Sing (Filmkritik)

Koala Buster Moon (Matthew McConaughey) leitet ein Theater, das in finanziellen Schwierigkeiten ist. Um aus der Misere zu kommen, veranstaltet Buster einen Gesangswettbewerb. Unter den Teilnehmern des Wettbewerbs sind der Gorilla Johnny (Taron Egerton), die Schweine-Mama Rosita (Reese Witherspoon), die Jazz singende Maus Mike (Seth MacFarlane), die schüchterne Elefanten-Teenagerin Meena (Tori Kelly) und das Stachelschwein Ash (Scarlett Johansson). Ein jeder von ihnen träumt von der großen Karriere…

Wow. Ein guter Weg das neue Jahr zu starten! Ich hatte mächtig Spaß bei diesem Film und hatte mehr oder weniger einen Dauergrinser im Gesicht, denn der Film hat Gags die sitzen, sympathische Charaktere und gute Musik.

Das Konzept mutet an wie eine animierte Version von „DSDS“, ist aber um einiges weniger grausam. Dankenswerter Weise verzichtet man darauf, abwertende Kommentare zu machen, oder sich über nicht ganz so talentierte Tiere lustig zu machen. Sehr schnell wird ausgesiebt und übrig bleiben die Hauptcharaktere, die ihr Vorrücken ins Finale ihrem Talent zu verdanken haben.

Naturgemäß ist bei einem Film mit dem Titel „Sing“, Gesang ein essenzieller Teil der Handlung und in dieser Hinsicht hatte ich echt Bedenken, denn gerade bei Filmen wie „Trolls“ wurden echte Ohrwürmer durch eine Überdosis Autotune seelenlos gemacht, was zumindest für meine eigene Laune nicht gerade förderlich ist. Auch hier merkt man, dass ein wenig nachgebessert wurde, doch die einzelnen Songs wirken „echt“ und fügen sich auch gut in die Handlung ein. Niemand fängt hier aus heiterem Himmel einfach so zu singen an.

Ein großer Teil der gelungenen Musik-Nummern ist natürlich den talentierten Schauspielern/Sängern zu verdanken, die mich durch die Bank vom Hocker rissen. Herausragend sind hier Taron Egerton (Kingsman), Seth McFarlane (A Million Ways to Die in the West) und Scarlett Johansson (Captain America: Civil War). Zumindest von McFarlane und Johansson wusste ich schon vorher, dass sie singen können (McFarlane sang als Host bei der Oscar-Verleihung 2013, Johannson sang in „The Jungle Book“ ein Lied als Schlange Kaa), doch auch Egerton beweist erstaunliches Talent. Als er bei seiner Audition „Stay with Me“ singt, war ich direkt traurig, dass dieser Auftritt nur wenige Sekunden dauert.

Ich hätte ja Matthew McConaughey (Interstellar) gerne singen gehört, aber man kann wohl nicht alles haben. Seine Figur Buster Moon ist ein Mann mit Ambitionen. Er liebt das Theater und will es um jeden Preis retten. Dass er dafür nicht über Leichen gehen will, macht ihn sympathisch, genauso wie seine Einfälle diverse Hindernisse zu umgehen (Strom wird von den Nachbarn geklaut, Wasser ohne Erlaubnis in ein Aquarium gepumpt…). Ein Highlight ist seine vom Autor und Regisseur Garth Jennings (The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy) gesprochene, leicht senile Assistentin Miss Crawly, die mit ihrem Glasauge eine halbe Katastrophe anrichtet und allgemein etwas exzentrisch ist.

Jede Figur hat ihre eigenen Herausforderungen, die echt wirken, wenngleich sie auch überspitzt dargestellt werden. Buster Moon (Matthew McConaughey) muss um seinen Traum zu verwirklichen zu ungewöhnlichen Mitteln greifen und seine zweite Karriere ist so genial, dass ich Tränen lachte. Rosita (Reese Witherspoon) hat 20 Kinder (warum auch immer) und einen Mann, die sie allesamt Null beachten. Sie ersetzt sich sogar durch einige geschickte Vorrichtungen und es fällt niemanden in der Familie auf, bis alle durch eine Fehlfunktion auf der Wäscheleine landen.

Ash (Scarlett Johannson) ist in einer Beziehung mit einem Mann, der es nicht aushält in ihrem Schatten zu stehen. Als sich dieser von ihr trennt, nutzt sie ihre Trauer auf nützliche Art und Weise. Mikes (Seth McFarlane) größter Gegner ist sein eigenes Ego. Johnny (Taron Egerton) droht unter den Erwartungen seines Vaters zu zerbrechen. Meenas (Tori Kelly) eigene Schüchternheit/ihr Lampenfieber ist ihr größter Feind. Da kann jeder Zuseher sich mit Jemand identifizieren, wodurch eine emotionale Bindung entsteht, die mit den verschiedenen Charakteren mitfiebern lässt.

Fazit: Alle die mal dringend nen Schuss gute Laune nötig haben, sollten sich diesen Film ansehen. Da müsste am Ende so gut wie jeder nen fetten Grinser im Gesicht haben.

Dieser Film bekommt von mir 8/10 talentierte Punkte.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.