Blade of the Immortal (Filmkritik)

Manji (Takuya Kimura) ist ein sehr begabter Samurai. Seit er seinen korrupten Boss getötet hat, ist er mit seiner Schwester auf der Flucht. Als diese aber ermordet wird von Kopfgeldjägern, wird auch er im anschließenden Kampf tödlich verwundet. Eine mysteriöse alte Dame tritt jedoch an in heran und gibt ihm das für ihn ungewollte „Geschenk“ der Unsterblichkeit.

Jahre später sucht ein Mädchen namens Rin (Hana Sugisaki) nach dem mittlerweile als Einsiedler lebenden Manji, denn er soll ihr dabei helfen, den Tod ihrer Eltern zu rächen. Zunächst ist er nicht gewillt ihr zu helfen, doch weil sie ihn sehr an seine verlorene Schwester erinnert und sie nicht von ihren Vergeltungsplänen abzubringen ist – was sie in große Gefahr bringt – willigt er schließlich ein, ihr bei ihrem Kampf beizustehen.

Kultregisseur Takashi Miike (Audition, Ichi the Killer) erreicht nit diesem Film bereits die magische Marke 100. Ja, richtig gehört, er war bereits an 100 Filmen als Regisseur beteiligt und es stehen schon die nächsten Projekte an. Das soll ihm mal einer nachmachen. Bei „Blade of the Immortal“ handelt es sich um die Verfilmung des gleichnamigen Mangas aus dem Jahre 1993, wobei der Film die ersten beiden großen Handlungsbögen aufgreift. Finanziell war das Ergebnis dann eher weniger erfolgreich, angeblich weil sich die Band des Hauptdarstellers aufgelöst hatte und er so schlagartig an Popularität verlor.

Das ist natürlich nicht ausschlaggebend für die Qualität, die Metaebene ist jedoch dennoch oft interessant. Aber zurück zum eigentlichen Werk und das ist sehr gelungen. Zunächst mal kommen Fans von Samurai-Abenteuern voll auf ihre Kosten. Diese Massenkämpfe, bei denen ein, zwei oder höchstens drei gegen hunderte Gegner antreten müssen, die haben es wirklich in sich. Man muss dem Choreographen hier ein großes Lob aussprechen, denn den Überblick behält man immer und es wirkt nie so als würde der nächste Statist einfach nur darauf warten, vom Helden erstochen zu werden.

Immerhin müssen die ja ebenso darauf achten, dass sie sich nicht gegenseitig abstechen. Die Fights wissen auch deshalb zu gefallen, weil diverse exotischere Waffen zum Einsatz kommen. Besonders die „Zwischenbosse“ haben dabei auch erstaunlich viel Eigenständigkeit, denn da hat doch tatsächlich jeder von ihnen eine gewisse Tiefe und nur bei zwei der Freaks habe ich mir gewünscht, dass sie endlich erledigt werden. Helden gibt es hier wirklich keine, nur Menschen, die ihre Wünsche verwirklichen wollen.

Für Manji bedeutet das, endlich mit seiner Schwester wieder zusammen zu sein. Das wiederum geht nicht, da er ja unsterblich ist und ihr daher nicht in den Tod folgen kann. Als dann Rin auftaucht, wächst in ihm langsam so etwas wie Hoffnung. Er lebt plötzlich nicht mehr nur dafür, sterben zu können. Diese Dynamik, zusammen mit der von Rin, die Rache will obwohl ihr klar ist, dass es falsch ist, trifft dann auf den Kodex des Bösewichts, der einerseits skrupellos handelt, andererseits ein klares Ziel verfolgt, nämlich die beste Schule mit den besten Samurais zu leiten.

Dass diese emotionale Ebene bei den wichtigsten Figuren funktioniert ist besonders essentiell, sonst wären die langen Action-Sequenzen nämlich langweilig, da man kein Gefühl für die Figuren hätte. Das alles klingt jetzt sehr ernst und auch brutal, was es auch ist, doch gerade durch die Heil-Fähigkeit von Manji und seinen Umgang damit, kommt es zu typisch asiatischen Slapstick-Einlagen, die für Auflockerung sorgen. Seine abgetrennte Hand wieder einzufangen, ist zum Beispiel gar nicht so einfach, wie man glauben könnte.

Takuya Kimura (Space Battleship Yamato) als Manji spielt diese trockene, gelassene und resignierende Art seines Charakters extrem einnehmend. Irgendwie will man nichts mit ihm zu tun haben, man sucht aber dennoch seine Nähe, weil es einfach mit ihm immer spannend bleibt. Wäre er ein Marvel-Charakter, wäre Logan sicherlich sein bester Kumpel. Hana Sugisaki (Perfect World) als Rin ist mit ihrer entwaffnend unschuldigen Art ebenso direkt wie er aber auf eine ganz andere Art und Weise. Am Besten funktionieren die beiden natürlich als Team.

Insgesamt daher ein Samurai-Action-Fantasy-Abenteuer, bei dem alle Zutaten gut miteinander harmonieren. Einzig an die vor allem am Anfang etwas episodenhaft/sprunghaft wirkende Erzählweise und an ein paar Schnitte, die etwas aus dem Geschehen werfen, musste ich mich zu Beginn gewöhnen, ansonsten ist dies ein sehr gelungenes Gesamtpaket. Ermüdungserscheinungen scheint Miike augenscheinlich auch nach seinem hundertsten Werk nicht zu haben und das ist gut so. Auf zu den nächsten 100!

„Blade of the Immortal“ bekommt von mir 8/10 Wunden aller Arten oft und immer wieder heilende Empfehlungspunkte.

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