The Twilight Saga: Breaking Dawn – Part 2 (Filmkritik)

Bella (Kristen Stewart) ist endlich ein Vampir. Nachdem sie mit Edward Cullen (Robert Pattinson) den Mann ihrer Träume geheiratet hat, wurde sie in ihren Flitterwochen schwanger und bekam nach einer beängstigend beschleunigten Schwangerschaft eine Tochter namens Renesmee (Mackenzie Foy). Durch ein Missverständnis denken die Volturi und deren Anführer Aro (Michael Sheen) das Renesmee ein unsterbliches Kind ist. Ein Vergehen das mit dem Tod geahnt wird. Nun müssen sich die Cullens auf einen Angriff der Volturi vorbereiten, auch indem sie Verbündete von allen Enden der Erde zusammentrommeln…

The Twilight Saga Breaking Dawn Part 2

Eins vorweg – ich bin ja nicht immer der anspruchsvollste Kinobesucher. Film-Logik ist kein Muss für mich und daher kann mich oft auch an eher anspruchslosen Werken die über die Leinwand flimmern vorurteilsfrei erfreuen. Doch bei „Breaking Dawn – Part 2“ fiel mir das schon ein wenig schwer. Ich werde nicht nur den Film selbst behandeln, sondern auch ein bisschen den Stoff und die (mangelnde) Logik die ihm zugrunde liegt. So, zurück zum Anfang.

„Breaking Dawn – Part 2“ wurde gleichzeitig mit dem ersten Teil gedreht und beginnt eigentlich direkt dort, wo der erste Teil aufhört. Zuerst wird man aber noch mit einem Intro „verwöhnt“, das zusammenhangslose Bilder in Weiß und Rot abwechselnd mit den Namen der Schauspieler zeigt. Dies zieht sich so in die Länge, dass man zwischendurch problemlos ein Schwätzchen mit seinem Sitznachbarn halten kann, ob man nun zu Team Jacob oder Team Edward gehört. Für alle mit einem sehr schlechten Gedächtnis werden auch am Schluss nochmal alle Charaktere mit Bild und den Namen ihrer Schauspieler präsentiert. Schließlich ist es soweit, Bella öffnet ihre nun blutroten Augen und nimmt die Welt in all ihren Details wahr. Jaja, sie kann supertoll hören und sehen – wir habens kapiert.

Die nächsten Minuten sehen wir zu wie Bella ihre Fähigkeiten austestet. Einige Sachen sehen einfach nur zum niederknien aus. Bella beim Bergsteigen, wenn sie wie eine Spinne die die Felsen erklimmt, Bella wenn sie sich ganz normal bewegt, aber ihre Umgebung an ihr vorbei huscht, weil sie soooo schnell ist. Da wir sehr viel Zeit mit Bella verbringen, muss man tatsächlich mehr als 20 min warten, bis sich Taylor Lautner auszieht. Er liefert die wohl lustigste Szene des Films, auch weil sie gewollt komisch ist.

Damit die beiden Turteltäubchen endlich (nun ungefährlich) Liebe machen können, bekommen sie ein Liebesnest geschenkt (wozu eigentlich, wenn die Cullens planen in kurzer Zeit wegzuziehen weil sie planen Bellas Tod vortäuschen?), um ungestört zu sein. Als Bella sich eines Tages vom Ehebett und ihrem Göttergatten losreißen kann, besinnt sie sich der Tatsache, dass sie ja eine Tochter hat und geht mit Renesmee (bescheuertster Name EVER!) Schneeflocken fangen. Dies sieht Irina aus dem Denali-Klan, die nach Fork gekommen ist, um sich für ihr Benehmen bei der Hochzeit von Bella und Edward zu entschuldigen und nimmt an, dass die Kleine ein unsterbliches Kind ist. Ein absolutes Verbrechen, denn Kinder die gebissen und in Vampire verwandelt werden, bleiben auf ihrer Entwicklungsstufe stehen und interessieren sich für wenig außer ihrem Durst nach Blut. So musste Irinas Mutter durch die Hand der Volturi das Zeitliche segnen, nachdem sie so eine Kreatur schuf. Die Volturis freuen sich natürlich über einen Grund gegen die Cullens in den Krieg zu ziehen und so führt eines zu anderen.

