei dem es sich um die Verfilmung des Romans „Cold Moon Over Babylon“ von Michael McDowell aus dem Jahre 1980 handelt.

Leider muss ich sagen, dass dieses Erlebnis dann insgesamt doch eher durchwachsen ist. Ich fange aber mal mit dem klar Positiven an. Die Atmosphäre ist morbide, auf eine abstossende und gleichzeitig irgendwie doch auch anziehende Art und Weise. Irgendwie wirkt hier alles befleckt und den moralischen Verfall dieser Kleinstadt, spiegelt die einnehmende Dunkelheit der Bilder sehr schön wieder. Auch die spärlich eingesetzten Effekte rund um die Geister, sind durchaus gelungen.

Eingesetzt werden sie jedoch kaum. Auch wer der Killer ist kann man gleich erraten, muss man aber nicht, denn es wird sowieso sehr bald verraten. Dann geht es nur mehr darum, ihn in den Wahnsinn zu treiben. Dadurch entstehen zwar ein paar sehr schadenfreudige Momente, doch passiert insgesamt einfach zu wenig. Es fehlt auch völlig eine Identifikationsfigur, da alle Beteiligten entweder unsympathisch sind, böse sein sollen oder so wirken, als hätten sie etwas zu verheimlichen. Das Geistermädchen mochte man auch nur, als sie noch lebendig war.

Das ist dann auch der größte Kritikpunkt, denn hätte ich eine Hauptfigur der ich folgen könnte und um deren Sicherheit ich besorgt bin, dann würde das einige Schwächen überstrahlen. Zusätzlich sind dann noch ein paar der Schnitte nicht wirklich stimmig geworden, da wird man ruppig aus manchen Szenen geworfen oder die Beleuchtung passt nicht mehr ganz zum vorher gesehenen Bild. Kommt wohl aus der Liebe zum Trash von Furst, passt hier aber weniger und ist so sicher auch nicht gewollt.

Dafür hab ich hier ein Wiedersehen mit Josh Stewart bekommen, den Genre-Fans kennen dürften aus The Collector plus Fortsetzung The Collection oder etwa The Neighbor. Ich mag den Kerl einfach, da man ihn nie sofort einordnen kann und er sowohl positive als auch negative Rollen, einfach überzeugend spielt. Hier darf er so richtig schleimig, manisch und arrogant sein und es gibt keinen einzigen Menschen, den er nicht zu seinen Gunsten aus dem Weg räumen würde.

Dann wäre da noch Frank Whaley (Luke Cage) als Sheriff mit Verbindung zur Oberschicht, der dadurch immer wieder seinen Drang das Richtige zu machen, etwas unterdrückt. Auch der ewige Dr. Brown aus der „Zurück in die Zukunft“ Trilogie Christopher Lloyd (Sin City 2) macht noch Filme, doch ist seine Rolle hier nur beschränkt darauf, grantig zu sein und sich mit lüsternen Blicken von einer jungen Dame pflegen zu lassen. Der Rest des Casts schwankt zwischen in Ordnung und dezent unglaubwürdig hin und her.

Insgesamt wohl am ehesten für Fans von Josh Stewart zu empfehlen, hat dieses Abenteuer in seinen besten Momenten einen leichten Touch früherer Tim Burton Filme, was ich als angenehm nostalgisch empfunden habe. Da die Erzähl-Geschwindigkeit jedoch nicht gerade hoch ist, fehlt hier etwas der Grund zuzusehen, denn nur um den Schurken leiden zu sehen bzw. dabei zu sein, wenn er bestraft wird, das klappt vielleicht bei anderen Filmen, doch hier ist es doch eindeutig zu wenig.

„Cold Moon“ bekommt von mir 5,5/10 die Geister die ich erzeugt habe, nicht mehr los werdende Empfehlungspunkte.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.