La La Land (Filmkritik)

Mia (Emma Stone) ist eine leidenschaftliche Schauspielerin, die ihr Glück in Los Angeles sucht. Dort lernt sie Sebastian (Ryan Gosling) kennen, der in LA als Jazz-Musiker seinen Durchbruch schaffen will. Ist der Weg zum Erfolg wirklich steinig?

5 Jahre dauerte es, bis Regisseur und Drehbuchautor Damien Chazelle (Whiplash) das grüne Licht für seinen Film „La La Land“ bekam. Zu neu, zu alt oder einfach zu groß war vielen Studios seine Idee eines in die Jetztzeit verfrachteten Old-School Film-Musicals.

Nachdem der Hype um diesen Film vor allem dank seiner multiplen Golden Globe Gewinne sehr groß war (und ich nichts gegen singende und tanzende Menschen in Filmen habe), sah ich ihn mir bei der ersten sich bietenden Möglichkeit an. Die Erwartungen waren hoch, denn ein Film der gleich 7 Golden Globes gewinnt, muss ja gut sein. Umso mehr erstaunte es mich, dass mich der Film nicht vom Hocker riss, so sehr ich die Geschichte hinter dem Film ergreifend finde. Wer hört nicht gerne, dass man alles erreichen kann, wenn man nur lange genug Zeit/Glück hat.

Kritikpunkt 1: Dieser Film ist ein Musical und so gute Schauspieler Emma Stone (Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance))und Ryan Gosling (The Nice Guys) auch sind, sie sind nun mal nicht notwendigerweise ebenso gute Sänger. Emma Stone hat wirklich eine hübsche Stimme, aber für einen Film, der von den Songs lebt, hat sie nicht genug Power in der Stimme. Aus diesem Grund habe ich auch für die Realverfilmung von „Beauty and the Beast“ meine Sorgen, vor allem nachdem man Emma Watson das erste Mal in einem Trailer singen gehört hat.

Kritikpunkt 2: Oft sind es ja gerade die Songs, die einen Film unsterblich werden lassen. Da muss ich immer an Lieder wie „Let it Go“ (Frozen), oder „Hakuna Matata“ (The Lion King) denken, die mich sofort an eine Stelle in ihrem jeweiligen Film erinnern. Hier kann ich mich nicht einmal an die Musik erinnern, wenngleich ich mir während dem sehen dachte, dass bei einigen der Nummern durchaus Potential vorhanden wäre. Mit wirklich guten Sängern/Tänzern/Schauspielern wären sie aber sicher noch um ein vielfaches besser gewesen. Eine Ausnahme ist hier die Eröffnungsnummer, die sich während einem Stau entfaltet. Menschen steigen aus ihren Autos und fangen einfach so zu singen an. Das Konzept mag sich komisch anhören, die Szene ist aber gut gemacht.

Kritikpunkt 3: Leider sind die beiden Hauptcharaktere nicht besonders liebenswerte Menschen. Anscheinend stehe ich mit dieser Meinung ziemlich alleine da, denn bisher habe ich noch kaum ein negatives Wort über diesen Film gehört.

Mia ist eine echte Schreckschraube. Sie ist in einer Beziehung, flirtet und datet nebenbei aber Sebastian. Sie baut sein Ego auf, aber in dem Moment, in dem sein Lebensplan von ihrer Vorstellung für ihn abweicht, lässt sie ihn fallen. Und als sie sich am Schluss in die erste Reihe in sein Sichtfeld setzt, hätte ich Mia am liebsten die Meinung gegeigt. Als Sebastian ihr dann sinngemäß sagt, „Maybe you just liked me on my ass, because it made you feel better about yourself“, konnte ich ihm nur Recht geben.

Und trotz allem läuft er ihr nach, als ein Casting-Director bei ihm für Mia anruft, stalkt sie quasi bis sie endlich mit ihm redet und fährt sie danach selbst zum Casting. What? Hat er denn keine Selbstachtung?

Kritikpunkt 4: Wessen Idee war es, Emma Stone und Ryan Gosling als Paar zu casten? Die Beiden funktionieren vielleicht als Buddies, aber um ein Paar zu spielen, haben sie nicht die nötige Chemie miteinander. Viele ihrer Szenen bestehen zum Teil aus (mit anderen Schauspielern in der Hauptrolle vielleicht) bedeutsamen Blicken die sie sich wortlos zuwerfen, was mich dann schon ein wenig zu nerven begann. Die Szenen, in denen Stone am Anfang mit ihren Freundinnen herum blödelt, sind dafür wirklich lustig, oder als sie sich von Sebastian „I ran“ wünscht.

Fazit: Hohe Erwartungen zu haben zahlt sich bei keinem Film aus, sollte er auch noch so viele Awards gewonnen haben.

Dieser Film bekommt von mir 5,5/10 durch die Nacht tanzende Punkte.


Ein Gedanke zu „La La Land (Filmkritik)

  1. Also Hollywood ist in diesem Fall wirklich anderer Meinung als du…auch grundsätzlich, denn Gosling und Stone wurden ja bereits in zwei Filmen zuvor als Paar gecastet.

    P.S.: Awards machen noch keinen guten Film. Diese objektive Wahrheit ist mir schon oft untergekommen, darum wage ich zu behaupten, dass sie meine Erwartungshaltung nicht mehr beeinflussen.

    Und ich muss dir nur in einem Punkt widersprechen: Hatte zum Beispiel bei Guardians of the Galaxy oder Deadpool sehr hohe Erwartungen und es fühlt sich gut an, wenn diese erfüllt oder sogar übertroffen werden. In den meisten Fällen zahlen sie sich aber nicht aus, schon klar was du meinst. Umvorbelastet ist am Besten.

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