iBoy (Filmkritik)

Eigentlich ist Tom Harvey (Bill Milner) ein ganz normaler Teenager. Eines Tages wird er jedoch Zeuge eines Überfalls und bekommt, für den Versuch die Polizei anzurufen, eine Kugel verpasst. Im Zuge dieses Zwischenfalls landen Teile seines Smartphones in seinem Gehirn und können nicht von dort entfernt werden. Der Zwischenfall hat aber auch etwas Gutes, denn er hat Tom Superkräfte verpasst.

Er kann, mittels seiner Gedanken, unter anderem das Internet nutzen, Telefongespräche und Kurznachrichten mithören und elektronische Geräte fernsteuern. Tom nutzt seine neuen Fähigkeiten um diejenigen zu finden, die ihn angeschossen haben und der kriminellen Unterwelt den Kampf anzusagen.

Dieser Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Kevin Brooks. Die Geschichte sollte bereits 2013 mit Will Poulter (We’re the Millers) in der Hauptrolle verfilmt werden, wurde jedoch wieder auf Eis gelegt. Im Jahr 2016 übernahm der allseits beliebte Streaming-Dienst Netflix das Projekt. Adam Randall (Level Up) übernahm die Regie, während man Bill Milner (X-Men: First Class) und Maisie Williams (Game of Thrones) für die Hauptrollen gewinnen konnte.

Wie bereits irgendwo erwähnt: Netflix ist toll. Damit ist an dieser Stelle nicht gemeint, dass es der Streaming-Service ermöglicht sich auf einfache Art und Weise eine Menge erstklassige Unterhaltung nach Hause zu holen. Netflix ist toll, weil er Filme wie „Spectral“ oder „Clinical“ ermöglicht, die unter normalen Umständen schwer oder gar nicht finanzierbar sind.

Ebenfalls in diese Kategorie fällt „iBoy“, der die klassische Prämisse für eine Superhelden Origin-Story auf eine originelle Art aufarbeitet. Dabei fällt Tom nicht wie sonst üblich in einen Behälter mit radioaktivem Abfall, sondern wird das Opfer eines Verbrechens. Der überlebt das Ganze nicht nur, sondern erhält auf einmal Zugriff auf das gesamte elektronische Spektrum.

Tom nutzt seine neuen Fähigkeiten um dem organisierten Verbrechen den Kampf anzusagen, stößt allerdings zeitnahe auf Schwierigkeiten. Zum einen kennen die bösen Jungs keinerlei Skrupel und zum anderen scheint es so, als würden sie Tom zeitnahe auf die Spur kommen. Dann gibt es noch einen Boss der Unterwelt, von dem niemand weiß wie er aussieht.

Was die Umsetzung betrifft ist „iBoy“ in etwa so britisch wie ein Film es nur sein kann. Nicht nur spielt London mit all seinen Betonbauten hier eine relativ prominente Rolle, sondern es ist auch klar, dass man es hier mit der entsprechenden Unterwelt zu tun hat. Auf diesem Umstand sollte man sich einlassen können, oder man wird diesem Film kaum etwas abgewinnen können.

Bill Milner als Tom ist vergleichsweise gut und verleiht seiner Rolle eine Kombination aus leichter Introvertiertheit und kontrollierter Wut. Maisie Williams kann als Toms Freundin Lucy überzeugen. Die Geschichte verzichtet glücklicherweise drauf aus ihr die „damsel in distress“ zu machen, was ihr auf jeden Fall zugutekommt.

Was die Inszenierung betrifft, ist der Film vergleichsweise duster gehalten. Die teilweise langsame, optische Inszenierung und der Ort der Geschichte, sorgen für eine sehr eigene Stimmung. Was möglicherweise mühsam klingt, funktioniert an dieser Stelle allerdings sehr gut.

Alles in allem ist „iBoy“ die originelle Umsetzung einer Superheldengeschichte. Die Art wie Toms Fähigkeiten optisch umgesetzt wurden ist gelungen, die Schauspieler sind gut und die Stimmung düster und eigen.

Der Film „iBoy“ bekommt 7/10 das Verbrechen mit besonderen Fähigkeiten bekämpfende Empfehlungspunkte.


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