In Anschluss suchen die Cullens Verbündete, die als Zeugen oder im Notfall auch als Kämpfer fungieren können. Viele kommen wie wandelnde Klischees daher, vor allem der Aufzug der Amazonen ließ mich grinsen (und natürlich haben die Iren rote Haare). Dankenswerterweise haben die auch nützliche Kräfte (Kontrolle der Elemente, Sinnestäuschungen, Elektrizität), denn die Cullens haben sich ihre Freunde wohl schon immer nach diesem Aspekt ausgesucht.

Stellenweise fragt man sich wirklich wo sind die 120 Millionen Dollar Budget abgeblieben? Denn in ordentliche Computereffekte sind sie sicher nicht investiert worden. Seit dem 2. Teil der „Saga“, in dem die Werwölfe zum ersten Mal zu sehen waren, sind 3 Jahre vergangen. Man sollte meinen, dass man inzwischen ein bisschen mehr Aufwand und/oder Kohle in die Gestaltung bzw Animation der Werwölfe investieren könnte, vor allem weil sich das damalige Budget von 50 Millionen Dollar mehr als verdoppelt hat.

Okay, wenn wir gerade beim Thema CGI sind, da wäre noch die grottige Animation von Renesmee, die ja innerhalb von 2 Monaten unmenschlich schnell altert. Statt einfach ein süßes Baby zu nehmen (ist doch wurscht ob sie der schlußendlichen Schauspielerin dann aufs Haar gleicht), bekommt man als Zuseher ein roboterhaftes Puppengesicht (es wurde ja auch teilweise ein Animatronic verwendet) vorgesetzt, das einfach nur seltsam aussieht. Okay in einigen Szenen muss die Kleine Dinge tun, die Babys einfach nicht auf Kommando tun können (zB jemanden ins Gesicht greifen), aber wenn ordentlich getrickst worden wäre (tarnen und täuschen Leute!!), wäre das wohl weniger unangenehm aufgefallen.

Mir stellt sich an dieser Stelle noch eine Grundsatzfrage. Altern Werwölfe wie normale Menschen oder stirbt Jacob irgendwann während Renesme unsterblich ist? Falls Werwölfe nicht altern, stellt dies ein großes Problem dar. Wie sollte man diesen Fakt der Öffentlichkeit erklären, wenn selbst die alteingesessenen Vampire (die Ältesten von denen sind immerhin schon 3000 Jahre alt) es vorziehen, ihre Existenz möglichst tot zu schweigen? Außerdem hat die Kleine Halbvampirin ca 2 Monate gebraucht um 10 Jahre alt zu werden, braucht dann aber anscheinend noch weitere 6 Jahre 10 Monate um ausgewachsen zu werden (solange brauchte ein anderer Menschpir)? Logik ist was Feines.

Kristen Stewart als Bella sieht vor allem wenn sie versucht ihre „Superkraft“ zu kontrollieren aus, als ob sie unter Verstopfung leidet. Überhaupt fragt man sich, ob sie mehr als 2 oder vielleicht auch 3 Gesichtsausdrücke im Repertoire hat. Ab und zu hat sie generell den Charme eines Holzscheits.

Ähnliches kann man über die schauspielerische Leistung ihres Partners sagen. Robert Pattinson aka Edward wird diesmal beinahe in eine Nebenrolle gedrängt. Witzig fand ich den Flashback am Ende des Films, in dem deutlich sichtbar wird, dass Edward  gealtert ist, obwohl der Gute ja eigentlich für immer 17 sein sollte.

