Black Water: Abyss (Filmkritik)

Fünf Freunde wollen sich in Nordaustralien eine spannende Auszeit gönnen und ein bisher unentdecktes Höhlensystem erforschen. Eric (Luke Mitchell) ist der begeisterte Anhänger dieser Freizeitbeschäftigung, der die Anderen mit seinem Enthusiasmus mitreißt. Vor allem seine Freundin Jennifer (Jessica McNamee), der immer wieder mögliche Gefahren dabei im Kopf herum schwirren.

Ihre Skepsis war berechtigt, denn kurze Zeit später sind die fünf Menschen in einer Höhle eingesperrt, das Wasser steigt langsam und ein hungriges Krokodil wartet darauf, einen nach dem anderen zu verspeisen…

Im Jahr 2007 haben David Nerlich und Andrew Traucki in ihrer Doppelfunktion als Drehbuchautoren und Regisseure, mit ihrem australischen Film Black Water, einen der spannendsten Creature Feature Filme überhaupt gedreht. Dreizehn Jahre später hat Traucki sich nun alleine und ohne an der Story beteiligt gewesen zu sein, an eine Fortsetzung gewagt, die außer der Grundkonstellation – ein paar Menschen werden von einem Krokodil verfolgt – nichts gemeinsam hat mit dem Original.

Leider gibt es auch sonst keine Übereinstimmungen, denn „Abyss“ ist vor allem eines und das ist langweilig. Ich meine mal ehrlich, was sollte das? Selbst wenn man ohne Erwartungshaltung aka nicht als Fan des Originals an die Sache heran geht, ist das hier Gezeigte in keinem Bereich gut und schon gar nicht aus der Masse heraus stechend. Zunächst mal wirkt das Höhlensystem vor allem zu Beginn wie ein Set. Man hat eben genau das Gefühl, hier gehen ein paar Darsteller durch ein Setting.

Das kann ich ja noch ignorieren, schließlich wird es im weiteren Verlauf besser. Doch da wären ja auch noch die Attacken des Krokodils. Ich glaube schon, dass dies klar auch mit dem kleineren Budget zu tun gehabt hat, aber bitte, diese schnellen Schnitte unter Wasser und der dazugehörigen Wackelkamera, plus die naturgemäß vorherrschende Dunkelheit in der Höhle, ergibt einfach unübersichtliche Szenen, bei denen man keinen Überblick mehr hat (ganz anders als bei „Crawl“ zum Beispiel).

Noch dazu sind die Schnitte an sich teilweise schlecht und man wird als Zuseher aus dem Moment geworfen statt hinein gezogen, da hier etwas klar nicht stimmig ist. Dann wären da noch die Figuren, wenn man die mag und um sie Angst hat, ist gleich viel gewonnen. Ich habe hier dann folgende Erkenntnis gewonnen: mich ärgern Charaktere in Horrorfilmen, die zu Hause heile Welt spielen und in Extremsituationen dann die dunklen Geheimnisse aufgedeckt werden. Bitte redet daheim über dieses Sachen, wer wen mit wem betrogen hat, das interessiert mich nämlich nicht bei einem Creature Feature.

Das führt dann schließlich dazu, dass keine der Figuren mehr sympathisch ist. Nicht dass alle schlimme oder dumme Sachen machen während sie in der Höhle sind, aber mit dem Wissen was sie vorher gemacht haben, gerade bei dieser Art von Film, gibt man emotional solche Figuren schnell als Frischfleisch frei. Da kann Jessica McNamee (Battle of the Sexes) gar nicht so überzeugend als über sich hinaus wachsende Leading Lady sein, um hier noch irgend etwas retten zu können.

Ganz bekommt man das nette Krokodil, das in seiner Bedrohlichkeit keine Impulse setzen kann, erst ganz am Schluss zu sehen. Daraus ergibt sich dann zusammen mit Heldin Jennifer, die am wenigsten realistische Szene im ganzen Film, nur ist das zu diesem Zeitpunkt auch schon egal. Der erste „Black Water“ steht nun mal für Ernsthaftigkeit, das ist auch gut so, doch genau wie bei guten Komödien muss da einiges zusammen passen vor allem auch hinter der Kamera, was hier nicht der Fall ist.

Unfreiwillig komisch ist die Sache eigentlich nie. Vor allem McNamee und Mitchell machen ihre Sache gut. Das sind dann schon die positivsten Aspekte, die ich hier anbringen kann bei dieser Fortsetzung, die diesen Namen in keiner Weise verdient hat. Am Original beteiligt gewesen zu sein und über zehn Jahren danach so etwas zu fabrizieren ist einfach nur schade. Gefallen kann man daran wohl nur haben, wenn man das Original nicht kennt und viele billige, lieblos gedrehte Creature Features kennt, obwohl diese im Vergleich wenigstens (manchmal) komisch sind.

„Black Water Abyss“ bekommt von mir 4/10 ein Krokodil mit faden Figuren niemals satt bekommende Empfehlungspunkte.


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