Joy Ride 2: Dead Ahead (Filmkritik)

Melissa (Nicki Aycox) fährt gemeinsam mit ihrem Verlobten Bobby, ihrer Schwester und deren Freund auf einen Roadtrip nach Las Vegas. Als sie eine Abkürzung auf einer abgelegenen Seitenstraße nehmen wollen, gibt ihr Wagen plötzlich den Geist auf. Die vier schlagen sich zu Fuß durch, bis sie auf ein scheinbar verlassenes Haus treffen.

Sie brechen ein, und „borgen“ schließlich das Auto des abwesenden Hausbesitzers um doch noch rechtzeitig ihre Freunde in Las Vegas zu treffen, Melissa hinterlässt aber ihre Telefonnummer, da sie ja wirklich vorhat das Auto zurückzugeben und für den Schaden zu bezahlen. Am nächsten Morgen, bei einem kurzen Zwischenstop in einem Restaurant, kommt Bobby von der Toilette nicht mehr zurück und Melissas Telefon klingelt. Es ist ein Truckfahrer der sich Rusty Nail nennt und der Besitzer des Autos ist, und wenn die drei Bobby jemals lebendig wiedersehen wollen, dann müssen sie ein Spiel spielen und die Anweisungen des Entführers genau befolgen.

Joy Ride 2 Dead Ahead

Unter der Regie von Louis Morneau (Werwolf – Das Grauen lebt unter uns), entstand im Jahre 2008 die DVD-Fortsetzung vom Paul Walker Hit „Joy Ride“ aus dem Jahre 2001. Zusammenhänge zwischen den beiden Filmen gibt es keine, bis auf den hier viel präsenteren Killertruckfahrer Rusty Nail, der munter weiter mordet wie es ihm gefällt und dies gleich noch einmal in „Joy Ride 3“ tun darf.

Nach einer kurzen „Anfangssequenz-Mordszene“, nimmt sich der Film circa eine halbe Stunde Zeit um die Charaktere genauer vorzustellen, was sich im weiteren Verlauf vom Film als Glücksfall erweisen könnte, wenn die Hauptfiguren nicht ganz so klischeehaft gezeichnet wären. Das sofort als „Final Girl“ (die, die am wahrscheinlichsten überlebt und am Schluss den Bösen besiegt) erkennbare Hauptmädchen, ihr etwas zu braver Freund, die abenteuerlustige Schwester und deren pseudo-cooler Internet-Freund.

Alles blasse Charaktere, nur Nicki Aycox (Ticking Clock) schafft es ihrer Melissa etwas Leben ein zu hauchen. Die Darsteller an sich machen ihre Sache aber nicht schlecht, eine echte Veränderung unterläuft aber nur Aycox, die sich wandelt vom hübschen Mädchen zum weinerlichen Opfer, bis hin zu einer toughen Kämpferin in deren Augen man (beinahe) keine Anzeichen von Furcht mehr finden kann. Auch Rusty Nail kann wieder mit seiner sonoren Stimme punkten, doch im Vergleich zum Original ist auch diese etwas weniger einprägsam ausgefallen.

Spätestens bei einem sadistischen Würfelspiel, dass so ähnlich auch in einen „Saw„- Film passen würde, wird klar, dass die Gewaltschraube höher gedreht wurde als im ersten Teil, was sich besonders bei zwei doch recht drastischen Morden deutlich zeigt. Auch eine „Oben Ohne Dame“ und ein paar kurze Röckchen wurden eingebaut, um Zuschauer bei Laune zu halten. Alles sehr typische Wege, die Fortsetzungen von ursprünglich im Kino gezeigten Horror/Thriller Filmen gehen.

Ein Grundthema, nämlich ob man alle Anweisungen eines Irren befolgen würde um jemanden zu retten, den man liebt, wird auch hier zum Thema gemacht, wobei die gesamte Geschichte im Grunde nur dazu dient, um Rusty Nail bei der Bestrafung von Menschen zu zu sehen, die ihm in irgendeiner Weise auf die Nerven gehen. Dabei verhindern in diesem Fall leider die plakative Filmmusik, eine schlecht geschnittene Unfallszene und ein paar holprig weil künstlich wirkende Dialoge, dass auch nur ansatzweise das Niveau der tollen ersten Spritztour erreicht wird.

Insgesamt also eine Fortsetzung, die man im Prinzip nicht gebraucht hätte und die Macher offensichtlich versuchen Rusty Nail, genau wie seine großen Vorbilder Freddy, Jason oder Michael Meyers zuvor, zu einem bekannten und gefürchteten Namen im Horror-Genre zu machen, was hiermit ganz ordentlich, aber nicht wirklich gut gelungen ist. Als DVD-Premiere aber sicherlich in dieser Form eine der besseren. Eines muss man unserem Rostigen Nagel schon lassen, er hat Geduld. Nachdem Teil zwei ganze sieben Jahre nach dem ersten erschienen ist, dauert es wieder sechs Jahre, bis im Juli 2014 der dritte Teil das Licht der Welt erblickt. Soviel Ausdauer sollte man irgendwie belohnen, vielleicht ja mit einer ausgedehnten Truck Fahrt?

„Joy Ride 2: Dead Ahead“ bekommt von mir 5/10 etwas eingerostete Empfehlungspunkte.


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