Es wird eine große Anzahl an neuen Nebendarstellern vorgestellt, die aber meistens nur herumstehen und Superkräfte haben, die wie direkt aus den X-Men-Filmen geklaut wirken. Martin Sheen als Aro ist eines der Highlights des Filmes. Man merkt, dass er sich vollkommen bewusst ist, wie lächerlich sein Charakter eigentlich ist und zieht sein Overacting konsequent durch. Die deutsche Synchro kommt hier sogar relativ nah an das Original heran (ja ich habe den Film 2 x gesehen, alles nur im Namen der Wissenschaft). Dakota Fanning hat nicht viel Text und schafft es nur mit ihren Augen mehr Emotion zu übermitteln als einige der Hauptdarsteller. Auch sonst hat kaum ein Volturi genug Handlung um wirklich einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Regisseur Bill Condon („Dreamgirls“) schaffte es vor allem bei den Actionszenen sein Können zu zeigen und schuf so einen Kampf der trotz eher wenig Beteiligten durchaus Schwung hatte. Was jedoch ein wenig erbärmlich wirkte war die Großaufnahme zu Beginn des Kampfes, wo man die beiden gegnerischen Seiten sieht. Auf einer Lichtung mit der Größe eines Fußballfelds stehen sich gefühlt 4 Personen gegenüber. Da kommt nun wirklich gar kein Drama auf. Die große Entscheidungsschlacht selber kann sich durchaus sehen lassen und ist reichlich brutal. Natürlich alles ohne den Einsatz von Blut (weil Vampire = blutleer und Gott sei Dank bluten auch die Wölfe nicht), daher kann man sich Condon einiges erlauben. Da werden Köpfe abgetrennt, Arme abgerissen, Genicke gebrochen, Leute angezündet oder gleich in glühende Magma gekickt. Der große Twist SPOILER spult alles wieder auf Anfang und zeigt, dass dies alles nur eine Vision von Alice war, die Aro die möglichen Konsequenzen seines Handelns vor Augen führen wollte. Ich hätte mir echt gewünscht, der Twist hätte nicht stattgefunden, so hätte der Film einiges mehr an Drama gehabt. Aber man kann ja keine Hauptcharaktere sterben lassen. SPOILER ENDE

Können auch Menschen an dem Film Gefallen finden, die sich den Film eher aus Neugierde an dem Phenomen „Twilight“ ansehen? Durchaus, denn soviel Spaß wie in diesem Film hatte ich schon lange nicht mehr. Selten so gelacht und ich kann mich dann auch noch in dieser Kritik austoben. Ein wahres Fest. Das Beste an dem Film? Es ist der (wahrscheinlich) Letzte. Wobei man niemals nie sagen kann, denn wenn man mit etwas soviel Geld scheffeln kann, gibt es keine definitiven Aussagen.

Fazit: Ein (oft unfreiwillig) lustiger Film, der munter dahin plätschert und schließlich in ein zuckersüßes Happy End mündet. Wahrer Kitsch also. Für Fans ein Muss und alle Anderen sind selber schuld.

Dieser Film bekommt von mir 3,5/10 anämischen Punkten.


2 Gedanken zu „The Twilight Saga: Breaking Dawn – Part 2 (Filmkritik)

  1. Ich verstehe diese „Anschuldigungen“ überhaupt nicht. Wenn man das Buch kennt, und das möchte ich für jeden twilight Fan doch hoffen, kann man den Film völlig nachvollziehen. Bill Condon hat alles wunderbar verwirklicht. Bella ist nun mal ein Vampir mit Superkräften, da kann sie ja nicht den Felsen hochklettern wie ein sterblicher. Außerdem sind Kristen Stewart und Robert Pattinson fantastische Schauspieler. Das der Film am Anfang etwas langsamer anfängt ist doch normal, das sieht man bei den meisten Filmen.

    • Ich möchte nur anmerken, dass diese Anschuldigungen nur meine Beobachtungen sind. Ich will es keinem Fan absprechen, die Bücher und die Filme gut zu finden – nur für mich persönlich war das Filmerlebnis eben nicht so toll. Und ja, ich kenne die Bücher…

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