Alien Trespass (Filmkritik)

Wir schreiben das Jahr 1957. Ein Raumschiff landet nach technischen Problemen etwas unsanft nahe der kalifornischen Mojave Wüste. Der Astronom Doktor Ted Lewis (Eric McCormack) hält die leuchtende Erscheinung für einen Meteoriten und macht sich mitten in der Nacht auf zur Absturzstelle. Als er am nächsten Morgen wieder zu seiner Frau Lana zurückkehrt, ist Ted nicht mehr der selbe. Sein Körper wird von einem außerirdischen namens Urp kontrolliert, der die Menschheit vor einem grossen Übel retten möchte.
Urp ist nämlich ein intergalaktischer Offizier, der als Gefangenen auf seinem Schiff ein sehr gefährliches Wesen namens Ghota transportiert hatte, dass leider bei der Bruchlandung auf der Erde fliehen konnte.

Niemand scheint Ted aka. Urp zu glauben, doch in der Kellnerin Tammy (Jenny Baird), findet er bald eine mögliche Verbündete. Die Zeit drängt, denn der Ghota hat die Menschen als Hauptnahrungsquelle auserkoren und wenn er bzw. es genug gefressen hat, wird es sich immer wieder teilen und irgendwann den gesamten Planeten Erde überrannt haben.

Alien-Trespass

Alien Trespass ist eine Huldigung an die Zeit der guten alten SciFi B- Movies (so ungefähr zwischen 1950 und 1960) wie etwa „War of the Worlds“, „It came from Outer Space“ oder „Forbidden Planet“. Regie führte R.W. Goodwin, der schon einige Erfahrung mit Aliens von seiner Arbeit für die „Akte X“ Serie mitgebracht hat, bei der er einige Folgen inszenierte.

Herrlich unernst wird hier die Story des (natürlich) lächerlichen Monsters aus dem All erzählt, dass aussieht wie irgendeine missratene, überdimensionale Pflanze aus dem botanischen Garten. Ein riesiges rotes Auge und lange Tentakel um Opfer einfangen zu können dürfen dabei natürlich auch nicht fehlen. Wenn der Ghota dann einen Menschen verspeist, dann sind diese Szenen immer völlig jugendfrei und lösen beim Betrachten eher heitere Stimmung aus, da als Überreste immer ein grosse Pfütze inklusive der unverdaulichen Teile überbleibt.

Die Schauspieler dürfen fast durchgehend overacten, wobei sie selbstverständlich immer so ernst agieren, dass man sich den Spass den die Crew während der Dreharbeiten hatte, bildlich vorstellen kann. Alle Darsteller sind mit Freude bei der Sache, vor allem die drei Hauptdarsteller haben mir gut gefallen. Eric McCormack (bekannt aus der Will und Grace Serie) spielt sehr gut als im menschlichen Körper unbeholfener Fremder, der wie ein grosses Kind wirkt und ein gutes Gegenstück zu seinem sonstigen etwas selbstverliebten Gehabe als Doktor Lewis darstellt. Jenni Baird spielt die junge, lebensfrohe Kellnerin mit grossen Ambitionen sehr überzeugend und auch Robert Patrick als unsympathischer Polizist weiß zu unterhalten.

Die Kulissen sind mit Liebe zum Detail nachgebaut worden und es wurde logischerweise auf schlechte CGI Effekte verzichtet, da es früher ja diese Teschnik noch nicht gab und eine Homage mit diesen Mitteln etwas fehl am Platz gewirkt hätte.

Bei all dem Lob muss ich natürlich auch noch sagen, dass hier nie wirklich Spannung aufkommt. Man hat um niemanden Angst, da man eh sowieso weiß, dass die Sympathieträger eh niemals sterben werden. Auch ist der Grundton durchgehend leicht, locker und lustig, doch die echt witzigen Szenen oder Sprüche sucht man auch vergebens.

Leben tut der ganze Film ausschliesslich von seinem nicht zu leugnendem Charme, den er jedoch auch nicht selber entwickelt hat, sondern vor allem aus den Erinnerungen der Zuseher an die guten alten SciFi Filme heraus gewonnen hat. Insgesamt also ein netter, kleiner Film für einen entspannenden Filmabend, bei dem man oft schmunzeln kann und einenhalb Stunden in eine ganz eigene Welt bzw. Zeit versetzt wird. Fans von alten Filmen, B- Movies oder einfach Freunde von Alienfilmen werden bei diesem Besuch aus dem Weltall auf jeden Fall ihre Freude haben.

Alien Trespass bekommt von mir 7/10 schleimige Empfehlungspunkte.


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