Amphibious 3D (Filmkritik)

Die Meeresbiologin Skylar Shane (Janna Fassaert) ist zu Forschungszwecken unterwegs und hat dazu den Kapitän Jack Bowman (Michael Paré) angeheuert, der sie auf dem Meer herumfahren soll. Leider hat Bowman nicht gerade eine weiße Weste. Hin und wieder übernimmt er auch „Lieferungen“ für eine Schmugglerbande, die auf einer Fischerplattform Kinder mehr oder weniger gefangen hält und als billige Arbeitssklaven missbraucht.

Eines dieser Kinder ist Tamal (M. Sayangbati) mitsamt Bruder. Als nach und nach die „Mitarbeiter“ der Plattform verschwinden und übel zugerichtet auftauchen, stellt sich die Frage, ob auf dieser Plattform alles mit rechten Dingen zugeht …

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Ein weiterer Monsterfilm, der auf dem Cover eine Schönheit im Bikini zeigt, die von einem Biest unter Wasser bedroht wird. Es wäre glatt mal eine Studie wert, wie viele solcher Cover es eigentlich gibt – vor allem, wenn sie mit dem Film selbst nichts zu tun haben.

Insofern hält „Amphibious“ schon mal im Ansatz nicht, was das Cover verspricht. Ansonsten ist alles beim Alten: Ein geschlossener Raum (Fischerplattform) eine unbekannte Bedrohung (Monster), eine Forscherin (Meeresbiologin) und der Kleinkriminelle mit gutem Herzen (der Kapitän). Dazu noch ein mysteriöses Kind – und der Mix ist fertig.

Das ist auch genau das, was man als Zuseher von diesem Film bekommt. Nicht mehr und nicht weniger. Die Schauspieler sind allesamt nur Mittel zum Zweck. Wenn man M. Sayangbati da mal außen vor lässt, denn die bösen Blicke dieses Kindes haben es echt in sich. Es gibt da ein paar Nahaufnahmen, die wirklich bösartig wirken, Hut ab vor dieser Leistung.

Alle anderen sind entweder völlig unterbeschäftigt (Michael Paré, „Assault On Wall Street“, „Rampage“, „Blubberella“) oder schlichtweg da, um für Charaktertiefe zu sorgen (Janna Fassaert), was aber leider gehörig daneben geht. Janna Fassaert – gebürtige Holländerin, sollte das jemanden interessieren – macht ihre Sache insofern gut, als ich mir bis jetzt nicht sicher bin, ob ich die Figur der Skylar Shane mag. Ich glaube nicht. Denn letztlich ist sie auch nichts anderes als die viel zitierte „Damsel in Distress“, auch wenn es einen oder zwei Momente gibt, in denen Potential da wäre, mehr aus der Figur zu machen, was aber dank dem Drehbuch dann eh nicht passiert.

Das ist auch das Hauptproblem von „Amphibious“: Es werden so verlässlich alle genretypischen Vorgaben abgehakt, dass es schwer ist, sich in den Film hineinfallen zu lassen. Dabei fängt er sogar halbwegs innovativ an. Die erste Sequenz ist ein „Found Footage“-Teil, der ein Urlauberpärchen zeigt, die eine gute Zeit verbringen (und ich weiß nicht, wie oft der Name „Logan!“ in den ersten fünf Minuten des Films ausgesprochen wird. Das war schon richtig nervig), nur um dann relativ rasch (wenn auch nicht ganz unspektakulär) von dannen zu gehen.

Für alle Found-Footage-Gegner: Der Film geht nach dieser Einführung in eine „normale“ Kameranutzung über. Regisseur Brian Yuzna (The Dentist 1 & 2, Bride Of Re-Animator, Rottweiler) inszeniert manche Szene so plakativ beim Spannungsaufbau, dass es zeitweilig wirklich schon mal eine Erlösung ist, wenn ein Charakter den Weg ins Nirvana findet. So gibt es eine Szene, in welcher ein WC-Gang zum Tode führt und die sich ewig dahin zieht.

Das „Creature Design“ ist gut gelungen, wenn auch klar CGI. Die Gore-Effekte sind teilweise wirklich eklig (im positiven Sinn) und da wird mit der Kamera schon mal drauf gehalten. So wird da etwa jemand in der Mitte zerteilt, oder ein Bauch wird aufgeschlittzt und dann seziert. Oder Stachel bohren sich durch Hälse und Schultern werden aufgrissen. Da schenkt sich der Film nichts – und trotzdem wirkt er, von diesen kurzen Momenten abgesehen, eher handzahm.

„Amphibious“ wäre gern ein echter Horrorfilm, geht dabei aber so konsequent seinen Weg, dass dadurch so gut wie alle Spannung (ein paar kleine Ausnahmen gibt es) verloren geht. Von der Story von Skylars „verlorener Tochter“, die letztlich (trotz der Ersatz-Muttergefühle) keine weiteren Auswirkungen hat, will ich jetzt gar nicht viel dazu sagen außer: Netter Versuch. Ging trotzdem in die Hose.

Das Ende ist recht nett, wenn auch in diesem Fall gilt – weniger wäre mehr gewesen. Die letzte Szene war für mich dann der Punkt, an welchem ich das Handtuch geworfen habe und für mich klar war, dass hier einfach zu viel geplant war und zu wenig davon umgesetzt wurde. Achja, der ui – so beliebte – 3D-Effekt ist letztlich wieder einmal nur für ein paar „Es kommt mir aus dem Bildschirm entgegen“-Momente vorhanden, ist also völlig unnötig.

„Amphibious“ bekommt von mir 6 von 10 möglichen, die Bestie rund um die Fischerplattform treibende, Punkte.

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