Fight Club (Filmkritik)

Ein „leicht frustrierter“ Büroangestellter trifft auf einem Flug einen Seifenhersteller, der ihm danach immer wieder über den Weg läuft, ihn zur Gründung eines „Fight Club „überredet und sein Dasein als Weichei in das eines „Ihr könnt ich mal“-Badass umwandelt.

Aber der „Fight Club“ entwickelt ein Eigenleben und rasch stellt er fest, dass dieser Club mehr eine Bewegung ist, die langsam aber sicher auf Terroranschläge vorbereitet wird, welche das gesamte System „Kapitalismus“ zu Fall bringen will.

Und relativ rasch stellt sich heraus, dass der „Seifenhersteller“ names Tyler Durden vielleicht jemand ganz anders ist als alle dachten …

Gibt es noch jemand auf der weiten Welt, der diesen Film noch nicht gesehen hat? Ich denke nicht. Wenn doch, dann solltet ihr hier zu lesen aufhören und euch den Film ansehen. Nicht, weil er so großartig ist (er ist gut, keine Frage), sondern weil es ein Kultfilm ist, den man einfach gesehen haben sollte um mitreden zu können.

David Fincher, mittlerweile ja durch diverse Filme wie „Sieben“ oder „Gone Girl“ oder „Panic Room“ bekannt geworden, ist damals der riesengroße Wurf gelungen. Das war zu einer Zeit als auch Edward Norton und Brad Pitt noch Stars waren und für die Qualität eines Films bürgen konnten. Ist schon eine Weile her, das ist richtig. Und Brad Pitt ist ja immer noch (meiner Ansicht nach) ein Garant für Filme, die man sich durchaus einmal im Leben ansehen kann. Norton ist … naja, nach „The Incredible Hulk“ irgendwie nie wieder richtig auf die Beine gekommen. Zumindest hätte ich das nicht mitgekriegt.

Fincher ist – wie schon erwähnt – als Perfektionist verschrien und liefert regelmäßig Filme ab, die zu Kritiker*innenlieblingen werden. Ich zB finde ja „Gone Girl“ völlig überbewertet und ziemlich berechenbar. Die besten Filme hat Fincher meiner Ansicht nach (eben „Sieben“ und „Fight Club“ schon hinter sich).

„Fight Club“ basiert auf einem Buch von Chuck Palahniuk, der unter anderem auch „Snuff“ geschrieben hat (in dem Buch geht es um einen ehemaligen Pornstar, die einen Weltrekord brechen und mit 600 Männern hintereinander vor der Kamera Sex haben will. Die Geschichte wird von drei der Männer erzählt, die sich freiwillig gemeldet haben, um am Wettbewerb teilzunehmen).

Was viele nicht wissen: Chuck Palahniuk hat im Jahr 2016 eine Fortsetzung von „Fight Club“ geschrieben. Das ist richtig, Leute – Tyler Durden ist zurück und ihr habt es nicht mitbekommen! Die Geschichte wird in Form eines Graphic Novels erzählt und ich kann sie nur empfehlen. Auch wenn sie … anders ist als Teil 1.

Kurzversion: Die Darsteller*innenriege (Brad Pitt – großartig und cool; Edward Norton – Charakterdarsteller #1; Meat Loaf – dick, aber er kann spielen und es ist die perfekte Rolle; Helena Bonham Carter – als sie noch mit anderen Regisseuren als Tim Burton gearbeitet hat und noch Rollen angenommen hat, die etwas von ihr gefordert haben) ist grandios. Die Inszenierung astrein (allein die Aufnahme als die Kamera durch die Wohnung fährt und überall die Preisschilder auftauchen wie in einem Katalog), die Musik super und die Story ist ohnehin ziemlich cool.

Fun Fact: Ist euch jemals aufgefallen, dass der von Edward Norton gespielte Charakter keinen Namen hat? Richtig. Weil das alles verraten würde 🙂

Fazit: „Fight Club“ ist der Film der Revolution, den alle großartig finden und dessen Message alle mögen, nur um dann zu ihrem Tagewerk zurückkehren. Witzig finde ich, dass die Charaktere im Film die Menschen, die diesen Film als „Aufruf zur Revolution“ bezeichnen und sich dann doch nicht trauen sie durchzuführen vermutlich nur auslachen würden. Ja, das ist Ironie.

„Fight Club“ bekommt 9 von 10 möglichen, entgegen aller Erwartungen immer noch überraschende, Punkte.


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