The Twilight Saga: Eclipse – Bis(s) zum Abendrot (Filmkritik)

Seattle wird von einer Reihe rätselhafter Mordfälle erschüttert und es scheint als ob ein blutrünstiger Vampir auf Rache sinnt. Seine Spuren führen zu Bella (Kristen Stewart). Nachdem Bella wieder mit Edward (Robert Pattinson) zusammen ist, muss sie sich ganz nebenbei zwischen ihrer Liebe zu ihm und ihrer Freundschaft mit Jacob (Taylor Lautner) entscheiden – in dem Bewusstsein, dass deswegen der uralte Kampf zwischen Vampiren und Werwölfen erneut beginnen könnte…

Twilight Eclipse

Dass mich das Verfassen der wohl letzten Twilight-Kritik meines Lebens so melancholisch stimmen würde, hatte ich nun wirklich nicht erwartet. Nachdem ich die beiden letzten Teile der „Saga“ schon vor einiger Zeit geschrieben habe, wird „Eclipse“ mein letzter Ausflug in die Vampir- und Werwolf-Welt von Stephenie Meyer.

Hate it or love it. Etwas anderes gibt es nicht. Wobei, es gibt auch noch die Zwischenform der Hass-Liebe, die ich für die Werke, die Stephenie Meyers Fantasie entsprungen sind empfinde. Darüber Witze zu reißen ist fast schon billig (aber hey, ich bin mir für nichts zu schade!), aber eben nur fast. In Verbindung mit einem Trinkspiel (bei jedem nackten Oberkörper ist ein Shot fällig) werden selbst die kritischsten Zuseher ihren (feucht, fröhlichen) Spaß haben.

Stephenie Meyer hatte doch tatsächlich für ein jedes ihrer Werke ein literarisches Vorbild, etwas das mir beim Lesen komischerweise nicht aufgefallen ist (ja ich habe alle Bücher gelesen, hört auf mit den Augen zu rollen). War es beim ersten Teil Jane Austens „Stolz und Vorurteil“, musste beim Zweiten Shakespeares „Romeo und Julia“ als thematischer Pate her halten. Durch „Eclipse“ wurde „Sturmhöhe“ von Charlotte Bronté Gewalt angetan und für die Geschichte des dritten Romans verwurstet.

Die Story: Nun da Edward und Bella offiziell wieder ein Paar sind, könnte das Leben so schön sein. Edward macht seiner Angebeteten sogar einen Heiratsantrag. Doch Bella sagt Nein und erpresst ihn mit ihrem Wunsch von ihm zum Vampir gemacht zu werden. Zu Hause hatte Bella Hausarrest, denn man hat sich wohl erinnert, dass es Charlie Swan noch gibt, der wenig begeistert von dem spontanen Ausflug seiner Tochter nach Italien war. Von ihrem allgemein besorgniserregenden Verhalten im letzten Film mal ganz abgesehen.

Im Hintergrund bekommt man mit, wie nach dem verschwundenen Riley Biers gesucht wird, der nun als Vampir sein Unwesen treibt und einige Menschen in Vampire verwandelt um eine Mini-Armee zu „gründen“, oder als Mittel gegen Einsamkeit. Da bin ich mir nicht mehr ganz sicher. Nach einem kurzen Besuch bei Bellas Mutter konzentrieren sich Bella, die Cullens und die Werwölfe darauf, sich auf den kommenden Kampf mit der Mini-Mini-Vampir-Armee von Riley vorzubereiten. Nun ist auch das Liebesdreieck Bella, Edward und Jacob, das ganze Nationen in Team Edward und Team Jacob gespalten hat, wieder komplett. Jippieh! Jacob zwingt Bella gleich mal einen Kuss auf, wohl in der Hoffnung irgendwelche Emotionen aus ihrem starren Gesicht lesen zu können. Doch Bella lässt lieber ihre Fäuste sprechen als ihr Gesicht und knallt dem präpotenten Werwolf eine.

