The Field Guide To Evil (Filmkritik)

Jedes Land hat seine Sagen, seine Legenden und seine eigenen Monster. Diese Monster wurden erfunden, um die düstersten Ängste der Menschen zu erklären und um ihnen einen Rahmen zu geben. Sie greifbar zu machen.

„The Field Guide To Evil“ ist eine Anthologie, welche Sagen aus aller Welt sammelt und in verschiedenen Varianten in Kurzfilmen zeigt.

Ich werde hier jetzt nicht auf jeden einzelnen Beitrag eingehen den diese Kurzfilmsammlung beinhaltet, denn dazu fehlt mir offen gestanden die Motivation und ich würde dafür mehr Zeit aufwenden, als diese Kurzfilme es defakto wert sind.

„The Field Guide To Evil“ hat ein spannendes Konzept und eine wirklich interessante Grundidee, nur leider wird diese in den Sand gesetzt. Das liegt zum Teil an der Anordnung der Kurzfilme, wie ich anmerken muss. Der erste Beitrag kommt aus Österreich (von den renommierten Regisseuren von „Ich seh, ich seh„). Der ist langsam und fühlt sich weit länger an, als er ist, stellt sich allerdings im Nachhinein als einer der Besseren heraus. Die folgenden Beiträge variieren stark in ihrer Qualität. Das liegt zum einen an den Monstern von denen sie erzählen und zum anderen an der Machart.

Der amerikanische Beitrag zum Beispiel wirkt wie ein Film aus den 80igern der direkt für VHS-Kassetten gedreht wurde. Konkret wirkt er wie eine schlechte Variante der Twilight Zone kombiniert mit der kreativen und technischen Leitung von „Troll 2“ (soll heißen: Es ist grottenschlecht, es sei denn man steht auf richtig schlechte Filme, dann ist er witzig).

Mal setzt man auf Spannung, dann wieder auf grausame, ekelhafte Effekte und dann wieder auf Arthouse (es gibt Kurzfilme in Schwarz/Weiß mit Erzählerstimme; es gibt einen Film, der quasi als Stummfilm erzählt wird und so weiter und so fort). Je länger der Film, desto gewagter die filmischen Experimente und desto nachlassender mein Interesse.

Bereits der zweite Beitrag (Schafdämon, Überforderung mit Kleinkind) ist einfach nur brutal und in die Länge gezogen. Der griechische Beitrag (Beitrag 3 oder 4) ist dann einfach … richtig, richtig in die Länge gezogen und absolut ohne Überraschungen. Da dachte ich mir, der Film würde bereits 2 Stunden dauern, dabei waren es gerade mal 30 Minuten. Das tut weh.

Alles in allem ein wirklich interessantes Konzept, welches vielleicht ein bisschen mehr durchdacht gehört hätte und dessen Umsetzung in Summe nicht stimmig ist. Es gibt keinen roten Faden, kein Gefühl, als würde eines zum anderen führen und dann … dann ist der Film zu Ende.

Ich finde die verschiedenen kreativen Erzählarten absolut großartig, nur ist es halt trotzdem so, dass man bei jedem Film und gerade bei einer Anthologie einen „Flow“ braucht, eine Abwechslung, einen Rhythmus, eine Spannungskurve, auch von Kurzfilm zu Kurzfilm (es gibt sogar Kurzfilme, die innerhalb der Filme keine Spannungskurve haben und nur so vor sich hinplätschern). Was wirklich schade ist.

Als Idee fand ich „The Field Guide To Evil“ wirklich cool und am Papier war es sicher eine tolle Idee. Die Umsetzung ist halt meiner Ansicht nach nicht gelungen. Wirklich schade.

„The Field Guide To Evil“ bekommt 5 von 10 möglichen, leider in Summe ziemlich schwach durchdachte und strukturierte, Punkte.


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