Bayonetta: Bloody Fate (Filmkritik)

Bayonetta ist eine Hexe. Und sie tötet Engel. Das macht sie gut, das macht sie gern und das macht sie zur Zielscheibe für allerlei Wesen. Sie selbst kann sich an ihre Vergangenheit nicht erinnern, sie weiß nur, dass sie besondere dämonische Kräfte hat und den Engeln wirklich effektiv in den Hintern treten kann. Verfolgt wird sie auch von Luca, dessen Vater an just dem Tag getötet wurde, als Bayonetta aus jahrhundertealtem Schlaf erwacht ist und er gibt ihr die Schuld an seines Vaters Tod.

Als Bayonetta dann auch noch auf ein kleines Mädchen trifft, welches sie immerzu mit Mami anspricht und wenig später auch noch eine Frau auftaucht, die sie mehrmals zum Kampf herausfordert und sie immer wieder damit neckt, nichts über ihre eigene Vergangenheit zu wissen, wird es ihr zu bunt. Und langsam dämmert ihr, dass die „Auferstehung“ des Schöpfers mit einem Medallion zu tun hat, welches sie um den Hals trägt. Das kann ja heiter werden, wenn die Jägerin zur Gejagten wird …

Da ist der Film also endlich zu uns gekommen. „Bayonetta: Bloody Fate“ ist die Verfilmung des Videospiels „Bayonetta„, welches in seinem Veröffentlichungsjahr 2010 verdammt viel positive Presse eingeheimst hat. In meinen Augen zurecht, da der Erzählstil, der Charakter von „Bayonetta“, die Hintergrundstory als auch – und vor allem – das absolut irre Gegnerdesign von Platinum Games mit wirklich simpel zu steuernden, aber herausfordernden Action-Passagen kombiniert wurde, die wirklich, wirklich Spaß gemacht haben.

Es gab auch einen zweiten Teil, der im Jahr 2014 aber leider nur für die Wii U erschienen ist. Als kleiner Ausgleich kam auch ein Animationsfilm – nämlich „Bayonetta: Bloody Fate“ welcher die Story des ersten Teils erzählt. 2013 erschienen und von Platinum Games produziert und von der Filmschmiede Gonzo umgesetzt, sodass die chinesische Sprachversion die Originalversion ist. Das ist interessant, da sogar der Schöpfer von Bayonetta meinte, er hätte immer nur eine englisch sprechende Bayonetta im Kopf gehabt.

Bei uns ist leider nur die deutsche Tonspur verfügbar gewesen (und die Originale), was darin resultiert, dass es Dialoge gibt, die stark zum Fremdschämen einladen. Ich bin mir nicht sicher, ob das in der englischen Version per se besser ist, aber zumindest – und das fände ich allein schon toll – wären die Originalsprecher kultiger, weil ich das Spiel halt auch kenne und in englischer Sprache gespielt habe.

Alles in allem ist „Bayonetta: Bloody Fate“ kein guter Film. Wer das Spiel nicht kennt, wird die Story verwirrend und blöd finden – extrem viel Info in rund 90 Minuten gepresst. Noch dazu einen Haufen Charaktere, die nichts anderes machen als zu erklären was sie gerade tun und warum sie es tun und was für schröckliche Auswirkungen es nicht haben wird. Und dann kommt Bayonetta, mäht alle nieder und kommt dabei noch nicht einmal ins Schwitzen.

Optisch ist der Film erste Sahne. Die Designs der Gegner wurden nahzu perfekt vom Spiel übernommen. Es kommen fast alle Endgegner vor und sie werden auch in ähnlicher Weise wie im Spiel zerlegt – nur das es im Spiel eben fordernd ist und zwischen 15 und 20 Stunden dauert – in denen wir langsam(!) lernen was los ist. Im Film ist das eben stark zusammengekürzt und – ganz ehrlich: Die Story ist in 20 Stunden schon nur Stück für Stück zu genießen da sie so irre ist, wenn man das auf 90 Minuten zusammenkürzt, dann kommt man oftmals aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus.

Immerhin ist er optisch und soundtechnisch super gelungen. Und die Bayonettas Schützling sieht (wie schon im Spiel) absolut niedlich aus. Dass sie da Beschützerinstinkte entwickelt wundert überhaupt nicht.

„Bayonette: Bloody Fate“ bekommt 6 von 10 möglichen, optisch wunderbare, allerdings extrem spannungsarme, Punkte.

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