John Creasy (Yahya Abdul-Mateen II) war einer der besten Söldner, den man für Geld kaufen kann. Bis sein gesamtes Team bei seinem letzten Auftrag getötet wurde. Seither ist er ein zielloser Alkoholiker mit Suizidgedanken.
Ein alter Freund und Kollege holt ihn schließlich für eine neue Aufgabe nach Brasilien, doch John ist noch immer am Boden. Bis plötzlich eine Tragödie passiert und er für die junge Poe (Billie Boullet), zum einzigen Freund und Beschützer mutiert…

„Man on Fire“ ist ein Thriller-Roman aus dem Jahr 1980, geschrieben von Autor Philip Nicholson unter dem Pseudonym A. J. Quinnell. Rund um Hauptfigur John Creasy hat er danach noch vier Fortsetzungen geschrieben. Verfilmt wurde bisher jedoch nur der erste Teil, dabei gibt es bisher eine französische Version aus dem Jahr 1987 und eine amerikanische mit Denzel Washington aus dem Jahr 2004.
Netflix hat Creasys Abenteuer nun ins Serienformat verwandelt und die sieben Folgen der ersten Staffel (ob es weitere gibt, wird sich erst noch entscheiden) laufen seit Ende April auf Netflix. Nachdem die Handlung der Filme in Italien und Mexico City gespielt hat, wurde nun Brasilien als Location gewählt.
Das erweist sich für mich dann auch als einer der größten Pluspunkte für die Serie, die in Summe nichts Besonderes ist, jedoch einige Teile beinhaltet, die mich involviert haben. Exotisch, faszinierend, gefährlich. Das Setting ist genau wie das Klima aufgeladen und ständig mischt sich zum Urlaubsfeeling, eine gewisse Unsicherheit dazu.
Wer von der Story her böse ist und wie alles am Ende ausgeht, ist dabei mehr als eindeutig, auf Grund der Figuren und deren Darsteller, will man das aber dann dennoch auch sehen. Besonders die Beziehung von John Creasy und Poe Rayburn trägt dabei vor allem emotional die Handlung.
Sie ist für ihn eine Anker, ein Grund, warum er noch leben will, obwohl er sich schon längst aufgegeben hat. Ebenso ist er für sie eine Bezugsperson und Vaterfigur, nachdem sie sonst ziemlich Alles verloren hat. Billie Boullet (Worldbreaker) als Poe macht das richtig überzeugend, vom trotzigen Teenager hin zu dem Menschen, der für Emotionen innerhalb der Härte dieser Welt sorgt und ihre Gefühle auf ihrer Zunge trägt.
Yahya Abdul-Mateen II (Aquaman 2) als Creasy hat die Serie auch mit produziert und ich muss ihn dafür loben, wie er so überhaupt nicht arrogant rüber kommt. Eine Ein-Mann Armee? Vielleicht, wenn er sich nicht gerade selbst ausknockt oder sich wieder mal opfern will. Man traut ihm zwar alles zu, aber nicht, dass er auch immer darauf zugreifen kann.
Ebenso weiß die Dynamik mit den anderen Figuren des Teams zu gefallen, wobei diese bunt zusammen gewürfelt sind, unterschiedlicher nicht sein könnten und man zum Beispiel mit der Figur des Vico einen typischen Bully-Bösewicht nimmt, der hier zum Antihelden mutiert, was ich als sehr erfrischend erlebt habe.
In Summe also könnt ihr die Handlung vergessen und im Prinzip auch die Action – ist gut gemacht, aber nichts außergewöhnliches – und lasst euch von Brasilien und den Beziehungen der Figuren untereinander unterhalten und mitreißen bis hin zu einem erwarteten, aber sehr stimmigen Ende inklusive einem Teaser auf mögliche weitere Abenteuer. Kann man sich gut ansehen, ich war nicht begeistert, dafür aber zufrieden.
„Man on Fire“ bekommt von mir 7/10 unerwartet durch Verlust einen neuen Grund leben zu wollen findende Empfehlungspunkte.


