The Collector (Filmkritik)

Der Exhäftling Arkin (Josh Stewart) ist verzweifelt. Seine Frau und seine Tochter sind in grosser Gefahr, da sie sich Geld von den falschen Leuten geborgt haben und die Schulden in wenigen Stunden begleichen müssen. Arkin nimmt daher kurzfristig den schon länger geplanten Auftrag von einem Gangsterboss an, in das abgelegene Gebäude seiner neuen Arbeitgeber einzubrechen und dort einen wertvollen Diamanten zu stehlen, um so seine Familie retten zu können. Was anfänglich wie ein Routinejob abläuft entwickelt sich aber schon schnell zum Albtraum.

Ein anderer Kerl ist bereits in das Haus eingestiegen, hat sämtliche Zimmer mit gefährlichen Fallen übersät und die Besitzer als Geisel genommen. Arkin muss sich nun entscheiden, ob er versucht den Stein zu bekommen und zu verschwinden oder ob er die Mitglieder der gefangenen Familie befreit und sich so auch selbst einer tödlichen Gefahr aussetzt.

The Collector Film

Dies ist das Regiedebüt von Marcus Dunstan, der bis jetzt vor allem als Drehbuchautor der „Feast“- Trilogie und den „Saw“ Teilen 4 bis 7 tätig war. Wer diese Filme kennt der weiß, dass Dunstan nicht unbedingt ein Fan von Happy Ends ist und auch gerne mal die bösen Protagonisten gewinnen bzw. überleben lässt.

The Collector ist dann auch wie zu erwarten war ein schneller, schmutziger kleiner Reißer, der mit toller Atmosphäre, einer straffen Erzählweise und guten Darstellern punkten kann, dabei aber nicht wirklich etwas neues liefern kann, was angesichts der erzeugten Spannung aber auch nicht weiter störend wirkt.

Die etwas andere Komponente im Film ist, dass der Held wider Willen sich den Großteil des Filmes ein Katz und Maus Spiel mit dem Killer liefert, indem er ständig von einem Zimmer zum nächsten Raum und vom ersten Stock bis zum Keller schleicht. Dabei bleibt er weitgehend unbemerkt und kann sich so an die Rettung der bereits erwischten Personen machen, was so einfach natürlich nicht funktionieren wird.

Die Fallen sind jedenfalls schön gemein, in einem Raum ist der Boden voller Säure, im nächsten lauern Bärenfallen auf die Füsse williger Opfer. Wer hier noch glücklicherweise ausweichen konnte, der möchte dann vielleicht ja die Haustüre öffnen und bekommt dann den Luster samt der angebrachten Messersammlung in den Körper gerammt. Der Griff zur Schere als Verteidigung könnte mittels Fangdraht in einem Nagelbrett enden und lauter in der Luft gespannte, feine Haken stören auch empfindlich die Sicht bei einer erfolgreichen Flucht.

Kann man den Fallen ausweichen und landet schliesslich doch in den Händen des Killers, dann passieren die unschönen Dinge, die er mit seinen Opfern vorhat, erfreulicherweise zum Grossteil Offscreen oder werden nur angedeutet. Dies soll natürlich keinesfalls heissen, dass es hier nicht brutal und blutig zugeht, nur das bei mir nicht sehr beliebte Element des Folterfilms kommt nicht übermäßig zum Einsatz, was ich angesichts der Welle von Filmen in dieser Richtung in letzter Zeit erfreut zur Kenntnis genommen habe.

Darstellerisch ist den Produzenten mit dem auf Kinonebenrollen und Fernsehrollen abonnierten Josh Stewart ein Glücksgriff gelungen. Er ist 100 prozentig sympathisch und die zunehmend ohnmächtige Verzweiflung seines Charakters überträgt sich schnell auch auf den Zuseher.

Madeline Zima, das Lolita- Biest aus der „Californication“ Serie, spielt in einer Nebenrolle eigentlich genau ihren Seriencharakter wieder, Daniella Alonso (The Hills Have Eyes 2, Wrong Turn) schaut kurz als besorgte Ehefrau von Arkin vorbei. Die restlichen Schauspieler machen ihre Sache ebenfalls gut, vor allem Juan Fernández vermittelt die physiche Präsenz des Killers mit der Maske und den leuchtenden Augen in beeindruckender Weise. Ob die Figur des Collectors aber wirklich das Zeug hat zu einer neuen Horrorfilmikone zu werden wie einige Kritiken im Internet behaupten, wage ich aber zu bezweifeln.

Die düstere, in Gelb- und Grüntönen gehaltene Optik sieht auf jeden Fall sehr ansprechend aus, die Musik pusht ständig und lässt den Zuseher nur selten zur Ruhe kommen. Auf CGI wurde gänzlich verzichtet, hier gibt es endlich wieder mal blutige Effekte im Oldschool Stil zu bewundern.

Insgesamt also ein gemeiner und spannender Thriller für zwischendurch, der bei uns als DVD erscheinen wird und als solche sicherlich zu den besten Premieren der letzten Zeit gehört.

The Collector bekommt von mir 7/10 lebendige Menschen in Boxen sammelnde Empfehlungspunkte.


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