2001 Maniacs: Field of Screams (Filmkritik)

22 April 1864. Eine Splittergruppe nordamerikanischer Soldaten fällt während des Bürgerkrieges über das unschuldig idyllische Städtchen Pleasant Valley her. Alle 2001 Einwohner kommen dabei grausam ums Leben und wurden so zu einem ruhelosen Leben als Geister verbannt. Nicht aber zu einem untätigen Dasein, denn einmal im Jahr- zum Jahrestag des Massakers – feiern die Untoten das Guts N´Glory Jamboree Festival, bei dem es vor allem darum geht, bitterböse Durchreisende aus dem Norden für die Taten ihrer Vorfahren zu bestrafen.

Dieses Jahr bleiben die willigen Opfer jedoch bisher aus, was den auch nach seinem Tod amtierenden Bürgermeister von Pleasant Valley, Mayor Buckman (Bill Moseley) und seine rechte Hand Granny Boone (Lin Shaye) dazu veranlässt, mit ein paar auserwählten Mitstreitern nach Iowa zu reisen und dort selbst auf die Jagd zu gehen. Perfektes Timing, denn schon nach kurzer Zeit kommt die Crew einer Reality- Fernsehshow mit ihrem Van von der Strasse ab, wobei zwei Reifen platzen und das TV-Team daher die Nacht vor Ort mitten in der Wildnis verbringen muss. Das Fest kann somit beginnen und verspricht wie jedes Jahr, mörderischen Spass zu verbreiten.

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2005 erschuf Regisseur und Drehbuchautor Tim Sullivan die schön schräge Horrorkomödie „2001 Maniacs“ mit Robert Englund in der Hauptrolle, die ihrerseits ein Remake eines Filmes aus dem Jahr 1964 war. 2010 präsentiert Sullivan uns nun den zweiten Teil seines Erfolgsfilmes, das Budget war diesmal jedoch sichtbar kleiner, was wohl auch Englunds (seine Rolle übernahm Bill Moseley) Abwesenheit bei diesem Projekt erklären könnte.

Kann diese Fortsetzung nun überzeugen oder ist sie nur eine einfallslose Wiederholung eines bereits bekannten Erfolgsrezeptes? Nun, ich war weder enttäuscht noch völlig begeistert von diesem zweiten Teil. Was ihn aber über das Mittelmaß sämtlicher Horrorkömödien der letzten Zeit hinweg hebt, ist die völlig irre Mischung aus krankem Humor, zahlreichen Anspielungen auf andere Filme und Fernsehsendungen und die eigens geschriebenen bzw. umgetexteten von den Darstellern selbst vorgetragenen Songs.

Die Geister sind dabei die klaren Sympathieträger, da kein einziger lebender Mensch auch nur annähernd als Horrorfilmheld funktioniert. Lin Shaye als Granny gibt hier wieder mal alles und spielt alle anderen an die Wand. Wenn sie einen Maiskolben mit Hilfe von etwas Öl als „One hell of a night time buddy“ bezeichnet oder das Geheimnis des Kochens im Süden mit der Liebe zum eigenen Messer erklärt und es dabei natürlich auch noch küssen muss, ist dies ein ziemlich schräges, komisches Erlebnis.

Wirklich großartig ist auch die gesamte Szene, in der Granny und ihre Mädels vor laufender Kamera den Song „Cannibal Rock“ aufführen, natürlich mit perfekter Choreographie inklusive. Dass MTV in diesem Fall natürlich für Maniac-TV steht, ist doch ganz einleuchtend, oder? „Revenge is sweet when you´re munching on a meat of a yankee“! Mehr kann ich dazu nun wirklich auch nicht mehr sagen.

Die zweite große Spassquelle sind die Mitglieder der Realityshow, die durchgehend nur mit einem minimalen IQ gesegnet sind. Die beiden Haupttussis sind dabei mehr als eindeutig als Parodien auf Paris Hilton und Nicole Ritchie angelegt, inklusive einer Anspielung auf ein ungewollt an die Öffentlichkeit weitergeleitetes Pornovideo. Ein Klischeemacho, ein verklemmter Schwuler, ein ständig notgeiler Regisseur, eine herrschsüchtige Produzentin und zwei kiffende und unmotivierte Tonleute vervollständigen die Liste der dämlichen Opfer.

Sprüche und Situationen zum Lachen, Kichern oder einfach nur zum Kopfschütteln gibt es also genügend. Da stört es daher kaum, dass die meisten Morde entweder billig getrickst aussehen, oder gleich von Beginn an im Off geschehen. Man sieht dabei also nur das Gesicht des Täters, dass zunehmend mit Blut bespritzt wird. Eine kostensparende Methode, die ich der an sonsten völlig durchgeknallten Produktion nun wirklich nicht vorwerfen möchte.

Was bleibt ist ein Film fast ohne Tabus oder Regeln, der eine mehr oder weniger unbekannte Darstellerriege in Hochform präsentiert (vor allem auf der Geisterseite selbstverständlich).Der Spassfaktor ist hier auf jeden Fall vorhanden, einfach das Hirn ausschalten und die zahlreichen witzig-kranken Einfälle geniessen. Einige Ideen bzw. Sequenzen werden mir dabei sicherlich noch für einige Zeit im Gedächtnis bleiben. Da stört mich die billige Machart und eine etwas inkonsequente Spannungskurve herzlich wenig.

2001 Maniacs: Field of Screams bekommt von mir 7/10 kreative, ausgeflippt rächende Empfehlungspunkte.


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