Captain Underpants – Der supertolle erste Film (Filmkritik)

George (Kevin Hart) und sein bester Freund Harold (Thomas Middleditch) sind zwei Viertklässler, die durch eine ordentliche Portion Fantasie glänzen. Gemeinsam zeichnen sie Comics und erschaffen dabei den Superhelden Captain Underpants. Durch einen Zufall hypnotisieren sie ihren arroganten Schuldirektor Mr. Krupp (Ed Helms), der dadurch zu Captain Underpants wird…

Tra-la-la. So lautet der charakteristische Ruf von Captain Underpants. Ich persönlich fand vorab das Konzept von diesem Film selten dämlich. Ein Superheld, der nur Unterhosen und ein Cape trägt? WTF! Doch es zeigte sich, dass hinter diesem Konzept ein ziemlich intelligenter Film steckt, der Jung und Alt Spaß machen wird.

„Captain Underpants“ basiert auf einer 12 Teile umfassenden Kinderbuch-Reihe des Autors Dav Pilkey. Der Film kann mit einem wilden Mix aus Fäkalhumor, Meta-Jokes und gelungenen Wortspielen punkten, was „Captain Underpants“ zu sehr guter Unterhaltung macht. Stellenweise fühlte ich mich dadurch, dass sich die Charaktere offensichtliche bewusst sind, dass sie jemandem ihre Geschichte erzählen, ein wenig an „Deadpool“ erinnert. Zwischendurch kommen immer wieder Mal Delfine vor, weil warum auch nicht, immerhin sind die ziemlich cool.

Unter der heiteren Oberfläche verbirgt sich allerdings gekonnte Gesellschaftskritik. In Amerika (und vielen anderen Ländern) wird in der Bildung gerne mal der Sparstift angesetzt, um hier (an der falschen Stelle) zu sparen. Oft werden „kreative“ Programme gestrichen, weil sie als nicht notwendig erachtet werden. Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern, als Sportunterricht noch doppelt so viel Zeit einnahm wie heute.

Sehr lustig war zum Beispiel, als die Rückblicke auf einmal nicht computeranimiert, sondern durch Sockenpuppen dargestellt werden. Personen, die keinen Bock auf (harmlosen) Fäkalhumor haben, werden an diesem Film nicht recht Freude finden, denn der Endgegner reitet schon mal auf einer riesigen Toilette durch die Gegend und sein Name ist Professor Pee-Pee Diarrheastein Poopypants (für alle, die eine Übersetzung brauchen: Pipi-Durchfallstein Kackahose – seine Eltern hatten ihn wohl wirklich lieb).

Wovon der Film klar profitiert, sind exzellente Synchronsprecher. Ich habe hier nur die englische OV gesehen, kann also daher nichts über die deutsche Synchronisation sagen. George und Harold werden von Kevin Hart (Central Intelligence) und Thomas Middleditch (Silicon Valley) gesprochen und ich muss sagen, Kevin Hart scheint für diese Art von Schauspielerei eine besondere Begabung zu haben, der er gab George nur durch seine Stimme viel Charakter und auch Middleditch schafft es ebenso erfolgreich, Harold zum Leben zu erwecken.

Der Film ist wie eine Ode an echte Freundschaft, die sich so schnell nicht zerstören lässt und dafür sorgt, dass man gemeinsam durch dick und dünn geht. Menschen, die automatisch das Gleiche wie man selber denken, über die gleichen Schmähs lachen und bei denen ein Blick mehr als tausend Worte sagen kann. Wollen wir nicht alle solche Freunde?

Diese Art von Film hilft (zumindest mir) beim Entspannen und abschalten und Spaß haben. Er ist unkompliziert, intelligent und kurzweilig, was zumindest in meinen Augen eine tolle Kombination ist. Wer Fan von Filmen wie „Minions“ oder „Megamind“ ist, wird auch hier seinen Spaß haben. Leider war „Captain Underpants“ finanziell bisher nicht sonderlich erfolgreich, was es unwahrscheinlich macht, dass es hier einen zweiten Teil geben wird.

Fazit: Unerwartet unterhaltsam und sehenswert für Alt und Jung!

Dieser Film bekommt von mir 7,5/10 komplett angezogene Punkte


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