Contract To Kill (Filmkritik)

Harmon (Steven Seagal) ist der beste Vollstrecker und wird eingesetzt von der DEA oder CIA, um gefährliche Ziele auf der ganzen Welt zu eliminieren. Eigentlich befindet er sich ja im Ruhestand, wird jedoch zur Rückkehr überredet. Ein gefährlicher islamischer Terrorist befindet sich nämlich in Istanbul und er plant einen großen Deal, um Anschläge in den USA zu verüben.

Zeit für Harmon, seine alte Flamme, die FBI Dame Zara (Jemma Dallender), zu diesem Auftrag anzuheuern. Mit dem Dronen-Piloten Sharp (Russell Wong) ist das kleine aber feine Team dann schon vollständig. Zu dritt werden sie es mit den gefährlichsten Terroristen der Welt aufnehmen, was für Harmon kein Problem ist, denn er ist weiterhin der Beste in seinem Job.

Ja, es ist wirklich auf eine seltsame Art faszinierend. Ich habe mir die letzten Jahre bewusst eine großzügige Pause von Steven Seagal Filmen gegönnt. Warum? Nun, dazu muss ich nun etwas länger ausholen. Während andere Action-Helden meiner Jugend – wie Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Jean-Claude Van Damme oder Dolph Lundgren – mit der Zeit gegangen sind und ihre Rollen mittlerweile mit mehr Selbstironie oder mehr Drama füllen, ist Seagal stehen geblieben. Und nein, das hat sich durch meine Pause auch nicht geändert.

Seit Regisseur Keoni Waxman (Hunt to Kill) im Jahr 2009 den ersten gemeinsamen Film gedreht hat – wenn ich mich nicht verzählt habe, haben die schon neun Projekte plus Serie miteinander realisiert – laufen alle Abenteuer gleich ab. Seagal umhüllt seine Wampe mit viel Kleidung, versteckt sein aufgedunsenes Gesicht hinter Bart und taktischer Brille (die er nie abnimmt), hat natürlich kein graues Haar am Kopf und macht jeden noch so jungen/athletischen Gegner fertig ohne nur einmal getroffen zu werden.

Als Krönung sind seine weiblichen Kolleginnen oft nicht mal halb so alt wie er und klarer Weise gibt es auch die obligatorische Sexszene, wo er sich zum Glück (warum wohl) nicht auszieht, dafür aber an seiner halb nackten Kollegin herumfummelt, was dennoch einigermaßen ekelhaft ist. Noch verstärkt hat sich mittlerweile seine Stimmlage. Ich habe keine Ahnung was er für Sachen schluckt, aber wie er seine Dialoge mit dieser unverkennbaren, monoton überheblichen Gelassenheit von sich gibt, das muss man schon erlebt haben, um es zu glauben.

Genau so läuft dann auch sein aktuelles Abenteuer „Contract to Kill“ ab, natürlich kostengünstig gedreht in Rumänien und abgesehen von Seagal (Machete) ohne weitere „Stars“ im Cast. Wobei hier meine positivste Überraschung ein Wiedersehen mit Jemma Dallender war, die ich seit ihrem mutigen Auftritt in „I spit on your Grave 2“ nicht mehr gesehen habe. Als Zara ist sie cool, mysteriös, kämpferisch und wunderschön und jedes Mal wenn Seagal statt ihr im Bild ist, habe ich die Minuten gezählt, bis sie wieder aufgetaucht ist.

Russell Wong (Die Mumie 3) als Sharp hat ebenso seine Momente, aber natürlich sind all die wichtigen Kämpfe oder entscheidenden Momente, Seagal vorbehalten. Er ist ja auch der Produzent, wie sollte es denn anders sein. Ganzheitlich beliebig also, aber sehr interessant von der Ideologie des Hauptdarstellers her, der offensichtlich ein unerschütterliches Wissen über die Welt besitzt und daher auch genau erkennt, was gut und böse ist und in seiner Funktion als Richter einschreitet, um die zu beseitigen, die Frauen und Kinder gefährden.

Wer unfreiwillige Komik lustig findet oder Seagal als von jeglicher Ironie befreites Kunst/Abfall-Produkt aus Hollywood schätzt, der ist hier genau richtig. Für mich war es das auf jeden Fall wieder, ich glaube nicht dass ihr von mir jemals wieder eine Seagal-Kritik hier lesen werdet, zumindest was seine aktuellen Werke betrifft. Warum meine Bewertung nicht noch niedriger ausfällt, liegt nur an Jemma Dallender und der bereits erwähnten kranken Faszination, dass solche Filme scheinbar immer noch funktionieren.

„Contract to Kill“ bekommt von mir 4/10 sich von der Lady vor der völligen Versenkung bewahren lassende Empfehlungspunkte.


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