Da neugeborene Vampire suuuuuuperstark sind, überwinden die Werwölfe ihre Vorurteile gegenüber den Cullens und trainieren gemeinsam für den Kampf gegen Riley und seine Mannen, wobei Edward (der ja Gedanken lesen kann, falls ich es bis jetzt noch nicht erwähnt habe) als Mensch-Wolf, Wolf-Mensch Dolmetscher (ist so grenzdebil wie es sich anhört) fungiert.

Früher als gedacht und später als gehofft ist schon der Endkampf da, bei dem Bella dank eines genialen Planes als Köder her hält, anstatt wie ein intelligenter Mensch (der Miss Swan, wie bereits etabliert, NICHT (!) ist) das Land zu verlassen und nie zurück zu blicken. Während die anderen kämpfen, campt sie gemeinsam mit dem Rest des Liebesdreiecks auf einer Lichtung. Um sich die Zeit zu vertreiben bittet sie Jacob sie zu küssen, denn sie steht zu ihrer Entscheidung und es würde ihr auch niemals einfallen, einen Kerl unnötig zappeln zu lassen. Wem gehört nun Bellas Herz? Und wie wird der Kampf ausgehen? Fragen über Fragen – die ich nicht beantworten werde, denn hey, wer es wissen will, muss sich den Film ansehen.

Regie führte David Slade, der nach Chris Weitz und Catherine Hardwicke hinter die Kamera kletterte. Slade drehte mit „30 Days of Night“ einen Vampir-Film, der wohl zu den brutaleren des Genres gehört und auch thematisch innovativ war. Innovation ist Slade hier keineswegs geglückt, wenngleich man als 3. Regisseur einer solch erfolgreichen Serie wohl eher wenig kreativen Freiraum hat. Im Sinne von Gerechtigkeit bekommen so ziemlich alle Cullens ihre eigene Backstory, die erklärt wann, wo und wie sie zu Vampiren wurden. Alles seeehr interessant und wirkt auch gar nicht wie unnötige Zeitverschwendung. Die sture Romantreue und die Verpflichtung den Fans geben zu müssen, was sie wollen, führt zu einem sehr unruhigen Film, der wie eine Aneinanderreihung von nur lose miteinander verknüpften Szenen wirkt.

Zu den Schauspielern gibt es nichts Neues zu sagen. Kristen Stewart (Snow White and the Huntsman) spricht mit unnötigen………. langen Pausen und hat meistens einen sehr vakanten Gesichtsausdruck. Robert Pattinson (Water for Elephants) muss sich mit Taylor Lautner (Atemlos) um eine Frau streiten, die die emotionale Reife eines Kindergartenkindes hat und das Charisma eines Steines. Aber, daran sind sie selber schuld.

Bryce Dallas Howard (The Help), die Tochter von Regisseur Ron Howard (Rush), übernahm die Rolle von Victoria, nachdem Rachelle Lefevre wegen Terminproblemen aussteigen musste. Sie holt aus ihrer sehr eindimensionalen Rolle raus was geht, aber ich war ohnehin viel zu sehr von ihrer wild gelockten, grell-roten Perücke abgelenkt um mich konkret konzentrieren zu können.

Fazit: Auch durch „Eclipse“ wurde „überraschenderweise“ das Rad nicht neu erfunden. Ich kann gar nicht konkret definieren, was auf der Pro- und Contraseite von „Eclipse“ steht, da die Grenze zwischen Beidem zumindest vor meinen Augen verschwimmt. Wie schon bei den anderen Teilen empfehle ich den Film nur Fans, oder passionierten Hassern wie meiner Wenigkeit.

„Eclipse“ bekommt von mir 3,5/10 nun zu Ende gehende Punkte.


2 Gedanken zu „The Twilight Saga: Eclipse – Bis(s) zum Abendrot (Filmkritik)

  1. „Dass mich das Verfassen der wohl letzten Twilight-Kritik meines Lebens so melancholisch stimmen würde, hatte ich nun wirklich nicht erwartet.“

    Gell, im Grunde war’s schon ’n großer Shit, aber irgendwie eine lustige Zeit xD

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