The Bay (2026 Movie)

Emma (Francesca Eastwood) und Lani (Dani Oliveros) besuchen die Hochzeit einer Freundin. Dort werden sie von Mandal (Alexander Wraith) angequatscht, der sie zu einer gemeinsamen Bootstour überredet. Zum Hai-Anschauen und füttern. Alles soweit gut, bis es eben nicht mehr gut ist. Der Motor des Boots gibt auf und über Funk erreichen sie niemand. Was tun?

Als dann auch noch ein Leck im Boot entsteht, wird die Lage immer brenzliger. Die Emotionen kochen hoch. Was ist die größere Gefahr? Die Haie im Wasser? Oder die Menschen im Boot?

Scheinbar stehen Hai-Filme wieder hoch im Kurs. Zumindest kommt es mir so vor. Vielleicht kriege ich es auch einfach wieder nur mehr mit. Wer weiß – jedenfalls haben wir mit „The Bay“ einen Vertreter dieser Gattung. Oder er wird zumindest so vermarktet. Aber eigentlich trifft es diese Bezeichnung nicht so richtig. Die Haie spielen hier nämlich nur eine untergeordnete Rolle. Die Intention von Drehbuchautor und Regisseur Phil Volken ist klar und die wird auch gut vermittelt: Das Monster ist der Mensch. Haie sind nur Tiere. Weder gut noch böse. Dieser Teil kommt auch ganz gut rüber. Der Rest jedoch … ist teilweise wirklich zäh.

Das liegt zu einem großen Teil daran, dass die Figuren nicht besonders sympathisch sind und ich für meinen Teil auch einfach zu wenig Informationen über sie bekommen habe. Ich meine nicht Fakten, sondern wie sie als Charaktere ticken. Das sind Schablonen mit wirklich wenigen Eigenschaften. Dabei kommen die Männer noch gut weg.

Mandal ist zwar als er Emma auf der Hochzeit beim Buffet anredet nicht unbedingt ein Sympathieträger, aber er entwickelt sich während des Films positiv, wie ich finde. Er hat klare Werte und für die steht er ein. Also ein an und für sich sogar ein sympathischer Charakter. Auch wenn er mehr oder weniger an der ganzen Misere schuld ist. Sein Kollege Ruhan (gespielt von Ta’imua) wird ebenfalls zu einem wichtigen Charakter. Er hat eine Vorgeschichte mit Haien und bekommt deshalb halbwegs Panik – und dann macht er wirklich dumme und selbstsüchtige Sachen.

Die Damen? Die sind Freundinnen. Und die muss man halt mögen, weil sie ja Frauen sind und scheinbar die Opfer. Punktum. Wozu mehr an Charakterzeichnung? Eben. Immerhin wird auf ein peinliches Drama zwischen den beiden verzichtet. Da gibt es keine „Du hast vor zweihundert Jahren mit meinem Freund geschlafen“-Momente oder ähnlich „tolle“ Szene. Ist ja auch schon was.

Trotzdem schafft es der Film nicht, über die Tatsache hinweg zu unterhalten, dass er im Kern ausschließlich auf einem kleinen Mini-Boot spielt. Da kann die Kamera noch so wackelig sein. Wenn die Perspektive egal ist, weil der Hintergrund immer gleich aussieht (Wasser, ein entfernter Strand), dann ist Abwechslung halt schwer.

Es gibt dann ein paar Szenen in denen Menschen sterben (Überraschung!) und diese werden sehr zelebriert. Ich meine nicht die Todesszene an sich, sondern der Schock der noch Überlebenden. Ich verstehe, was versucht wurde und ich finde es ja gut, sich dafür Zeit zu nehmen. Allerdings kommt das alles halt an einem Punkt, an dem ich schon fast zweimal eingeschlafen bin. Es gibt, als Beispiel, eine Szene in der klar ist, dass eine Leiche ins Wasser geschoben werden soll, damit das Blut die Haie ablenkt. Das wäre die Chance, um zu entkommen. Allerdings will das eine der Personen nicht, weil dadurch die Leiche einer geliebten Person sozusagen „entweiht“ wird. Das ist nachvollziehbar. Eine gute Idee, das auch in einen Film einzubauen. Da sind Emotionen. Das ist menschlich. Super.

Allein, die Szene zieht sich ewig. Wirklich ewig. Nicht in Echtzeit, aber emotional. Soll heißen: Es wird langweilig. Noch dazu folgt kurz darauf eine weitere ähnliche Szene. Da habe ich dann gegähnt. Ich honoriere die Idee. Ich zweifle an der Umsetzung.

Dann gibt es noch das „richtige“ Ende. Auch hier gilt: Idee gut. Umsetzung – in diesem Fall sogar ebenfalls gut. Wäre der Film davor nicht so gefühlt lang und zäh gewesen, dann wäre es sicher auch befriedigender. Aber so … naja. Schade. Manche Szenen an sich sind super geworden. Da stimmen Musikeinsatz und -auswahl, die Bilder dazu. Das funktioniert. Leider aber eben weit nicht über den ganzen Zeitraum des Films hinweg. Die meiste Zeit hatte ich beim Anschauen das Gefühl, dass hier künstlich Drama erzeugt wird, wo gar keines ist.

Und das ist für keinen Film eine gute Sache. Schauspielerisch hätte ich mir allerdings – gerade von Clint Eastwoods Tochter – mehr erwartet. Kann aber auch sein, dass die Leistung untergeht, weil der Rest halt … ihr wisst schon. Siehe oben.

„The Bay (2026)“ bekommt von mir 4,5 von 10 möglichen, leider am Drama vorbei inszenierende, Punkte.


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