Down A Dark Hall (Filmkritik)

Katherine „Kit“ Gordy (AnnaSophia Robb) ist eine Rebellin und deshalb wird sie wieder einmal von einer Schule verwiesen. Ihre Eltern finden allerdings eine Alternative: Eine allerletzte Chance und – wenn man Kits Worte nehmen würde – sie wird dorthin abgeschoben.

Rasch stellt sich heraus, dass nur eine Handvoll Schülerinnen dort aufgenommen wird, denn die Leiterin der Schule, Madame Duret (Uma Thurman), hat sie alle nicht zufällig ausgewählt. Sie sind alle hochbegabt und Madame Duret will ihr Potential zum Aufblühen bringen.

Rasch beginnt Kit jedoch zu ahnen, dass hier etwas nicht mit richtigen Dingen zugeht. Aber ihr Pianolehrer Jules (Noah Silver) gefällt ihr eine Spur zu gut, als dass sie sich gleich auf und davon macht …

Basierend auf einer Geschichte von Lois Duncan lebt „Down A Dark Hall“ interessanterweise von einer einzigen Sache, die es dafür richtig, richtig gut macht: Nein, nicht den Charakteren. Nein, nicht der interessanten und völlig unvorhersehbaren Geschichte mit ihren völlig überraschenden Wendungen (*hust-hust*). Nein, auch nicht von den schauspielerischen Leistungen, sondern – und das finde ich irgendwie ironisch, zumal die Vorlage ein Buch ist – dem Soundtrack.

Victor Reyes hat hier Klavierpassagen eingebaut bzw. arrangiert, die richtig, richtig großartig sind und jedwedes Bild das sie begleitet automatisch auf eine neue, höhere Stufe hebt. Ich habe mir schon lange nicht mehr bei einem Film gedacht: Wow – ich muss nachsehen, ob es diesen Soundtrack zu kaufen gibt (Ja, es gibt ihn).

Ansonsten wird eine Geschichte geboten, die man schon unzählige Male woanders gesehen hat. Schule für Hochbegabte, Dämonen, Geheimnisse, Liebe, Vaterverlust, rebellische Teens … all das ist nicht neu und auch nicht besonders innovativ inszeniert. Aber der Job ist solide und die schauspielerischen Leistungen sind auch völlig okay. Auch die Effekte sehen gut aus und manche „Visionen“ von Kit sind optisch sehr ansprechend geraten. Auch wenn es nach dem fünften Mal „Bildrütteln“ ein paar Abnutzungserscheinungen zeigt.

AnnaSophia Robb, am ehesten bekannt aus „Die Brücke nach Terabithia“ oder „The Reaping“ (ja, das Desaster mit Hilary Swank … was macht die eigentlich mittlerweile?), macht einen guten Job, allerdings weiß man bis zum Ende nicht, wo genau ihre rebellische Seite sein soll, denn tatsächlich verhält sie sich wie jede andere Final-Girl-Teenager-Gefangen-Im-Goldenen-Käfig-Heldin, die es gibt. Aber da kann sie ja nix dafür.

Sprachlos war ich, als ich erst nach dem Ansehen des Films bemerkt habe, dass Madame Duret von Uma Thurman gespielt wurde. Ich habe sie echt nicht erkannt. Ganz ehrlich. Mit ihrem Akzent, in einer für mich für sie ungewohnten Kleidung … das war ganz großes Kino und zeigt wohl, wie gut sie in diesem Ding hier ist.

Die Geschichte allerdings … Nun, es gibt den Geheimraum. Dort sind alle Beweise. Es gibt den Sohn, der Klavierlehrer und total nett ist. Es gibt die „wirklich gemeine“ Mitschülerin, die sich dann für Kit opfert und so weiter und so weiter. Alles in allem ist nichts davon neu oder auch nur irgendwie per se spannend. Die Idee an sich ist nicht neu, aber gut und ich kann mir vorstellen, dass das Buch ech spannend zu lesen ist. Also Film jedoch verlässt man sich (auch von der Regie her) zu sehr auf Dinge, die eh schon unzählige Mal genauso funktioniert haben. Das bedrohliche Haus. Die seltsamen Verhaltensmuster von Mitschülerinnen.

Das alles funktioniert per se, reißt aber niemand wirklich vom Hocker.

Das ist insofern schade, als das der Regisseur Rodrigo Cortés auch für den extrem spannenden „Buried“ verantwortlich zeichnet. Und der war ja wirklich absolut gut inszeniert und gemacht. Das lag allerdings auch der ziemlich absurden und coolen Idee (und Ja, an Ryan Reynolds).

Alles in allem also kein schlechter, aber sehr austauschbarer Film. Wenn da nicht dieser Soundtrack wäre … ich kann es nur wiederholen: Der ist einfach grandios.

„Down A Dark Hall“ bekommt 5,5 von 10 möglichen Punkte von mir. Der Soundtrack selbst bekommt 9.


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