War Machine (Filmkritik)

Da der Krieg in Afghanistan alles andere als geplant läuft, wird der Vier-Sterne-General Glen McMahon (Brad Pitt) dorthin gesandt, um den Krieg erfolgreich zu beenden. Vor Ort ist er für die amerikanischen Streitkräfte und die der internationalen Koalition verantwortlich. Um die als uneinnehmbar geltende Provinz Helmand einzunehmen, benötigt er zusätzliche Truppen und versucht die fehlenden Männer von den Koalitionspartnern zu bekommen.

Dieser Film basiert auf dem Buch „The Operators: The Wild and Terrifying Inside Story of America’s War in Afghanistan“ des Journalisten Michael Hastings. Für Regie und Drehbuch ist David Michôd verantwortlich, dessen Film „The Rover“ statt einer klaren Richtung, über eine interessante Prämisse funktionieren wollte. Für die Inszenierung seiner aktuellen Geschichte stand Michôd ein Budget von 60 Millionen Dollar zur Verfügung.

Die erfolgreiche Finanzierung des Films ist dann dem Streaming-Anbieter Netflix zu verdanken, der eben diese 60 Millionen Dollar für die Ausstrahlungsrechte bezahlt hat. Der Film beginnt mit einer Erzählerstimme, die dem Zuschauer die aktuelle Situation näher bringt. McMahon und seine Leute werden eingeführt und müssen sich mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut machen.

Irgendwann wird dem Zuschauer klar, dass dieser Film ein Problem hat. Es passiert einfach nichts Interessantes. Mit einer Laufzeit von zwei Stunden ist er zudem vergleichsweise lang geworden. Diese Kombination erfordert dann leider ein besonders gutes Sitzfleisch. Zudem fehlt dem Film eine klar erkennbare Richtung.

Für einen Actionfilm fehlt die Action, für eine Komödie die lustigen Momente und für eine Satire wirkt das Ganze deutlich zu realistisch. Man begleitet McMahon und die Männer die für ihn arbeiten. Auch wenn diese Charaktere so wirken als hätte man versucht sie zu überzeichnen, kann man sich sehr problemlos vorstellen, dass es solche Personen auch wirklich gibt.

McMahon selbst wird als Mann mit Selbstdisziplin dargestellt, der glaubt den passenden Plan gegen die Aufständischen vor Ort zu haben. Dabei sind, wie es eine Journalistin so schön formuliert, seine Absichten gut, nur seine Selbstwahrnehmung fragwürdig. Er will den Einheimischen in Afghanistan helfen, während die sich nur wünschen, dass er mit seinen Truppen abzieht.

Brad Pitt (Herz aus Stahl) als McMahon ist herausragend gut. Er spielt seine Rolle überzogen kantig, seltsam realistisch und vergleichsweise interessant. Dabei ist dennoch nicht ganz klar, wie ernst oder auch nicht es Pitt hier meint. Immerhin füllt er die Leinwand flächendeckend aus und sorgt dafür, dass alles andere irgendwie zur Nebensache wird.

Alles in allem ist „War Machine“ ein Film, dem die klare Richtung fehlt und der mit einer Laufzeit von zwei Stunden deutlich zu lang geworden ist. Brad Pitt kann als General McMahon zwar überzeugen, aber den Film nicht alleine tragen. Optisch ist der Film gelungen und kann mit einer authentisch wirkenden Szenerie punkten.

Der Film „War Machine“ bekommt 6/10 den Krieg an mehreren Fronten kämpfende Empfehlungspunkte.


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