Der 13te Krieger (Filmkritik)

Ahmed Ibn Fahdlan (Antonio Banderas) hat sich mit der falschen Frau eingelassen und wird zur Strafe vom Sultan auf eine Mission geschickt, von der er nicht zurückkehren soll. Während seiner Reise trifft er auf ein einen Stamm Wikinger, die eben ihren König verloren haben. Kurz nachdem der neue König Buliwyf (Vladimir Kulich) seinen Anspruch geklärt hat erreicht sie Nachricht eines befreundeten Stammes: Sie werden von Monstern bedroht.

Also machen sich zwölf der Wikinger auf, um zu helfen. Aber der 13te Krieger darf kein Nordmann sein, also nimmt Herger Ahmed unter seine Fittiche und er wird fast gegen seinen Willen in ein Abenteuer verwickelt, welches sein Leben für immer verändern wird …

Beowulf. Beowulf und Grendel. Es ist schon wild, wie stark Michael Crichton („Jurassic Park„) hier geklaut hat. Und dann hat er auch noch den Nerv den „Guten“ mit Buliwyf und die Böse mit Wendol zwei Namen zu geben, die auch den letzten Zweiflern klar machen sollten, dass es sich um eine Kopie handelt. Mit leichten Variationen, aber dennoch um eine Kopie. Als einer, der das Buch gelesen hat („Eaters Of The Dead“), muss ich noch anmerken: Michael Crichton behauptete darin (nicht ernsthaft), er habe ein Manuskript gefunden, welches von Fraus Dolus übersetzt worden wäre und eine fantastische Geschichte erzählen würde. Fraus Dolus kann man mit „Fraud“ und „Hoax“ übersetzen, also mit „Schwindel“ und „Scherz“. Damit sollte klar sein: Diese Geschichte ist frei erfunden.

Aber – und das ist ein großes Aber – verdammt nochmal, macht der Film Laune. Tragischerweise scheinen Regisseur John McTiernan („Stirb Langsam“, „Predator„, „Last Action Hero“) und Autor Crichton nicht einer Meinung gewesen zu sein und bei Testvorführungen kam die Version von McTiernan nicht gut weg, weshalb es eine Menge an Nachdrehs gegeben hat und der Film mitsamt Werbung gute 190 Millionen gekostet haben soll. Die hat er nicht eingespielt und damit ist „Der 13te Krieger“ ein Flop geworden.

Das ist schade, denn als launiger Actionfilm macht er wirklich von Anfang bis Ende Spaß. Es dauert ein wenig bis er in Fahrt kommt (also die eigentliche Geschichte beginnt), aber das macht nichts, denn die Kombination aus dem Araber Ahmed und den Wikingern, die ihn anfangs absolut nicht ernst nehmen, ist toll gelungen.

Als er zB auf sein Pferd aufsteigt wird er von den Wikingern ausgelacht, da es um so viel kleiner ist als ihre. Die Worte dazu: „Seht mal, der Araber reitet einen Hund in die Schlacht.“ Dann zeigt er ihnen wie rasch sein Pferd laufen und springen kann, was alle dann doch beeindruckt. Und zu der Wortmeldung führt: „Toll. Sein Hund kann springen.“

Das zieht sich durch den ganzen Film und die Art und Weise wie die Wikinger mit ihren Problemen und Herausforderungen umgehen sind wirklich super dargestellt. Und wir erleben die Überraschung von Ahmend genauso mit. Die saufende, singende Bande, die wir am Anfang sehen verweigert als es um ihren Auftrag geht, Met zu trinken. Ahmend fragt erstaunt: „Ihr trinkt nicht?“ – weil er die Typen nur als Säufer kennt. Herger sieht ihn nicht einmal an, sondern meint nur trocken: „Nein, heute trinken wir nicht.“

Überhaupt erkennt man die Truppe, die als Säufer und eklige, unreine und unhygiensche Bande an unkultivierten und abergläubischen Barbaren eingeführt wird, relativ rasch als verdammt eingeschweißte Bande, ihren eigenen Regeln und Verhaltenskodex folgenden Ehrenmännern an. Etwas, das man am Anfang des Films (genauso wie Ahmed) nicht für möglich gehalten hätte.

Oftmals als „guilty pleasure“ bezeichnt, kann ich den Film eigentlich nur empfehlen, da ich ihn mehrmals schon gesehen haben und ihn jedes Mal wieder großartig finde. Mit Realismus hat das alles natürlich nichts zu tun, aber trotzdem: Wow.

„The 13th Warrior“ bekommt von mir 8 von 10 möglichen, trashigen, fantasymäßig Spaß machenden, Punkten.


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