Megamind (Filmkritik)

Megamind ist der Inbegriff eines Bösewichts. Und weil Schurken nun mal nichts lieber tun als sich (gemeinsam mit ihren Helferchen) zu von einer aussichtslosen Schlacht in die nächste zu stürzen, lässt sich Megamind ein ums andere Mal eine vom Paradebeispiel des Guten auf die Nase geben: Metro Man. Doch eines Tages geht Megaminds Plan auf und er tötet unabsichtlich seinen Erzrivalen. Womit er nach einem anfänglichen Triumph nicht gerechnet hat, war die gähnende Langeweile, die sich nun breit macht. Schließlich macht es nicht einmal mehr Spaß, die Journalistin Roxanne Ritchie zu entführen, die einmal Megaminds Lieblingsopfer war.

Megamind

Dieser Film stammt aus dem Hause DreamWorks Animation und kommt damit aus der gleichen Kinderstube, die schon Madagascar und Shrek auf die große Leinwand brachten. Regie führte Tom McGrath, der schon bei Madagascar 1 und 2 sein Können zeigte.

Gekostet hat das Teil 130 Millionen Dollar, wobei ich mich nach dem Ansehen frage, wo das Geld denn nun abgeblieben ist. Denn der Film sieht ganz gut aus, an wenigen Stellen sogar sehr gut, aber nichts was 130 Millionen rechtfertigt. Gerade die Gesichter zeigten nach meinem Geschmack zu wenig Details um Emotionen glaubwürdig transportieren zu können und die meisten Charaktere waren geradezu unansehnlich. Gerade bei Metro Man hätte man versuchen sollen, ihn gut auszusehen zu lassen, aber irgendwie sieht er „Pfui“ aus, genauso wie Titan, der einfach zu hässlich für das bloße Auge ist.

Im Original wurde wie eigentlich immer auf prominente Synchronsprecher gesetzt. Megamind wurde von Will Ferell (Zoolander) gesprochen, Roxanne von Tina Fey (30 Rock) und Metro Man von Brad Pitt (Moneyball). Auch im Deutschen nahm man prominente Sychronstimmen und so liehen Bastian Pastewka (Der Wixxer) Megamind und Oliver Welke (ebenfalls in „Der Wixxer“) Metro Man ihre Stimmen. Weiters wurde der genial witzige Minion von Oliver Kalkove gesprochen. Ich bin der Meinung, dass berühmte Sprecher oft von der Handlung und dem Film als solchen ablenken, aber hier war die Synchro sehr gut. Ich persönlich fand, als ich ein Stück in der OV gesehen habe, dass Brad Pitt seine Sache als Synchronsprecher nicht wirklich gut gemacht hat. Also kein wirklicher Verlust.

Zur Story: der Kampf Gut gegen Böse ist wohl so alt wie die Menschheit selber und so erwartet einen vom Grundgerüst der Story her nix neues mehr. Doch als Megamind mehr oder weniger ungewollt seinen ewigen Erzrivalen Metro Man ausradiert, muss er sich was einfallen lassen, denn dem armen Kerl ist einfach fad, wenn er sich mit niemandem fetzen kann. Also erschafft er sich einen neuen Gegner, indem er einen unbedarften Bürger Metro Mans Kräfte einpflanzt. Als nuschelnder Space Dad versucht er mit seinem Schützling dessen Kräfte zu trainieren, aber man kann sich wohl denken, dass das gehörig in die Hose geht, denn nicht jeder „random citizen“ verträgt die Verantwortung, die Superkräfte mit sich bringen (With great power comes great responsability! – das wusste schon Peter Parkers Onkel). Und so findet sich unser Lieblingsschurke in einer sehr ungewohnten Rolle wieder – die des Helden, der den Tag rettet. Und gibt man noch den liebenswert hässlichen Minion und die diversen fliegenden Roboter dazu, erhält man einen wunderbar kurzweiligen Film.

Was für mich witzig und zugleich erstaunlich ist, ist dass man schon vom ersten Augenblick an Mitleid mit dem Bösen hat. Wohl weil er von Metro Man schon als Baby übervorteilt wird und wegen ihm im Knast aufwächst. Auch in der Schule wird er von seinem Erzrivalen gehänselt und wohl unter anderem auch deshalb hat er auch eine Schwierigkeit damit, Wörter korrekt auszusprechen.

Es werden wie alter DreamWorks-Manier haufenweise Filme und Filmcharaktere durch den Kakao gezogen. Da müssen schon Superman, Yoda, Karate Kid und diverse andere Klassiker herhalten. Grundsätzlich werden alle Altersstufen hinreichend bedient, aber gerade die Erwachsenen, oder wohl eher „jung gebliebenen“ bekommen Zitate und Anspielungen im Minutentakt. Die Kleinen werden sich wohl an Minion, dem Fisch im Wasserglas, der auf einem Gorilla-Roboterkörper thront, und Megaminds diversen Tollpatschigkeiten am meisten amüsieren.

Weiters erstaunte mich der so gar nicht kindliche Soundtrack der mit „Highway to Hell“ und „Bad“ von Michael Jackson aufwarten konnte. Wohl eher witzig für die Erwachsenen, wenn in den unpassendsten Momenten irrsinnige Musikstücke auftauchen.

Fazit: Ein Film für alle Altersstufen, der optisch zwar einige Mankos hat, diese aber mit witzigen Charakteren und einem liebenswerten Bösewicht wieder wett macht.

Dieser Film bekommt von mir 7 von 10 doch nicht so böse Empfehlungspunkte.


Ein Gedanke zu „Megamind (Filmkritik)

  1. Oh, an den kann ich mich tatsächlich nur noch dunkel erinnern. Ich glaube, der hatte damals das Pech, nur ein paar Monate nach „Ich, einfach unverbesserlich“ im Kino zu laufen und somit damit verglichen wurde – auch von mir. Und da war Gru einfach besser. Aber so für sich genommen hat der schon Spaß gemacht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.